Burschenschaftler gründeten den 1. Burgdorfer Sportverein

Die TSV-Fußballer gewinnen 1973 den DFB-Landespokal. (Foto: TSV Burgdorf)
 
Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf steigen am 6. Juni 2009 in die 1. Bundesliga auf. (Foto: TSV Burgdorf)

Ausstellung zum Themenjahr „Burgdorf bewegt sich“

BURGDORF (r/ jk). Das vom Stadtmarketing Burgdorf (SMB) ausgerufene Themenjahr 2016 heißt „Burgdorf bewegt sich". Einmal geht es um Sport, Fitness und Mobilität im weitesten Sinne. Der zweite Themenkomplex befasst sich mit der Stadtentwicklung – von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zu den Zukunftschancen. Welche Einzugswege der Mobilität in Burgdorf offenstanden und wie sich die Sport- und Fitnessangebote in der Stadt bis heute entwickelten, zeigt die Themenjahrs-Ausstellung „Burgdorf bewegt sich“.
Stadtmarketing Burgdorf, der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt präsentieren die Sonderschau von Samstag, 20. Februar, bis Sonntag, 17. April, im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6). Zum Projektteam gehören Gerhard Bleich, Anke Gehrke, Katja Weberling und Burkhard Wolters. Fördernde Unterstützung leistet die Stadtsparkasse Burgdorf. Bürgermeister Alfred Baxmann eröffnet die Ausstellung am Samstag, 20. Februar, um 11.00 Uhr. Die Einführung übernimmt Christopher Nordmeyer, Burgdorfer Sport-Urgestein und ehemaliger Trainer des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf.
Zwanzig im Burgdorfer Freizeit- und Leistungssport aktive Vereine geben in der Ausstellung einen Einblick in ihre sportlichen Betätigungsfelder und präsentieren sehenswerte Exponate aus ihrem Umfeld. Das Spektrum der von ihnen geleisteten Bewegungsangebote reicht vom Golfspielen und Segeln über Fußball, Turnen und Radfahren bis zum Jazzdance und Tennispiel. Informative Schautafeln werfen interessante Schlaglichter auf die historische Entwicklung der Vereine und blicken auf die Geschichte der Mobilität und des Sportes zurück.

Ältester Sportverein der Stadt

Als ältester Sportverein in der Stadt legte der 1849 von Burschenschaftlern ins Leben gerufene Männerturnverein Burgdorf (heute: TSV Burgdorf) den Grundstein für die spätere Gründung weiterer Vereine. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Mitgliedschaft in einer Turnerbewegung noch als politisches Bekenntnis für den noch in weiter Ferne stehenden Nationalstaat.
Dem 1938 mit der TSV vereinigten Sportverein Viktoria von 1907 gelang in der Saison 1920/1921 der Aufstieg in die „Liga“, die seinerzeit höchste Spielklasse. Die 1. Herren-Mannschaft spielte damit auf gleicher Augenhöhe wie der Hamburger SV, Hannover 96 oder HSC Hannover. Allerdings folgte nach nur einer Saison der Abstieg. Dem Verein gehörten damals geachtete Burgdorfer Fußballer wie Karl Konerding, Otto Leinemann oder Arno Beuster an.

Packender Fußballkrimi

Werden die TSV-Fußballer als Gewinner aus dem Finale des DFB-Landespokals am 23. Juni 1973 hervorgehen? Diese Frage bewegte die 3.000 Zuschauer der Partie im Burgdorfer Stadion. Nach einem packenden Fußballkrimi hatte das Bangen ein Ende, als der Schiedsrichter das Spiel gegen Rot-Weiß Scheeßel mit einem 3:0-Sieg für die Burgdorfer abpfiff. Die Ausstellung lässt die dramatischen Ereignisse dieses Junitages noch einmal Revue passieren. Ebenso nervenaufreibend erwies sich der Einzug der Handballer der TSV Hannover-Burgdorf in die 1. Bundesliga am 6. Juni 2009. An diesem Tag katapultierte der Rückraumspieler Jacek Bedzikowski seine Mannschaft mit dem entscheidenden Tor in der letzten Spielminute gegen die TSG Friesenheim in die 1. Handball-Bundesliga. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen auch bekannte Burgdorfer Sportler wie der weiterhin aktive Fußball-Schiedsrichter Florian Meyer, der Handballer Günther Staab, der Geher Hans Horstmann oder Richard Höper, dessen Begeisterung für den Turnsport auf Generationen von jungen Sportlern abfärbte.
Wann fuhren das erste Auto und der erste Omnibus durch die Stadt und leiteten in Burgdorf das Zeitalter der motorisierten Fortbewegung ein? Welche interessanten Episoden sind aus dem Sportgeschehen des vergangenen Jahrhunderts fotografisch festgehalten worden? Diese Fragen beantwortet ein sehenswerter Ausstellungsabschnitt mit historischen Fotos aus der Zeit von 1898 bis in die 1970er Jahre.
Das Stadtmuseum ist samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Vereine und Gruppen haben die Möglichkeit, mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich eine Führung innerhalb der Woche zu vereinbaren.