„Da sein, nah sein, Mensch sein“ für Wohnungslose

Konfessionsübergreifend da und nah sein für wohnungslose Frauen und Männer: Imke Fronia, die neue Gemeindereferentin der katholischen St.-Nikolaus-Pfarrgemeinde, Andrea Oppermann, Diakon Holger Hornbostel, Angelika Obst, Grit Schiller und Elisabeth Goldmann (v. li.) vor der Burgdorfer Tageswohnung. (Foto: Georg Bosse)

Burgdorfer Tageswohnung erzählt von „Fakten, Fragmenten und Lebensläufen“

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Mit der kleinen Ausstellung „Fakten, Fragmente und Lebensläufe“ präsentiert sich ab sofort die von der Diakonie Hannover-Land sowie von dem ökumenischen Förderkreis getragene Burgdorfer Tageswohnung an der Mühlenstraße 4. Die Darstellung fällt zeitlich in die „Woche der Diakonie“, die in diesem Jahr das Motto „Da sein, nah sein, Mensch sein: Freiwillig engagiert“ trägt.
Der Themenschwerpunkt soll die vielfältigen Aktivitäten der Ehrenamtlichen in der Diakonie würdigen und passt ganz vorzüglich zur Arbeit in der Burgdorfer Einrichtung, in der wohnungslose Frauen und Männer aus den Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze niedrigschwellige Unterstützung und Begleitung erfahren. Für diesen Personenkreis, der häufig durch dauerhafte Existenzkatastrophen, wiederholte Brüche im sozialen Umfeld, den Verlust wichtiger Bezugspersonen und Bindungslosigkeit, oder durch Alkohol- und Drogenkonsum geprägt ist, ist das Tageswohnung-Trio Imke Fronia in der Verwaltung sowie Grit Schiller und Holger Hornbostel als Sozialpädagogen „da und nah“ zur Stelle.
Die Tageswohnung sei ein wichtiger Baustein bei dem Projekt „Burgdorf als soziale Stadt“, rief Bürgermeister Alfred Baxmann den Wert dieser diakonischen Institution in Erinnerung. Und Diakonie-Pastor Rainer Müller-Brandes mahnte, die Stadt möge darüber hinaus zur Kenntnis nehmen, dass leider immer mehr junge Erwachsene unter 25 Jahren „hier landen.“
„Wir möchten hier noch viel erreichen“, sagte Grit Schiller, die Anfang dieses Jahres in der Tageswohnung die Nachfolge von Marion Carstens angetreten hatte. Dazu sind nicht nur die „Wohnungsmauern als Schutz für die Schützlinge“ notwendig, so Baxmann, sondern auch Geld(spenden).
Das war das Stichwort für die 1. Vorsitzende des ökumenischen Benefizz-Ladens, Elisabeth Goldmann, die zur großen Freude der Sprecherin des quirligen Fördervereins, Angelika Obst, einen Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro mitgebracht hatte. Das christliche „Benefizz“ in der Hannoverschen Neustadt ist ein Laden mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der ausgesuchte Second Hand-Artikel führt und mit dem Verkaufserlös regelmäßig kirchliches Engagement in Burgdorf und Umgebung fördert.