Das „Suppenfest“ wird fortgeführt

Das Suppenfest war wieder gut besucht und wird auch im nächsten Jahr weitergeführt werden.
 
Dr. Christian Meyl berichtete von den Projekten und Aktionen der Johanniter-Ostpreußenhilfe in Polen.

Familien von Knigge und Behrendt übernehmen – Meyl setzt Ostpreußenhilfe fort

VON DANA NOLL

Burgwedel. Wenn selbst Assessor Prälat Paolo Borgia, im Namen von Papst Franziskus, einen Brief an Dr. Christian Meyl schickt, in dem er „seine Wertschätzung für die geleistete Arbeit für die Armen und Bedürftigen darbringt und ihn bittet, mit dieser fortzufahren“, so ist das mehr als ein Zeichen der Anerkennung. Und so bleibt es für Dr. Christian Meyl auch weiterhin ein Bedürfnis und eine Herzensangelegenheit seine Arbeit für die Johanniter Ostpreußenhilfe fortzuführen. Auch wenn er sich zumindest aus der Organisation des traditionellen „Suppenfestes“ zurückziehen wird. Ab kommenden Jahr werden hier die zwei Johanniter-Familien von Knigge und Behrendt aus Großburgwedel federführend sein.
Dr. Christian Meyl wird aber weiterhin auf dem Suppenfest von seinen Fahrten nach Polen und der hier geleisteten Unterstützung berichten. Seit nunmehr 26 Jahren engagiert sich die Johanniter-Ostpreußenhilfe nunmehr in zehn Sozialstationen für Hilfsbedürftige in Polen. Die Unterstützung ist vielfältig und breit gestreut. So werden Obdachlosenheime unterstützt und in Projekte mit eingebunden. „Wir haben 120 neue Matratzen und mit Hilfe der Bundeswehr warme Wolldecken für diesen Winter angeschafft“, so Meyl. Doch auch defekte Rollatoren oder Rollstühle werden gern genommen und in der „gut eingerichteten Werkstatt, von den Obdachlosen eigens repariert.“ „Das passiert mit viel Eifer“, berichtet Meyl. Gern genommen werden auch Hörgeräte und Brillen. „Besonders die schicken Gestelle sind sehr begehrt“, erzählt Christian Meyl schmunzelnd. Er ist besonders dankbar über die großzügige Unterstützung, die er von den lokalen Unternehmen erhält:“Es ist wunderbar, wie hilfsbereit unsere Umgebung ist!“
„Die Menschen dort brauchen uns, und deshalb brauchen wir euch, denn ohne Spenden geht es nicht“, appelliert Christian Meyl beim „Suppenfest“. So berichtet er von einer 62-jährigen Dame aus Marienburg, die sich auf Baustellen, bei denen sie alte Bretter von Staub und Nägeln befreit, etwas dazu verdienen muss. Neben diesen Leidenswegen, sind es vor allem aber auch besondere Schicksalsgeschichten, die Christian Meyl zugetragen werden. So bat ein Vater um Unterstützung, deren 22-jähriger Sohn einen schweren Unfall am Bahndamm hatte und dadurch seine beiden Unterschenkel verlor. „Prothesen sind in Polen keine selbstverständliche Kassenleistung. Wir haben diese mit 3.000 Euro mitfinanziert. Es war schön zu sehen, wie glücklich der Junge war und jetzt sogar an den Paralympics teilnehmen möchte“, erzählt Meyl.
Bei einem noch jungen Projekt werden Schüler, die hochintelligent, aber arm sind in Form von Patenschaften unterstützt. Einer von vier Patenkindern ist Adam, der von der Johanniter-Ostpreußenhilfe Bücher, Kurse, einen Laptop und sogar einen Führerschein finanziert bekam. Dies ermöglichte ihm ein Studium, „eine Investition in die Zukunft“, lobte Christian Meyl.
Am 10. März 2019 werden Dr. Christian Meyl und seine Frau Sigrid erneut nach Polen aufbrechen – nunmehr die 150. Reise!