Burgdorf muss mehr Windenergie-Flächen zur Verfügung stellen

Auf den gelb ausgewiesenen Flächen könnten auf dem Gebiet der Stadt Burgdorf neue Flächen für Windenergieanlagen ausgewiesen werden. (Foto: Geo Net/ Plan-GIS)
 
Die neuen Windenergieanlagen würden deutlich größer sein als die bisherigen Anlagen in Schillerslage. (Foto: Jens Kamm)

Stadt hat mit Hilfe eines Gutachters mögliche Flächen ermittelt

BURGDORF (jk). Das Thema „SuedLink“ hat in der öffentlichen Diskussion gerade einmal Fahrt aufgenommen, da steht schon der nächste Aufreger in Burgdorf vor der Tür. Mit einem neuen Erlass will das Land Niedersachsen die Verdreifachung der Windenergie bis ins Jahr 2050 ermöglichen. Das hat zur Folge, dass die Kommunen angehalten sind, ihre Flächen, die sie für Windenergieanlagen zur Verfügung stellen müssen, zu vergrößern. Derzeit wird auf dem Gebiet der Stadt Burgdorf mit den Windenergieflächen nahe Schillerslage und nordöstlich von Ehlershausen auf genau 0,8 Prozent der kommunalen Fläche Windenergie erzeugt.
Um auf den neuen Erlass vorbereitet zu sein, wird die Region Hannover den derzeitigen Anteil von 0,8 Prozent der Regionsfläche allerdings auf 1,2 Prozent erhöhen. Auch in Städten und Gemeinden der Region Hannover muss der Anteil der Kommunalfläche daher entsprechend erhöht werden. Die neuen Flächen muss die Region Hannover allerdings noch im neuen Regionalen Raumordnungsprogramm, das 2015/2016 in Kraft treten wird, ausweisen.
„Damit wir „Herr des Verfahrens“ bleiben und uns nicht Flächen von der Region Hannover vorschreiben lassen müssen, haben wir mit Hilfe eines Gutachters so genannte „restriktionsarme Flächen“ ermittelt“, erläutert Bürgermeister Alfred Baxmann. Dies sind in erster Linie Flächen, die wenig Einwände gegen eine Ausweisung erwarten lassen. Mit Unterstützung der Umweltplanungsdienstleister Geo Net und Plan-GIS sind zunächst einmal rund 20 Hektar als mögliche Flächen ermittelt worden. Dabei betont der Bürgermeister ausdrücklich, dass es sich lediglich erst einmal um „mögliche Flächen“ handelt. Angedacht ist eine Erweiterung der zurzeit bestehenden Flächen im Raum Schillerslage/Otze sowie Ehlershausen. Dazu kommen folgende Flächen: Ehlershausen (östliche Richtung direkt an der Grenze zur Gemeinde Uetze), östlich von Dachtmissen, östlich von Hülptingsen und südlich des Stadtgebiets Burgdorf in Richtung der Grenze zur Stadt Lehrte.
„Bisher ist noch gar nichts passiert, wir haben erst einmal geschaut, was überhaupt möglich ist“, so Baxmann. „Wenn wir nicht gehandelt hätten, dann hätte das die Region für uns getan.“ Im Februar soll es nun eine inhaltliche Abstimmung mit der Region Hannover geben. „Ob die angedachten Flächen dann überhaupt in den neuen Flächennutzungsplan der Stadt Burgdorf bzw. das Regionale Raumordnungsprogramm der Region Hannover einfließen können, hängt auch noch von Einwänden weiterer Institutionen ab“, erläutert Robert Lehmann, Fachbereichsleiter Stadtplanung, Bauordnung und Umwelt der Stadt Burgdorf. So könnten unter anderem Naturschutzbelange eine Rolle spielen. Auch die Bundeswehr mit dem Fliegerhorst in Wietzenbruch könnte Einwände gegen einzelne Flächen erheben. Nach der inhaltlichen Abstimmung mit der Region Hannover würde die Stadt Burgdorf dann einen neuen Flächennutzungsplan vorschlagen, der anschließend von der Politik im Rat der Stadt Burgdorf entschieden werden müsste.
„Es ist also noch längst nicht entschieden, welche Flächen überhaupt tatsächlich ausgewiesen werden“, warnt Alfred Baxmann vor allem die Grundstücksbesitzer vor allzu schnellen Vertragsabschlüssen mit möglichen Projektentwicklern. Denn die Aufregung in den Dörfern ist zurzeit sehr groß, weil unzählige Projektentwickler, die Energieanlagen auf den Flächen aufstellen möchten, von Hof zu Hof ziehen und mit hohen Renditeversprechen und vermeintlich lukrativen Pachtverträgen locken. Um auch gegenüber den Projektentwicklern später besser verhandeln zu können, rät der Landvolkverband, sich in Eigentümergemeinschaften zusammenzuschließen, die die verschiedenen Grundbesitzer der möglichen Flächen bündelt.
„Derzeit werden eben nur die Voraussetzungen geschaffen, um in Zukunft neue Windenergieanlagen aufstellen zu können“, stellt Robert Lehmann noch einmal klar. Dabei wird es sich um Windenergieanlagen der neueren Generation handeln, die mit einer Narbenhöhe von 140 Metern und einer Rotorblattspannweite von bis zu 200 Metern wesentlich größer sind als die bisherigen Windenergieanlagen auf dem Gebiet der Stadt Burgdorf.
Der Bausausschuss der Stadt Burgdorf wird in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 24. Februar, ab 17.00 Uhr, im Sitzungszimmer des Rathauses II, Vor dem Hannoverschen Tor 1, über das Thema beraten.