„Burgdorf schreibt Geschichte“ präsentiert die Höhepunkte stadthistorischen Wandels

Die Fußballer der TSV Burgdorf gewannen 1973 das DFB-Landespokal-Endspiel. (Foto: VVV)

Stadtmuseum zeigt spannende Ausstellung zum Themenjahr 2011

BURGDORF (r/jk). Das neue Themenjahr 2011 steht unter dem Motto „Burgdorf schreibt Geschichte“. Stadtmarketing Burgdorf (SMB), der VVV und die Stadt Burgdorf setzen ihre erfolgreiche gemeinsame Arbeit fort und haben mit der Unterstützung städtischer Vereine und Unternehmen viele attraktive Veranstaltungen und Ausstellungen für das kommende Jahr zusammengestellt. Diese rücken die Geschichte der Auestadt unter dem Blickwinkel bedeutender Eckpunkte der historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung in den Fokus. Gleichzeitig werden die vielfältigen Zukunftsperspektiven Burgdorfs als moderner Kleinstadt mit beachtlichem Entwicklungspotenzial vorgestellt.
Zu den ersten Höhepunkten des beginnenden Themenjahrs gehört die Ausstellung „Burgdorf schreibt Geschichte“, die vom 5. Februar bis 27. März im Stadtmuseum (Schmiedestr. 6) zu sehen ist. Die Sonderschau, deren Organisation in den Händen des Arbeitskreises Stadtmuseum liegt, dokumentiert die bedeutsamsten Stationen der stadthistorischen Entwicklung mit überregionaler Ausstrahlungskraft. In wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht hatte die Stadt nach dem Ende des Wirtschaftswunders in den 1960er Jahren die dramatischen Auswirkungen des wachsenden globalen Konkurrenzdrucks zu bewältigen. Große Familienbetriebe wie die Burgdorfer Konservenfabrik und die Burgdorfer Waagenfabrik, die seit ihrer Gründung zu bedeutenden international tätigen Industrieunternehmen aufgestiegen waren, mussten ihre Produktion für immer einstellen. Die Ausstellung stellt die wichtigsten dieser ehemaligen Traditionsunternehmen vor. Sie zeigt aber auch, dass sich nach dieser Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs neue, moderne Unternehmen wie Medite Medizintechnik, Hartmann Valves und CP-Pharma in Burgdorf angesiedelt haben und seit vielen Jahren einen erfolgreichen Platz unter ihren internationalen Mitbewerbern behaupten.
Berühmten Persönlichkeiten, die aus Burgdorf stammen, nach Burgdorf zogen und als Künstler und Wissenschaftler zu großem Ruhm erlangten oder als prominente Besucher die Auestadt besuchten, ist ein weiterer Abschnitt der Ausstellung gewidmet. Dazu gehören Heinrich Breling, der spätere Hofmaler des bayerischen Königs Ludwig II., der Burgdorfer Superintendent Carl Johann Philipp Spitta, dessen geistliche Lieder zu den bedeutendsten Schöpfungen ihrer Gattung gehören, und der Radiomoderator Hermann Hoffmann, der als „Wellenbummler aus der Dachkammer“ sein deutschlandweit bekanntes satirisches Radiogramm aus Burgdorf in den Äther sendete. Obwohl Bundeskanzler Konrad Adenauer im Jahr 1957 und der Regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt nur kurze Zeit als Gäste in der Auestadt weilten, blieben diese Visiten in dauerhafter Erinnerung und werden von der Ausstellung dokumentiert.
Einen Platz in der jüngeren Sportgeschichte eroberten sich die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf, als sie am 6. Juni 2009 nach einem spannungsreichen Finalspiel gegen die TSG Friesenheim in die 1. Handball-Bundesliga aufstiegen. An diese besonderen Momente erinnert die Ausstellung ebenso wie an die weiter zurück liegenden großen Erfolge der TSV-Fußballer, die unter ihrem Trainer Peter Flegel am 23. Juni 1973 das DFB-Landespokal-Endspiel gegen den als „Torfabrik“ bekannten Verein Rot-Weiß-Scheeßel gewannen und damit eine Erfolgsserie einleiteten.
Die neue Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Bei Bedarf sind nach Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich Sonderführungen für Gruppen und Vereine innerhalb der Woche möglich (Tel. 05136 – 1862).