Burgdorf ist das „Mekka“ der Zinnfigurensammler

Im Rahmen der Sonderschau „75 Jahre Zinnfiguren in Burgdorf“ wurde Wolfgang Hafer (Kassel; re.) von Alfred Baxmann und Karl-Ludwig Schrader (v.li.) der 4. Deutsche Zinnfigurenreis verliehen. (Foto: Georg Bosse)

Wolfgang Hafer mit 4. Deutschen Zinnfigurenpreis ausgezeichnet

BURGDORF (gb). Seit dem vergangenen Samstag ist das Burgdorfer Stadtmuseum das „Mekka“ der Zinnfigurensammler und -experten. Noch bis zum 22. August erinnert die Sonderschau „75 Jahre Zinnfiguren in Burgdorf“ an die Ursprünge der einmaligen Burgdorfer Sammlung und präsentiert außergewöhnliche Exponate aus ihrer bewegten, sich seit einem Dreivierteljahrhundert entwickelnden Geschichte. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wurde dem 84-jährigen Zinnfigurenexperten Wolfgang Hafer aus Kassel vom Vorsitzenden des VVV-„Förderkreises Stadtmuseum“, Karl Ludwig Schrader, sowie von Bürgermeister Alfred Baxmann der 4. Deutsche Zinnfigurenpreis für dessen Lebenswerk verliehen.
Seit den frühen 1950er Jahren konzentrierte Wolfgang Hafer seine Sammelleidenschaft auf ein besonderes Genres: das Altertum. „Seine von ihm detailgetreu nachempfundenen Miniaturszenen haben dieses Zeitalter zum neuen Leben erweckt, entscheidende Akzente gesetzt und ihm die unangefochtene Anerkennung der Fachwelt gesichert“, so Baxmann in seiner Laudatio. Eine ehrende Anerkennung erhielt Wolfgang Hafer überdies vom 1. Vizepräsidenten der bundesweiten Zinnfigurensammlervereinigung „KLIO“, Rupert Beyer aus Berlin.
Eigentlich stand die Wiege der Burgdorfer Zinnfigurensammlung in Celle. Dort wollte Friedrich Schirmer 1935 ein militärhistorisches Museum einrichten, was ihm allerdings von den Stadtoberen abschlägig beschieden wurde. So zogen Lehrer Schirmer und seine Zinnfigurensammlung noch im gleichen Jahr in Burgdorf ein. „Ihr erstes Domizil fanden die Zinnfiguren im zweiten Stock der damaligen Mittelschule. Weitere Bestände bewahrte Schirmer in seiner Wohnung auf“, blickte Horst Hübner, Leiter des VVV-Arbeitskreises „Friedrich Schirmer“, zurück.
Schirmer verstarb 1973 und seine Sammlung lagerte bis 1978 unbeachtet auf dem Boden der Grundschule I. Dann nahmen sich der frühere Lehrer der Orientierungsstufe, Horst Hübner, und die Stadtsparkasse Burgdorf (SSK) dieses historischen Kulturschatzes an und beendeten seinen „Dornröschenschlaf“. Durch das Engagement von Horst Hübner, Klaus Gronau (Sievershausen), verschiedener Förderer aus Burgdorf und Umgebung sowie dem Hauptsponsor Stadtsparkasse wuchs die Sammlung, aufbauend auf dem Lebenswerk Friedrich Schirmers, kontinuierlich weiter und umfasst heute unzählige Zinnfiguren sowie rund 220 Groß- und Kleindioramen.
Sie sind mittlerweile im Besitz der Stadt Burgdorf und eine zentrale Anlaufstelle für internationale Sammler. „Und weil die Stadtsparkasse dieses Kulturgut weiterhin als förderungswürdig betrachtet, kann sich die Stadt mit diesem Kleinod, das große Anziehungs- und Ausstrahlungskraft besitzt, gut schmücken“, dankte Hübner dem anwesenden SSK-Vorstand Thomas Pötsch. Der gemeinsamen Besichtigung der Ausstellung schloss sich das 6. Zinnfigurensammlertreffen mit einer Zinnfigurenbörse an.
Die Besucher der Burgdorfer Ausstellung erwartet ein repräsentativer Querschnitt des beeindruckenden Magazinbestandes. Zu bewundern gibt es bis in die Einzelheiten übereinstimmende militärische und historische (Heimat-)Szenen, Schaubilder aus dem Alltagsleben und vier große Tischdioramen.
Das Stadtmnuseum Burgdorf ist immer samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Gruppen, Schulklassen, Vereine können auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten Sonderführungen vereinbaren. Ansprechpartner dafür ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich unter der Rufnummer 05136/1862.
Weitere spannende Informationen zur Burgdorfer Zinnfigurensammlung können im Internet www.zinnfiguren-burgdorf.de angeklickt werden.