Burgdorfer Schützen trafen die VIPs in gemütlicher Runde

Martin Polch vom Schuhhaus Polch versucht beim „BINGO“ zusammen mit Kommandeur Rolf Hoppe einen möglichst niedrige Zahl zu erdrehen. (Foto: st)
 
Ehrenratsherr Günter Neben ließ es sich nicht nehmen, beim VIP-Schießen auf die Scheiben anzulegen. (Foto: st)

Großer Teilnehmerkreis im Burgdorfer Schützenheim und viele neue Gesichter

BURGDORF (st). Es hat bereits eine lange Tradition. Und so war auch in diesem Jahr die Beteiligung am VIP-Schießen der Burgdorfer Schützengesellschaft von 1593 sehr hoch und machte deutlich, wie sehr das Schützenwesen in das kulturelle Leben der Stadt Burgdorf eingebunden ist. Die geladenen Vertreter aus der heimischen Wirtschaft, von den Behörden und aus den politischen Ebenen der Stadt genossen jedenfalls das Zusammentreffen am vergangenen Mittwoch und ließen sich bereitwillig in die Kunst mit den Sportwaffen einführen.
In der Schießzeit von 16 bis 18 Uhr konnten die Teilnehmer am diesjährigen VIP-Schießen zunächst ihr Glück versuchen oder aber ihr Können unter strengen Augen der aufsichtführenden Schützen unter Beweis stellen. Einige Politiker und Wirtschaftsmanager trafen dabei auch so richtig ins „Schwarze“. Das soll keine Richtung in der Politik vorgeben, denn mit dem Luftgewehr oder dem Kleinkalibergewehr konnte nur auf die Scheiben in 50 m oder 10 m Entfernung geschossen werden – und die sind schwarz-cremefarben. Farben spielen hier aber keine Rolle, der Schuss muss ins Zentrum gehen, um einen exakten Treffer zu erzielen.
Animositäten gab es aber auch im Umfeld nicht, denn viele Gäste trafen spät ein und so ballte sich im Schießstand die Prominenz erst in der letzten halben Stunde vor dem Ende der anberaumten Zeit. Auch das veranlasste niemand zu Konkurrenzkampf, im Gegenteil, es wurde gefachsimpelt, Ergebnisse wurden anerkennend beurteilt und auch ein wenig gewitzelt und gelacht, obwohl es auf einem Schießstand allgemein sehr ruhig zugehen sollte. Aber genau diese Atmosphäre ist es, die die VIPs an der Veranstaltung der Burgdorfer Schützen mögen – den Erfahrungsaustausch nach dem Schießen und das gemütliche Zusammensein.
Die Schützengesellschaft ist stolz auf den Stellenwert ihres VIP-Treffens und will das noch lange erhalten. Darauf ging auch Jörg Hoppe, der Vorsitzende der Burgdorfer Schützen, in seiner Begrüßungsrede ein. Er machte den Vertretern der Burgdorfer Vereine aber auch einen Vorschlag für die nahe Zukunft beim Burgdorfer Schützenfest im Juni: „Es wird am Schützenfestfreitag erstmals einen Tag der Vereine geben. Hierzu möchte ich sie alle einladen. Wie bei der Fusion zwischen den Fußballclubs Heeßel und Burgdorf hoffen wir hiermit auf eine bessere Verständigung und freuen uns auf einen tollen Abend.“
Die sportlichen Leistungen wurden mit besonderen Preise bedacht, denn gute Ergebnisse sollten auch honoriert werden, seien es Glücksschüsse oder eine treffsichere und ruhige, zielsichere Hand. In diesem Jahr konnte sich Jörg Neitzel, Ortsvorsteher von Dachtmissen, als Gesamtsieger feiern lassen. Er bekam eine kostenlose Mitgliedschaft im Schützenverein geschenkt. Leider ist er bereits langjähriges Mitglied und so verschenkte er spontan die Mitgliedschaft an Jana Richter vom Vorstand des Reitvereins St. Georg.
Die weiteren Gewinner waren Gerd (Optiker) Meyer beim KK-Schießen, Jörg Neitzel beim Luftgewehrschießen und die amtierende Volkskönigin Tanja Pietruschinski beim „BINGO-Schießen“, das wieder von Kommandeur Rolf Hoppe organisiert wurde.
Dass es auch den neuen Gesichtern unter den 94 teilnehmenden VIPs gefallen hat, brachte Sabine Christiansen von der Lebenshilfe Burgdorf auf den Punkt: „Ich bin das erste Mal dabei und sehr verblüfft, gleich mit dem 2. Platz beim KK-Schießen auf das Treppchen gekommen zu sein, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Die Vertreter der heimischen Wirtschaft ließen es sich nicht nehmen, nach dem zünftigen und wieder einmal von Wirtin Kerstin Schneider hervorragend zubereiteten Essen, den einen oder anderen Gerstensaft zu sich zu nehmen und bis in die späten Abendstunden zu diskutieren. Sei es über weltliche Probleme, politische Feinheiten oder die Belange in der Heimatstadt Burgdorf. Es gibt immer etwas zu besprechen und deshalb wird das VIP-Schießen als Erfahrungsaustausch und Ebene, sich näher kennen zu lernen, noch lange eine Institution in Burgdorf bleiben.