Bürgerprotest gegen „strahlenden“ Castor-Transport in Burgdorf

Über 100 Atomkraftgegner protestierten auf dem Burgdorfer Bahnhofsvorplatz gegen den bevorstehenden Castor-Transport in Richtung Gorleben. (Foto: Georg Bosse)

Neues Endlagersuchverfahren und „Gorleben soll leben!“ gefordert

ALTKREIS BURGDORF (gb). Die Burgdorfer Ortsvereine von Bündnis`90/Die Grünen und der SPD hatten am vergangenen Dienstag zu einer Anti-Atom- und Ani-Castor-Demonstration auf dem Bahnhofsvorplatz aufgerufen. Und weit über 100 Protestler aus dem Verbreitungsgebiet des MARKTSPIEGEL waren mit Fahnen und Trillerpfeifen erschienen, um ihren Widerstand gegen die Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung und die höchst gefährlichen Castor-Transporte hör- und sichtbar kund zu tun.
Das lokale rot-grüne Aktionsbündnis habe für 10 Tage zwei Plakatwände gemietet, um darauf seine Protestparolen sprayen lassen zu können, erklärte der Versammlungsleiter und Grünen-Vorsitzende Detlef Knauer. Die Demonstration richte sich gegen die unverantwortliche Laufzeitverlängerung der Atommeiler, gegen die undemokratische Erkundungsstrategie in Gorleben und gegen den Transport des strahlenden Atommülls, der „auf der gefährlichsten Bahnstrecke in Deutschland“, so Knauer, in wenigen Tagen Burgdorf passieren werde. Denn der Castor-Transport wird dieses Mal auf der Strecke vom französischen La Hague ins niedersächsisch-wendländische Gorleben direkt durch die Auestadt fahren.
„Der Salzstock in Gorleben ist aber denkbar ungeeignet, denn er hat direkten Kontakt zum Grundwasser. Wir fordern stattdessen ein neues ergebnisoffenes Verfahren für die Suche nach einem Endlagerstandort“, sagte Detlef Knauer in seinem Redebeitrag. Dieser Forderung wurde auch von der grünen Bundestagsabgeordneten Brigitte Pothmer (MdB) Nachdruck verliehen, die zwar nicht persönlich in Burgdorf sein konnte, aber ihre Protestansprache von der Grünen-Mitvorsitzenden Simone Heller verlesen ließ. „Wir wissen, dass die Legende von der Eignung Gorlebens längst zerstört ist“, hieß es in dem Manuskript der im Wendland geborenen Politikerin weiter. Und so stand die Burgdorfer Protestaktion auch unter dem Motto: „Atomkraft - Nein Danke! & Gorleben soll leben!“.
Der Versammlung auf dem Bahnhofsvorplatz schloss sich ein mahnender Protestmarsch über das „Brandende“, die „Marktstraße“ sowie über die „Hochbrücke“ zur Westseite des Demonstrationsausgangspunktes an.