„Calmus Ensemble“ präsentierte meisterlichen A-Capella-Gesang

Das Leipziger „Calmus Ensemble“, Dorothea Wagner (Sopran), Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Joe Roesler (Bass; v. li.), trug in der Burgdorfer St. Pankratiuskirche seine „Nachtgedanken“ klangvoll vor. (Foto: Georg Bosse)

Leipziger Vokalquintett sorgte mit „Nachtgedanken“ für magische Momente

BURGDORF (gb). Das Leipziger „Calmus Ensemble“, internationale Stars der A-Capella-Musik und Träger des ECHO-Preises in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“, konzertierte am letzten Junitag dieses Jahres mit seinen „Nachtgedanken“ in der Burgdorfer St. Pankratiuskirche.
Die Wurzeln von „Calmus“ liegen im weltberühmten Thomaner-Chor Leipzig. Der neue Stern am A-Capella-Himmel ging 1999 auf, als sich sechs ehemalige „Thomaner“ zu diesem Vokalensemble zusammenfanden. Um sich von anderen Gruppen abzugrenzen, holten sich die Sänger eine Sopranistin dazu und reduzierten die Stimmen auf das heutige Quintett, das so ein vielbeachtetes Gastspiel in Burgdorf gab, zu dem der Kulturverein SCENA eingeladen hatte.
Vor gut 160 Zuhörern sangen Dorothea Wagner (Sopran), Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Joe Roesler (Bass) Vertonungen des deutschen Romantikers Joseph von Eichendorff sowie von Friedrich Hebbel und Eduard Mörike. Dabei bewiesen die Künstler eine exzellente Textbehandlung auf gesangmusikalisch höchstem Niveau und dass die Nacht viele Gesichter und Stimmen haben kann.
Vor der Pause erfreute „Calmus“ sein Publikum noch mit den „Galgenliedern“ von Christian Morgenstern. Die „Galgenlieder“ entstanden 1895 im privaten Kreis bei Ausflügen zum Galgenberg in Werder (Havel) bei Potsdam. Obwohl die Manuskripte zunächst nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren, gab er sie später zum Druck frei. Die „Galgenlieder“ wie beispielsweise „Igel und Agel“, „Das Mondschaf“ oder „Der Purzelbaum“ begründeten den literarischen Ruhm Morgensterns.
Die „Nachtgedanken“ endeten an diesem klangvollen Sommerabend mit vier Wiegenliedern und einer Gutenacht-Geschichte, die von dem fantastischen Vokalquintett in vollendeter Klangschönheit vorgetragen wurden.