Burgdorfer Gymnasiasten spielen „Absurdes Theater“

Vor der Hauptprobe zu Woody Allens „Tod“ gab Regisseurin Christa Reinicke (li.) letzte Anweisungen. (Foto: Georg Bosse)

Theater-AG bringt zwei groteske Einakter auf die Aula-Bühne

BURGDORF (gb). Die Theater-AG des Gymnasiums Burgdorf führt in diesem Jahr zwei „absurde“ Einakter auf. Mit Woody Allens „Tod“ (1975) und Eugène Ionescos „Die kahle Sängerin“ (1948) feiern die jungen Darsteller am Donnerstag, 27. Mai, um 19.00 Uhr in der (Theater-)Aula des Gymnasiums am „Berliner Ring“ Premiere. Weitere Aufführungen sind für Freitag, 28. Mai, und Samstag, 29. Mai, ebenfalls um 19.00 Uhr, vorgesehen. Die Regie hat Christa Reinicke.
Woody Allen (bürgerlich: Allen Stewart Konigsberg) wurde am 1. Dezember 1935 in Brooklyn (New York) geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Drehbuchautoren und Regisseure unserer Zeit. Den ersten seiner bislang drei „Oscars“ erhielt Allen 1977 für „Der Stadtneurotiker“. Seitdem ist sein Name untrennbar mit dem „Big Apple“ verbunden.
Der „Tod“, ein Theater-Einakter, den Woody Allen nach einem frühen Stück von Eugène Ionesco („Mörder ohne Lohn“; 1959) schrieb, wurde 1975 veröffentlicht. Die Geschichte ist ein (kriminal-)komisches Drama, dessen sich jetzt die Theater-AG des Gymnasiums Burgdorf künstlerisch angenommen hat: „Als eines Nachts wildfremde Leute bei ihm klingeln, weiß Kleinman (Charlotte Frettlöh), dass es ihm irgendwie an den Kragen geht. Dabei soll er sich doch nur einer aufgebrachten Bürgerwehr anschließen, die von Hacker (Jan Gooßmann) angeführt wird und die endlich einen Serienwürger stellen will, der seit einiger Zeit sein unheimliches Unwesen treibt. Kleinman kämpft um seine Nachtruhe, doch die Mörderjäger lassen ihm keine Wahl. Schließlich findet er sich an einer dunklen Straßenecke wieder, um, vor Angst und Kälte zitternd, auf Anweisungen zu einem „wichtigen Plan“ zu warten. Vergeblich. Alle um ihm herum verfolgen die „heißesten“ Spuren und letztendlich gerät sogar er selbst in Verdacht und soll gehängt werden...“
Eugène (Eugen) Ionesco (1909-1994) ist ein in Rumänien geborener Autor und gilt als führender (französischer) Vertreter des „absurden Theaters. „Die kahle Sängerin“ ist seit seiner Uraufführung in Paris (1950) die Darstellung des Absurden in der menschlichen Existenz und innerhalb der gesellschaftlichen Konventionen, bei der zwei Paare ihre Restlebenszeit in einer gediegenen Ehehölle absitzen: „In der Nähe von London sitzen Mr. und Mrs. Smith (Lukas Braun; Jana Teufel/Annika Wzietek) in ihrem Salon und üben sich in britischer Abendunterhaltung. Sie lesen, schweigen, langweilen sich und streiten um Bagatellen. Dienstmädchen Mary (Kristina Isotov) meldet ihrer Herrschaft Gäste. Mr. und Mrs. Martin (Frederik Scholz/Miriam Ahlborn) betreten die Bühne und stellen über gegenseitig auszutauschende Belanglosigkeiten monoton fest, dass sie sich kennen. Dann taucht noch ein Feuerwehrmann (Yannick Will) auf, der Feuer sucht und dem sich Mary später an den Hals wirft...“
Eugène Ionesco selbst nennt sein groteskes Werk „Anti-(Sprachlehr-)Stück“, das durch seine irrealen Szenen zu einem tragikomischen Slapstick gerät.
Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 13 haben sich ein Jahr lang mit den Rollen der Stücke auseinandergesetzt und teilweise ein recht umfangreiches Textpensum gelernt.
Der Kartenvorkauf (Erwachsene 5 Euro/Schüler 3 Euro) hat bereits am vergangenen Montag im Gymnasium begonnen. Tickets sind auch an den jeweiligen Abendkassen erhältlich.