Burgdorf schreibt Geschichte: Seit 1898 schreibt SPD Burgdorf mit

Neue Ausstellung ab 3. September im SPD-Bürgerbüro

BURGDORF (r/jk). Anlässlich der zentralen Veranstaltung des Themenjahres 2011 „Burgdorf schreibt Geschichte“ am 4. September zeigt die SPD Burgdorf Ausschnitte aus ihrem Beitrag zur Entwicklung des Gemeinwesens. Seit 1898 wirken Sozialdemokraten an der Ausgestaltung Burgdorfs mit. Damit ist die SPD die ältestes politische Kraft in Burgdorf, die in vielen Facetten Geschichte geschrieben hat.
So wurde 1905 von Jürgen Rodehorst der Burgdorfer SPD-Ortsverein zusammen mit Paul Laubsch gegründet, der neben Jürgen Rodehorst die zentrale Persönlichkeit der Burgdorfer SPD von der Gründung bis in die 50ziger Jahre war. In den ersten Jahren des Wirkens der SPD ging es vor allem um die Verbesserung der konkreten Lebensbedingungen in der Arbeitswelt und in der Versorgung. In Burgdorf wurde 1909 von den Sozialdemokraten der Konsum-Verein gegründet. Er kaufte 1913 ein Grundstück an der Hannoverschen Neustadt und baute ein Wohn- und Geschäftshaus für den Konsum-Laden.
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Kaiserreiches übernahm am 8. November 1918 der Arbeiter- und Soldatenrat Burgdorf die Verwaltung. Mit dieser Einrichtung wurde der entscheidende Schritt zu einer demokratischen Ordnung in Burgdorf getan. Der ASR organisierte den Übergang zur Demokratie und ging beherzt drängende Probleme des alltäglichen Lebens in Burgdorf in den äußerst schwierigen Zeiten an, wie z.B. Lebensmittelknappheit, Kriegsheimkehrern und Wohnungsnot. Vorsitzender wurde der Sozialdemokrat Jürgen Rodehorst.
Zudem wurde die ersten wirklich demokratischen Wahlen vorbereitet und durchgeführt. Bisher waren nur Männer ab 25 Jahren wahlberechtigt und für die Kommunalwahl galt das Drei-Klassen-Wahlrecht. Die Stimmberechtigten wurden nach ihrem Vermögen in „Wählerklassen" eingeteilt und Hausbesitzer mussten vertreten sein. Am 12. November 1918 veränderte die neue sozialdemokratische Regierung das Wahlrecht in Deutschland. Ab nun galt für alle Parlamente das allgemeine, freie und geheime Wahlrecht für Männer und Frauen ab 20 Jahren.
In vielen Bereichen des kulturellen Lebens setzten Sozialdemokraten wichtige Impulse. Die Sozialdemokraten Paul Laubsch, Wilhelm Spillner und Louis Brennecke gründeten 1912 die „Freie Turnerschaft Burgdorf". Es gab dann den Fußballverein „FC Normannia", den Sportclub „Victoria", den Burgdorfer Radsportverein „Solidarität“, den Ver­ein der Kinderfreunde, den Mandolinenclub, die Volkstanzgruppe, die Arbeiterwohlfahrt, den Gesangverein „Liedertafel Burgdorf" später Volkschor, die Naturfreunde und die „Falken“. In den 20er Jahren war das Jugendheim „Lampenmühle“ an der Friederikenstraße der kulturelle Mittelpunkt der SPD und der vielen Vereine und Verbände. In jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit wurde es ausgebaut.
Entschieden wurde gegen den Nationalsozialismus gestritten. Noch am 11. Februar 1933 gab es in Burgdorf einen Demonstrationszug mit anschließender Kundgebung mit weit über 500 Teilnehmern: „Wir wollen den Nazis zeigen, daß auch in Burgdorf die organisierte Arbeiterschaft fest steht. Am Sonntag die Freiheitsfahnen heraus! Freiheit!" Anfang 1933 wurde den hauptamtlichen Magistratsmitgliedern, den Senatoren Paul Laubsch (SPD) sowie Stadtoberinspektor Paul Röhrig (SPD), mitgeteilt, dass ihre Amtsführung „gesetzlich" erloschen sei. Am 1.10.1933 wurde der Schulrat Busse entlassen. Viele Burgdorfer Sozialdemokraten hatten nun Verfolgung und Willkür zu erleiden.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus waren es die Sozialdemokraten, die als erste wieder anpackte. „Tätige Mithilfe beim Wiederaufbau . . .", so lautete das Parteiziel Nummer eins, als die SPD bereits am 22. August 1945 mit Geneh­migung der britischen Militärregierung wie­der gegründet wurde. Der Sozialdemokrat Wilhelm Pfeiffenbring wurde erster Nachkriegsbürgermeister in Burgdorf. Unter anderem Heinz Reppenhagen und Alfred Baxmann setzen die erfolgreiche Arbeit fort.
Die Ausstellung ist ab 3. September im Bürger-Büro, Schlossstr. 20, zu sehen. Am 4.September, dem Thementag und Verkaufsoffenen Sonntag, kann die Ausstellung von 12.30 bis 18.00 Uhr angesehen werden. Die Ausstellung wird noch einige Wochen im Bürger-Büro zu sehen sein, jeweils samstags von 10.00 bis 12.00 Uhr.