Burgdorfer Denkmalsrundgang stieß auf gute Resonanz

Unter fachkundiger Anleitung von Stadtführerin Andrea Mücher war der erste Burgdorfer Denkmalrundgang ein voller Erfolg. (Foto: Stadtmarketing Burgdorf)

Stadtmarketing Burgdorf stellte neue Stadtführung vor

BURGDORF (r/jk). Rund 20 geschichtsinteressierte Burgdorfer begleiteten Stadtführerin Andrea Mücher auf dem neuen Denkmalsrundgang des Stadtmarketing Burgdorf (SMB). Unter dem Motto „Vom Umgang mit Helden und Opfern“ stellte die Stadtführerin die Burgdorfer Denkmäler und Gedenkstätten vor und erläuterte deren Bestimmung und Geschichte.
Treffpunkt war das Völkerschlachtdenkmal am Wall, das am 19. Oktober 1913 seiner Bestimmung übergeben wurde. Vor der Pankratius-Kirche erfuhren die Teilnehmer, dass sich neben dem von Georg Hildebrandt geschaffenen Gefallenen-Denkmal am Haupteingang der Kirche noch zwei weitere Denkmäler auf dem Spittaplatz befunden haben. Vom Germania-Denkmal an der Ostseite des Spittaplatzes sind nur noch einige Granittafeln übrig geblieben, die die Teilnehmer im Nordaufgang der Pankratius-Kirche betrachten konnten. Stadtführer Erich Rode, der als Gast seine Kollegin begleitete, konnte sich noch an den genauen Standort des Germania-Denkmals erinnern. Nach dem Bombenangriff vom 24. Februar 1945 war es komplett entfernt worden. Das 1921 entstandene Viktoria-Ehrenmal ist in den 1950er Jahren in das Stadion an der Sorgenser Straße verlegt worden und wurde massiv umgearbeitet.
Andrea Mücher wandte sich mit ihren Begleitern anschließend dem Stadtpark zu, in dem sich das 1954 eingeweihte Kriegsgefangenen-Denkmal und das ein Jahr später enthüllte Ehrenmal für die Opfer der Weltkriege befinden. Sie berichtete von dem geschichtlichen Wandel der Erinnerungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis 1945 stand die Rolle der Soldaten als tapferer Helden im Mittelpunkt, die sich für ihr Vaterland geopfert hatten. Nach der verheerenden Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, die von deutschem Boden ausgegangen war, sollten die Gedenkstätten die Menschen ermahnen, niemals mehr die Entstehung von Kriegen und Vertreibung zuzulassen.
Nach einem Abstecher zum Heiligenbeiler Gedenkstein hinter dem Rathaus II, der an die ostpreußischen Vertriebenen erinnert, ging es zum Abschluss in die KulturWerkStadt, die als steinernes Denkmal die Erinnerung an die jüdische Synagoge erhält. Sie war bis 1934 in ihren Räumen in der Poststraße 2 beheimatet.
Stadtmarketing Burgdorf plant im nächsten Jahr eine Fortsetzung des Denkmalsrundgangs, der auch für Schulklassen als Sonderführung geeignet ist. Gruppenführungen können beim SMB, Tel. 05136/1862, gebucht werden.