Das Schicksal ist gemeinsam leichter zu bewältigen

Ullrich Weber (4.v.li.) im Gespräch mit Birgit Bode (re.), die gemeinsam mit Kathrin Rohde (2.v.re.) den gemeinsamen Infostand von „Lebenshilfe/Verein zur Förderung von Wohnplätzen“ betreute. (Foto: Georg Bosse)

„Opferhilfe Niedersachsen“ und „Lebenshilfe Burgdorf“ erstmals beim Selbsthilfetag

ALTKREIS BURGDORF (gb). Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Alfred Baxmann haben sich am vergangenen Samstag Selbsthilfegruppen, -verbände und -initiativen aus Burgdorf und Umgebung auf dem Spittaplatz vorgestellt. Anlass war der 18. Tag der Selbsthilfe, der sich unter dem Motto „Gemeinsam geht`s leichter“ der interessierten Öffentlichkeit präsentierte. Für das musikalische Rahmenprogramm des 18. Aktionstags sorgte unter anderem wieder der Shanty-Chor „Graf Luckner“ aus Burgdorf.
In den letzten Jahren haben Selbsthilfeeinrichtungen starken Zulauf bekommen. Immer mehr betroffene Menschen sehen in der Teilnahme in einer entsprechenden, häufig ehrenamtlichen, Organisation für sich die Möglichkeit, mit ihrem Erkrankungs- oder Suchtproblemen umzugehen. Selbsthilfeeinrichtungen haben im Gesundheits- und Sozialbereich wichtige Funktionen übernommen. Sie sind aus dem heutigen sozialen Netzwerk nicht mehr wegzudenken. Das Teilen des gemeinsamen Schicksals in der Gruppe ermöglicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, eine besondere Beziehungsqualität von wechselseitiger Unterstützung, Solidarität und Verständnis zu erfahren. Für Fragen und persönliche Gespräche standen die Informationsstände der Lehrter Regionalgruppe „Deutsche Parkinson“, der Burgdorfer Selbsthilfegruppen „Prostatakrebs“, „Morbus Bechterew“ oder „Schlaganfall“ (Burgdorf/Lehrte/Peine) sowie der Freien Selbsthilfegruppe Bissendorf , des „Dienstags-Treff“ Burgdorf und der Lebenshilfe Burgdorf e.V zur Verfügung.
Opfer von Straftaten und deren Angehörigen leiden oft unter Problemen und Konflikten, die aus den Verbrechen resultieren. Viele beklagen, dass die Aufmerksamkeit im Gerichtsverfahren und der (medialen) Öffentlichkeit vor allem den Tätern gilt. Seit 2001 gibt es deshalb die Stiftung „Opferhilfe Niedersachsen“, die erstmals mit dem „Opferhilfebüro Hildesheim“ in Burgdorf vertreten war. Elf Opferhilfebüros in Niedersachsen leisten mit hauptamtlichen Fachkräften die nowendige respektvolle Unterstützung, Beratung und Betreuung der Geschädigten (www.opferhilfe-niedersachsen.de).
Ihre Selbsthilfetag-Premiere hatte auch der gemeinsame Infostand der Lebenshilfe und des Vereins zur „Förderung von Wohnplätzen“ für geistig Behinderte im Bereich der Lebenshilfe Burgdorf. Birgit Bode und Kathrin Rohde gaben Auskunft über den Familienentlastenden Dienst (FeD) der Lebenshilfe als ein ambulantes und flexibles Angebot für Alleinerziehende und Familien mit behinderten Angehörigen jeden Alters. Auch über die Schaffung neuer Wohnangebote für Menschen mit Behinderung im Einzugsbereich der Behindertenhilfe Berkhöpen-Burgdorf in der Auestadt (www.lebenshilfe-burgdorf.com) wurde informiert.
„Der Selbsthilfetag ist nach unserer Feststellung vom Publikum gut angenommen worden“, sagten die langjährigen Veranstaltungsinitiatoren Horst Lindner und Ullrich Weber.