Burgdorfer „Rote Hände“ protestieren gegen Kindersoldaten

Bürgermeister Alfred Baxmann signierte für die Aktion „Red Hand“ seinen persönlichen Handabdruck. (Foto: Alexandra Veith)
 
Siebtklässler der Realschule Burgdorf (li.) stellten Bürgermeister Baxmann (re.) ihre Initiative für „Red Hand“ vor. (Foto: Alexandra Veith)

Siebtklässler der Realschule unterstützen Aktion „Red Hand“

BURGDORF (r/gb). Weltweit werden etwa 250.000 Kinder als Soldaten missbraucht. Ungeachtet des Zusatzprotokolls der UN-Kinderrechtskonvention, das seit Februar 2002 diesen Missbrauch verbietet, werden seither immer noch Kinder in bewaffneten Konflikten der Erwachsenen eingesetzt. Um dagegen zu protestieren, wurde die Aktion „Red Hand“ (Rote Hand) ins Leben gerufen. Die Aktion startete zunächst in Deutschland. Innerhalb eines Jahres wurde „Red Hand“ zu einer Bewegung rund um den Globus. Bislang wurden in über 50 Ländern der Welt zirka 375.000 (Stand 02/2012) mahnende und protestierende rote Handabdrücke gesammelt und an Politiker und Verantwortliche, darunter UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, übergeben. In der Realschule Burgdorf wurde das Thema „Kindersoldaten“ zum Unterrichtsgegenstand.
„Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Geschichte zeigten großes Interesse daran, wie Kinder und Jugendliche den Ersten und Zweiten Weltkrieg - auch in Burgdorf - erlebten. Den Siebtklässlern wurde klar, dass Krieg nicht nur Vergangenheit, sondern auch bittere Gegenwart bedeutet, als sie sich über Einzelschicksale von Kindersoldaten in aller Welt informierten. Schnell wussten sie, dass sie sich für eine Welt ohne Kindersoldaten stark machen und deshalb die Organisation "Red Hand" unterstützen wollten. So wurden fleißig in den eigenen Familien, in Vereinen und natürlich in jeder Klasse der Realschule in kurzer Zeit 285 rote Handabdrücke als Protestzeichen gesammelt. Besonders wichtig aber war den Schülerinnen und Schülern, ihren Bürgermeister persönlich über ihr Projekt, das ihnen zur wahren Herzensangelegenheit wurde, zu informieren, die gesammelten Protestzeichen zu überreichen und möglichst von ihm den 286. Handabdruck zu erhalten“, erklärte Realschullehrerin Kathrin Bruns.
„Bei dem Thema Kindersoldaten finde ich es am schlimmsten, dass die Kinder meist jünger sind als ich. Ich kann zur Schule gehen, kann Freunde treffen, kann durch meinen Abschluss später einen guten Beruf ausüben, der mir gefällt. Das können diese Kinder nicht. Diese Kinder müssen schon früh lernen zu kämpfen und den Feind nicht als Menschen anzusehen. Deshalb sind die Menschen, die das diesen Kindern antun, für mich unmenschlich", so Sophia-Charlotte Meyer (Klasse 7c). Und Mitschülerin Lea Perau sagte: „Dass wir das Thema „Kindersoldaten“ im WPK Geschichte hatten, war eine gute Idee, denn mit unseren gesammelten roten Handabdrücken - einschließlich dem unseres Bürgermeisters Alfred Baxmann - geben wir hoffentlich vielen Kindersoldaten die Chance, sie aus dieser Situation herauszuholen. Die 286 Handabdrücke werden von unserem Bürgermeister bis nach Brüssel ins Europaparlament weitergeleitet. Ich hoffe, dass wir mit unserer Aktion Erfolg haben werden!“
Mitte vergangenen Monats war es dann soweit. Die Schülerinnen und Schüler stellten Bürgermeister Alfred Baxmann ihre Initiative für „Red Hand“ vor und erhielten von ihm selbstverständlich den gewünschten roten Handabdruck. Mittlerweile wurden die so zusammengebrachten „Roten Hände“ an den SPD-Europaabgeordneten Bernd Lange (Burgdorf) mit der Bitte weitergeleitet, sie der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zukommen zu lassen.