Burgdorf ist ein attraktiver Theaterstandort

Michaela Allendorf (Hedda Tesman) und Jens Koch (Jorgen Tesman) gestalten mit Ibsens Stück „Hedda Gabler“ den Auftakt der Burgdorfer Theatersaison. (Foto: Theater für Niedersachsen)

„Hedda Gabler“ zum Saisonauftakt am 24. September

BURGDORF (r/jk). Im Themenjahr „Burgdorf lädt ein!“ präsentiert sich die Auestadt als attraktiver und einladender Kulturstandort, an dessen Theater am Berliner Ring acht neue, unterhaltsame Bühnenaufführungen zu sehen sind. Am 24. September eröffnet das erfolgreiche Theater die Spielzeit 2010/2011 mit dem tragischen Schauspiel „Hedda Gabler“ des norwegischen Dichters Hendrik Ibsen (1828-1906). Es folgen sieben weitere hochklassige Gastspiele des Theaters für Niedersachsen. Der Spielplan umfasst eine abwechslungsreiche Mischung aus klassischer Tragödie, modernem Schauspiel, charmanter Komödie und mitreißendem Musiktheater. Alle Vorstellungen beginnen freitags um 20.00 Uhr. Jeweils eine halbe Stunde vorher kann das Publikum an einer kostenlosen Werkseinführung teilnehmen.
Die Gastspiele des Theaters für Niedersachsen im Theater am Berliner Ring haben sich seit der Übernahme der Trägerschaft durch den VVV im Jahr 2006 zum wahren Publikumsmagneten entwickelt und können kontinuierlich steigende Besucherzahlen verzeichnen. Den beiden Veranstaltern, VVV und Stadt Burgdorf, ist es gelungen, fast 300 theaterbegeisterte Abonnenten zu gewinnen. Wegen der regen Nachfrage sollten sich interessierte Theaterfreunde für den Erwerb eines Abonnements rasch entscheiden, das auch eine beliebte Geschenkidee ist. Es besteht die Wahl zwischen drei Abo-Kategorien: „Marathon“ mit sämtlichen acht Vorstellungen der Spielzeit (Gesamtpreise von 74 bis 107 Euro), „Cassico“ mit vier Vorstellungen klassischen Inhalts (Gesamtpreise von 37 bis 53,50 Euro) und „Light Action“ mit vier Vorstellungen des leichten Unterhaltungstheaters (Gesamtpreise von 37 bis 53,50 Euro). Für VVV-Mitglieder und Jugendliche gibt es Ermäßigungen. Vorverkaufsstelle für Abonnements und Eintrittskarten ist Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862. In den dort ausliegenden Theaterprogrammen können Informationen über den aktuellen Spielplan entnommen werden. Eintrittskarten sind zudem im Bürgerbüro erhältlich (Rathaus III, Spittaplatz 4).
Zum Inhalt des 1891 in München uraufgeführten Dramas „Hedda Gabler“:
Die Generalstochter Hedda Gabler und ihr neuer Ehemann Jörgen Tesman kehren gerade von ihrer Hochzeitsreise nach Oslo (damals Kristiania) zurück. Sie hat den ungeliebten, spröden Historiker nur aus finanziellen Erwägungen geheiratet und dafür ihren erfolglosen Geliebten Ejlert Lövborg verlassen. Das wohlgeordnete Leben mit Jörgen beginnt die lebenslustige Hedda schon nach kurzer Zeit anzuöden. Sie bereut ihre schnelle Heirat. Als Ejlert nach einem längeren Aufenthalt auf dem Land frisch verliebt mit seiner neuen Freundin Thea Elvsted nach Oslo zurückkehrt, blickt Hedda eifersüchtig auf das Liebesglück der beiden. Neidvoll muss sie zudem zur Kenntnis nehmen, dass Lövborgs berufliche Karriere steil nach oben verläuft. Frustriert von ihrem spießbürgerlichen, langweiligen Ehealltag und von krankhaftem Selbstmitleid getrieben, sinnt sie darauf, ihr eigenes Leben zu zerstören und das gehasste Liebespaar in einen Strudel der Vernichtung hinabzuziehen. Sie hintergeht ihren Ehemann mit einem Hausfreund und treibt Lövborg mit einer heimtückischen Intrige in den Ruin. Nach einem Alkoholexzess wird er leblos in einem Bordell aufgefunden. Von ihrer hemmungslosen Zerstörungswut besessen, setzt Hedda auch ihrem Leben ein Ende.
Zwischen 1850 und 1899 schuf Ibsen 26 kontroverse Dramen, die mit beeindruckendem psychologischen Realismus die Brüchigkeit der scheinbar heilen bürgerlichen Welt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entlarven. Michaela Allendorf, Jens Koch, Annetraut Lutz-Weicken, Rüdiger Hellmann und Moritz Nikolaus Koch spielen die Hauptrollen in der Inszenierung von Bettina Rehm.