„Damit nichts unter den Teppich gekehrt wird...“

In der Burgwedeler Ortschaft Thönse wird in unmittelbarer Nachbarschaft derzeit an der Errichtung einer kleineren Biogasanlage gearbeitet. Für die wesentlich größer geplante Anlage in Hülptingsen muss erst einmal das Verfahren eingeleitet werden. (Foto: Jens Kamm)

Stadtverwaltung geht in Sachen Biogasanlage Hülptingsen in die Offensive

BURGDORF (jk). Die Burgdorfer Stadtverwaltung geht in Sachen Biogasanlage in Hülptingsen nun in die Offensive. „Wir brauchen mehr Ruhe und wissenschaftliche Sachlichkeit in der Diskussion“, begründete Bürgermeister Alfred Baxmann die neue Informationsoffensive. „Wir müssen zwischen den Beteiligten eine Form der Kommunikation finden, bei der niemand das Gefühl hat, dass seine Interessen und Anliegen zu kurz kommen.“ Daher soll es im Januar 2011 eine Informationsveranstaltung in Form einer öffentliche Expertenrunde geben, in die sowohl die potentiellen Betreiber als auch die Vertreter der Bürgerinitiative jeweils zwei Experten ihrer Wahl schicken können. Die Burgdorfer Stadtverwaltung wird ihrerseits noch einmal zwei externe Experten, die nicht der Verwaltung angehören, entsenden – vorzugsweise aus den Bereichen Immissions- und Klimaschutz. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.
Im Rahmen dieser Expertenrunde sollen sowohl die Burgdorfer Ratsmitglieder als auch die breite Öffentlichkeit umfassend auf einer „wissenschaftlichen Ebene“ über die Vor- und Nachteile einer geplanten Biogasanlage informiert werden. „Die jeweiligen Experten können in diesem Forum von der teilnehmenden Öffentlichkeit befragt werden und erhalten die Möglichkeit, ihre Positionen darzustellen“, erläuterte Baxmann. „Eine ausschweifende Diskussion soll sich daraus aber nicht entwickeln.“
Die Bürgerinitiative und die beteiligten Landwirte sind bereits über die Planung der Expertenrunde informiert worden. Die Burgdorfer Stadtverwaltung will mit diesem Beitrag zum Meinungsfindungsprozess vor allem ein „höchstmögliches Maß an Transparenz auf inhaltlicher- und verfahrenstechnischer Ebene“ gewährleisten, ohne dabei selber zunächst Stellung nehmen zu müssen. „Wir wollen damit deutlich machen, dass es sich hier keinesfalls um eine subjektive, interessengeleitete Entscheidung handelt, sondern wollen auch den Bedenkenträgern die Möglichkeit geben, dass ihre Argumente auf den Tisch kommen“, so der Bürgermeister.
Auf dieser Basis soll dann der Burgdorfer Rat im Frühjahr 2011 eine „unabhängige, am Gemeinwohl orientierte Entscheidung“ pro oder contra Biogasanlage fällen. Bereits am Montag, 1. November 2010, wird die Verwaltung im Bauausschuss ab 16.30 Uhr (Sitzungszimmer des Rathauses II, Vor dem Hann. Tor 1) über den derzeitigen Sachstand in öffentlicher Sitzung berichten. Eine Entscheidung wird hier aber noch nicht gefällt.
„Es ist keineswegs so, dass die Biogasanlage schon eine beschlossene Sache ist“, wies Bauamtsleiter Hendrik Trappmann noch einmal ausdrücklich auf den derzeitigen Sachstand hin. Es gehe derzeit lediglich darum, ob sich die Politik in einer Ratssitzung im Frühjahr 2011 für eine notwendige Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes in Hülptingsen, die für den Bau einer Biogasanlage notwendig ist, entscheiden wird. Erst dann würde zunächst ein solches Änderungsverfahren eingeleitet werden. Selbst nach der Einleitung könne es nach Ansicht des Bauamtsleiters noch ein bis zwei Jahre dauern, bevor mit einem Bau begonnen werden kann.
Natürlich würden die beteiligten Landwirte auf eine schnelle Entscheidung drängen, damit sie planen können. Aber aus Sicht der Stadtverwaltung sei ein sorgfältiger Prozess besser als eine schnelle Entscheidung, „damit nichts unter den Teppich gekehrt wird....“ Ein solche Anlage müsse eben auch um Akzeptanz kämpfen, meinte Bürgermeister Alfred Baxmann.