Burgdorf im Mittelalter

Kupferstich Burgdorfs aus dem Jahr 1650 nach einer Zeichnung von Konrad Buno. (Foto: VVV/Archiv)

Neue Ausstellung in der KulturWerkStadt / Auch Stadtmuseum öffnet wieder

Burgdorf (r/fh). Aufgrund der 2G-Plus-Regel und fehlender Corona-Schnelltestkapazitäten waren die Burgdorfer Museen am vergangenen Wochenende geschlossen geblieben. Am morgigen Sonntag, 12. Dezember, empfangen sie von 14 bis 17 Uhr nun wieder Besucher. Denn mittlerweile haben in Burgdorf zusätzliche Teststationen aufgemacht, sodass Interessierte eine Chance auf einen Termin haben.
Im Stadtmuseum, Schmiedestraße 6, gastiert weiterhin die Mitmach- und Erlebnisausstellung des Kindermuseums Zinnober. In der KulturWerkStadt, Poststraße 2, wird die neue Ausstellung „Von der Heeßeler Burg bis zum 30-jährigen Krieg“ eröffnet, die bis zum 16. Januar immer sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen ist. Dabei handelt es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe mit dem Titel „Unsere Stadt – unsere Geschichte“.
Konzipiert und zusammengestellt wurde die Schau von Christel Hoffmann-Pilgrim, Anke Gehrke, Silvia Schwentke, Heidrun Rickert und Burkhard Wolters. Zur Ausstellungseröffnung werden sie am 12. Dezember ab 14 Uhr für Fragen zur Verfügung stehen. Ein Ausstellungsführer ist für 3 Euro in der KulturWerkStadt sowie bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, erhältlich.
In den Vitrinen sind unter anderem Relikte aus der Jungsteinzeit, ab etwa 4000 v. Chr., zu sehen, die belegen, dass bereits in dieser Epoche Menschen in der Gegend von Burgdorf lebten. Außerdem werden Fundstücke gezeigt, die das Landesmuseum Hannover 1934 bei einer Ausgrabung im Umfeld der Heeßeler Burg zutage gefördert hat. Besucher erhalten auch Einblicke in das Alltagsleben im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Sie lernen beispielsweise typische Kleidungsstücke kennen und erfahren, welche Rückschlüsse sie auf den sozialen Stand zuließen. Auch die Essgewohnheiten der unterschiedlichen Stände werden thematisiert. Passend dazu ist originales Geschirr aus dem 13. bis 16. Jahrhundert zu sehen, das aus der Sammlung des Historischen Museums Hannover stammt.
Schwerpunktmäßig zeichnet die Ausstellung die Entwicklung Burgdorfs von der ersten Besiedlung bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs nach. 1279 wurde Burgdorf erstmals urkundlich erwähnt. Lange Zeit hatten die Hildesheimer Bischöfe Anspruch auf das Gebiet erhoben, doch nach einem territorialen Streit ging Burgdorf 1433 in den Besitz der Lüneburger Herzoge aus dem Geschlecht der Welfen über. Der neue Landesherr Otto von der Heide ließ Burgdorf zu einem städtischen Gebilde mit Wall und Graben ausbauen.
Das konnte aber nicht verhindern, dass die Siedlung während der großen Hildesheimer Stiftsfehde am 10. Juni 1519 durch Brandschatzung völlig zerstört wurde. Nur in kleinen Schritten gelang der Wiederaufbau. Etwas mehr als 100 Jahre später ereilte die Stadt im Dreißigjährigen Krieg wieder das gleiche Schicksal. Bei einem Gefecht in der Nähe von Burgdorf verloren die Lüneburger gegen die kaiserlichen Truppen und zogen sich daraufhin in die Stadt zurück. Ihre Gegner folgten ihnen, zogen plündernd durch die Straßen und legten Feuer. Das Schloss und viele weitere Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. 1642 ini­tiierte Herzog Friedrich IV. von Lüneburg den Wiederaufbau des Schlosses. Wie es nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 weiterging, soll in der nächsten Ausstellung der Reihe thematisiert werden.