Computer spielen mit Trainerschein

Vier Burgdorfer haben sich zu Referenten des E-sport-Bundes Deutschland ausbilden lassen: Tobias Gotthold (von links), Kai Zwießler, Mario Teikner und Dennis Schöttelndreier. (Foto: SSF)

Vier E-Sportler aus Burgdorf beteiligen sich als Referenten an der neuen bundesweiten Ausbildung

BURGDORF (r/fh). Wer Handball- oder Fußballmannschaften trainieren will, muss erst einmal einen Trainerschein machen. Solche Standards gab es in der vergleichsweise jungen Disziplin E-Sport bisher nicht. Doch auch wer Jugendliche oder Erwachsene in Computerspielen wie League of Legends, Counter Strike oder Fifa wettkampforientiert schulen will, sollte dafür gewisse Qualifikationen mitbringen, ist Tobias Gotthold, der Vorsitzende der E-Sport-Sparte der TSV Burgdorf, überzeugt. Genau das will der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) jetzt mit einer neuen bundesweiten Grundausbildung sicherstellen.
Deshalb haben sich acht E-Sportler aus ganz Deutschland Ende März zu Referenten ausbilden lassen, um künftig in Workshops die angehenden Trainer zu unterrichten. Gleich die Hälfte der frisch gebackenen Referenten kommt aus Burgdorf: Tobias Gotthold, Kai Zwießler, Mario Teikner und Dennis Schöttelndreier. Alle vier sind Mitglied der TSV Burgdorf in der Abteilung E-Sport, die bis vor kurzem unter dem Namen Sabotage Security Force (SSF) noch ein eigenständiger Verein war.
Teikner hat seine Feuerprobe übrigens bereits bestanden: Anfang April hat er bei der ersten Trainerausbildung in Berlin als Referenz mitgewirkt. Weitere Kurse sind für Mai und Juni geplant. „Wir freuen uns sehr, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Die Grundausbildung von E-Sport-Trainern gibt Vereinen und Sparten die Möglichkeit, ihre Mitglieder professionell betreuen zu lassen“, betont Gotthold.
In der Trainer-Grundausbildung lernen die Teilnehmer an drei Tage unter anderem die Trainingsplanung und die Dokumentation von Trainingserfolgen kennen. Weitere Bestandteile des Kurses sind Vermittlungskompetenz, Sportpsychologie, Sozialkompetenz, Jugendschutz und Suchtprävention.
Obwohl die Burgdorfer E-Sport-Sparte SSF also kompetente Trainer hat, die sogar bundesweit andere E-Sportler ausbilden, kann sie selbst bisher nur eingeschränkt Training anbieten. Das Problem: Es fehlten geeignete Räume, so Gotthold. Bei den gemeinsamen Übungseinheiten, die mehrmals die Woche stattfinden, sitzt deshalb bisher jeder zu Hause vor seinem eigenen Computer und es wird über das Internet gespielt und kommuniziert. "Wir bauen gerade die Internetleitung in der 'Tribüne' am Stadion um, sodass wir dort die ersten Trainingseinheiten abhalten könnten", kündigt Gotthold an. Langfristig hofft er aber, eigene Räume für die Sparte zu finden.