Briefe für Gerechtigkeit

Viktoria Päschke (links) und Rica Franke beteiligen sich am Briefmarathon von Amnesty International. (Foto: privat)

Gymnasium Burgdorf beteiligt sich an Aktion von Amnesty International

Burgdorf (r/fh). Das Gymnasium Burgdorf hat sich kürzlich am Briefmarathon von Amnesty International (AI) beteiligt. Dabei fordert die Menschenrechtsorganisation die Freilassung von zehn Personen aus aller Welt, die verschleppt oder zu Unrecht inhaftiert wurden. Die Burgdorfer Ortsgruppe hat im Foyer der Schulaula eine Plakat-Ausstellung aufgebaut, in der die Schicksale vorgestellt werden. Schüler der Jahrgänge 9, 10, 12 und 13 haben sich mit dem Thema im Unterricht beschäftigt. "Als vorbereitende Hausaufgabe haben sie sich im Internet über Amnesty International informiert. Dann haben wir uns die Ausstellung gemeinsam angeschaut, und über die Fälle diskutiert", beschreibt Politiklehrer Nabil El-Bathich.
Vor allem die staatliche Willkür und die harten Strafen für kleine Vergehen hätten die Schüler betroffen gemacht. "Besonders schockiert waren sie von den Fällen, in denen Kinder oder Jugendliche inhaftiert wurden, die zum Teil noch jünger waren als sie selbst", so El-Bathich. Die Schüler hätten auch eine Verbindung zu Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen in der DDR und im Nationalsozialismus hergestellt, mit denen sie sich im Geschichtsunterricht beschäftigt haben. "Sie haben festgestellt, dass das, was ihnen heute kaum vorstellbar erscheint, historisch auch in Deutschland nicht weit zurückliegt", so der Politiklehrer.
Ob sie anschließend einen oder mehrere der Briefe unterschreiben wollten, um sich für die Freilassung der Betroffenen einzusetzen, sei jedem selbst überlassen gewesen. "Das ist eine ganz persönliche Entscheidung. Manche haben alle zehn Briefe abgeschickt, andere nur einen oder auch gar keinen", sagt El-Bathich und fügt hinzu: "Ich habe nicht nachgefragt, wer sich beteiligt und warum sich einige dagegen entschieden haben."
Der sog. Briefmarathon wird jährlich Ende November etwa vier Wochen lang von Amnesty International weltweit durchgeführt. Hundertausende von Briefen führen in vielen dieser Fälle dazu, dass die betroffenen Menschen freigelassen werden, ihre Strafen gemildert werden oder sich zumindest ihre Haftbedingungen verbessern.