Calbenser Schützen ließen Gastgeber beim Vergleichsschießen den Vortritt

Schütze Tom Quenstedt (9) wird von Jugendleiterin Anja Piel beaufsichtigt. Mutter Heidi Quenstedt mit Tochter Ronja (6) und Christoph Apel mit Sohn Jonas Meyer (10) sind mit nach Burgdorf gekommen. (Foto: st)
 
Hans Liebscher aus Calbe übergibt den Pokal an Burgdorfs Schützenchef Jörg Hoppe. Schießsportleiterin Silke Hartung, Einzelsieger Dietrich Weiß und der 2. Schießsportleiter Michael Reh komplettieren das Siegerfoto. (Foto: st)

Ost-West-Treffen am Tag des 25-jährigen Bestehens des Mauerfalls

BURGDORF (st). Nicht nur in Berlin wurde der 25-jährigen Wiederkehr des Mauerfalls gedacht und den ganzen Tag gefeiert. Im Schützenheim in Burgdorf trafen sich ostdeutsche und westdeutsche Schützen zu einem Vergleichswettkampf und gedachten so dem geschichtsträchtigen Datum.
Seit vielen Jahren sind der Schützenverein Calbe-Saale und die Burgdorfer Schützengesellschaft von 1593 e.V. befreundet. Diese Freundschaft ist durch die Partnerstadtkontakte der Stadt Burgdorf mit Calbe entstanden. Zunächst gab es allerdings nur Kontakte zwischen den Verantwortlichen der Vereine und es dauerte eine Weile, bis eine mittlerweile tiefe Zuneigung entstand. „Es gehört zusammen, was zusammen gehört“, meinte der Vorsitzende des SV Calbe-Saale, Hans Liebscher, zu der Verbindung der beiden Clubs.
Durch die Stadt Burgdorf wurde die Partnerschaft mit Calbe in den letzten Jahren nicht mehr intensiviert, bei den Schützen war das nicht der Fall. Bei einer Fahrt ins Blaue nach Calbe wurden die Burgdorfer mit einem mehrere Zentner schweren Schwein am Spieß überrascht und seit 2006 treffen sich die Schützen einmal im Jahr zum Vergleichswettkampf. Zusätzlich sind private Kontakte vorhanden und die Calbenser nehmen jedes Jahr am Burgdorfer Schützenfest teil.
Dabei sind die Vereine unterschiedlich aufgestellt. Das Schützenheim in Burgdorf wird von den Gästen sehr gelobt, weil die Bedingungen zum Schießen hier doch erheblich besser sind als in ihrer Heimatstadt. Auf dem Sportpistolenstand, dem Luftgewehr- und KK-Stand sind viele Disziplinen möglich. In Calbe wird nur mit Pistole geschossen. Dafür verfügt der Verein dort aber über ein etwa 10.000 Quadratmeter großes Gelände. Für große Ausbauten und Modernisierungen ist aber leider kein Geld vorhanden.
Als die Überschwemmungskatastrophe 2013 in Calbe auch die Schützen und deren Schießstand trafen, halfen die Burgdorfer nicht nur mit Worten, sondern unterstützten mit einer namhaften Geldspende, damit der Schießstand in der Saalestadt wieder intakt gesetzt werden konnte. Dadurch verfestigte sich die Verbindung.
Am vergangenen Sonntag fuhren die Calbenser mit sechs Jugendlichen und 22 Erwachsenen Schützen um acht Uhr morgens in Richtung Burgdorf. Der Bus, Fabrikat Ikarus, ohne Heizung, Baujahr 1982, brauchte für die 160 Kilometer zweieinhalb Stunden und dann gab es mit Grünkohl und Bregenwurst erstmal etwas Warmes, damit die Schützen auch zu jeweils zehn Schuss antreten konnten.
Den freundschaftlichen Wettkampf entschied letztlich die Burgdorfer Schützengesellschaft für sich. Bei der Teilerwertung schafften die Schützen um den 1. Vorsitzenden Jörg Hoppe einen Durchschnittsteiler von 129,51. Die Calbenser kamen auf 222,44 Teiler. Bei der Einzelwertung setzte Dietrich Weiß mit 44,9 Teiler den besten Schuss.
In regelmäßiger Reihenfolge wechseln sich die Sieger ab, denn in Calbe wird für die Burgdorfer ungewohnt mit Pistole geschossen, in Burgdorf wiederum für die Calbenser ungewohnt mit dem Luftgewehr. Auch die Kinder hatten letztlich ihren Spaß, denn sie wurden von der Burgdorfer Jugendleiterin Anja Piel betreut, konnten sich mit dem Lichtpunktgewehr dem Schießsport annähern und bekamen zum Abschluss kleine Präsente überreicht.
Der Vergleichswettkampf zeigte wieder einmal die freundschaftliche Verbindung der beiden Clubs und es wird sicherlich nicht das letzte Treffen sein, denn in der Jahresplanung ist der Gegenbesuch 2015 bei den Burgdorfer und Calbenser Schützen schon wieder fest eingeplant.