Bürgermeister diskutiert mit Schützen

Bürgermeister Armin Pollehn (links) hat bei der Jahreshauptversammlung der Hülptingser Schützen zusammen mit dem Vereinsvorstand auf der Bühne Platz genommen und stellt sich der Diskussion. (Foto: privat)

Hülptingser Verein kann seine Räume weiterhin nicht nutzen / Maßnahme dient dem Schutz der Feuerwehr

Hülptingsen (r/fh). Bürgermeister Armin Pollehn ist der Einladung der Hülptingser Schützen gefolgt und hat sich bei ihrer verspäteten Jahreshauptversammlung der Kritik und Diskussion gestellt. Denn viele Vereinsmitglieder sind verärgert, weil sie seit Beginn der Corona-Epidemie im März ihre angestammten Räume im Feuerwehr- und Schützenhaus an der Straße Vor den Höfen nicht mehr nutzen dürfen. Das hat die Stadt Burgdorf entschieden, um das Infektionsrisiko bei der im selben Gebäude beheimateten Freiwilligen Feuerwehr zu senken und somit deren Einsatzbereitschaft zu sichern. Auch ihre Jahreshauptversammlung mussten die Schützen deshalb auswärts, in der Aula des Gymnasiums Burgdorf, abhalten.
Pollehn betonte, dass er nachvollziehen könne, wie bitter es für den Verein sei, dass der Schießsport und andere Aktivitäten seit Monaten komplett ausfallen - auch im Sommer und Herbst, als aufgrund der vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen vieles wieder erlaubt gewesen wäre. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, doch letztlich ließen ihm die örtlichen Gegebenheiten in Hülptingsen, mit Schützen und Feuerwehr in einem Haus, keine anderen Möglichkeiten. Dabei verwies er auch auf das Infektionsschutzgesetz sowie die Vorgaben von Land und niedersächsischem Innenministerium.
Um die Wogen etwas zu glätten, überreichte Pollehn dem Vorsitzenden des Schützenvereins Gerd Berkhahn nicht nur einen Briefumschlag mit 200 Euro für die Schützenjugend, sondern bot auch an, ein städtisches Transportfahrzeug zur Verfügung zu stellen, wenn die Schützen die Möglichkeit hätten, bei anderen Vereinen den Schießstand zu nutzen. Allein damit wollten sich die 20 Vereinsmitglieder bei der Jahreshauptversammlung aber nicht zufrieden geben. Sie hakten immer wieder nach, wann und unter welchen Bedingungen sie mit einer Rückkehr in ihre Vereinsheimat rechnen könnten.
Diesbezüglich konnte Pollehn ihnen keine konkreten Zusagen machen: Vielmehr betonte er, dass der Krisenstab der Stadt Burgdorf die weitere Entwicklung laufend beobachte und bewerte. Auf Nachfrage sicherte der Bürgermeister zumindest zu, dass die Stadt prüfen werde, ob eventuell ein zweiter Eingang geschaffen und dadurch Schützen und Feuerwehr räumlich getrennt werden könnten.
Angesichts der unsicheren Lage wird der Vereinsvorstand nun prüfen, ob das Hülptingser Schützenfest in den Herbst verlegt werden kann. Dafür haben sich die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung ausgesprochen. Denn falls das Schützenhaus weiterhin nicht genutzt werden kann, könnten die neuen Majestäten im Frühjahr nicht rechtzeitig ausgeschossen werden. Und ohne Könige kein Schützenfest...
Am Ende der Jahreshauptversammlung hat der Vereinsvorsitzende Gerd Berkhahn langjährige Mitglieder geehrt: Für 40 Jahre wurden Monika Reupke, Karlheinz Zärtner, Joachim Träder und Cord-Heinrich Schweer mit Urkunde, Ehrennadel und einem Vereinsgeschenk ausgezeichnet. Weitere elf Mitglieder erhalten ihre Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft im DSB persönlich nach Hause gebracht. Auch Hans-Joachim Ehrhardt erhält die Ehrung für sein 30-jähriges Engagement als Schatzmeister nachträglich zu Hause. Abschließend dankten die Mitglieder Karlheinz Zärtner für sein über 25-Jähriges Engagement als Vorsitzender des Sparclubs Hülptingsen, der zum Ende des Jahres eingestellt wurde.