Da war der Wurm drin!

Die Besatzung der Salutkanone Dicke Berta mit der Scheibe für den Schützenkönig, v.l. Wolfgang Kalbe, Klaus Kost, Wilhelm Kost jr. und Andreas Schröder.

Ungewöhnliche Jux-Schützenscheibe ziert nun das Haus vom König

VON DANA NOLL

AHLTEN. Der Wettergott zeigte sich am Montagmorgen erschöpft und schickte eine ordentliche Dusche über Ahlten. So wurde der Regenschirm beim Umzug zum Scheibenannageln, ein wichtiges Accessoire. Doch Trübsal blasen kam für die Ahltener Schützen nicht in Frage. Denn die neuen Regenschirme präsentierten sich schöner denn je. Mit Ahltener Wappen und mit originellem Stock - in Form eines Gewehranschlages - waren sie DER Hingucker.
Am Vormittag zog sich die Festmenge im Zick-Zack-Kurs durch Ahlten zum diesjährigen Schützenkönig Jörg Wehrmann. Begleitet wurde der Umzug vom Flötenorchester der SG Ahlten sowie von den Ahltener Musikanten – und natürlich vom Kanonenknall aus der „Dicken Berta“! Seit 51 Jahren im Einsatz, begleitete die alte Dame auch in diesem Jahr den Festmarsch zum Schützenkönig.
Hier wurde eine ganz besondere Scheibe angenagelt – ein großes Xylophon durch das ein lustiger Wurm kriecht! Die Besatzung der Salutkanone hat sich auch in diesem Jahr wieder viele Gedanken gemacht, wie die Jux-Scheibe für den König aussehen soll. „Sein Spitzname ist Wurm und er spielt im Orchester eine Lyra/Xylophon – da passt die Scheibe doch perfekt“, erklären die Kanonen-Brüder Wolfgang Kalbe, Klaus Kost, Wilhelm Kost jr. und Andreas Schröder.
Auch das Festzelt wird seit Beginn des diesjährigen Schützenfestes von etwas Besonderem geschmückt. „Ein Relikt aus der guten, alten Zeit“, erklärt Heike Koehler die Fahne mit dem Ahltener Wappen (handgemalt!), die den Eingang verziert. Im Bürgerbüro entdeckt, fand sie nun ihren Platz beim Schützenfest.
„Eine Rarität, denn bei keinem Schützenfest im Umkreis findet sich eine Fahne mit Wappen“, äußert sich die Ortsbürgermeisterin stolz. „Sie stammt noch aus einer Zeit in Ahlten, wo Entscheidungen nicht von der Mehrheitsfraktion des Lehrter Stadtrates gekippt wurden, Beispiele gibt es dafür genug“, fügt Heike Koehler hinzu.1974 verlor Ahlten im Rahmen der Gemeindereform seine Selbstständigkeit und wurde ein Ortsteil der Stadt Lehrte.