„Brauchen wieder eine Kultur der Optimierung von Kleinigkeiten“

Gastgeber und SSK-Vorstand Thomas Pötsch (li.) im (Vor-)Gespräch mit Forums-Referent Prof. Dr. Andreas Kaapke (Stuttgart; re.). (Foto: Georg Bosse)

Jürgen Cramer beim 7. Wirtschaftsforum mit der Vision von der „neuen Mitte“

BURGDORF (gb). Unterstützt von der CKT. Folientechnik, der cp-pharma GmbH, dem E-Center Cramer, der Hannoverschen Volksbank, der hannoverschen Wirtschaftskanzlei KSB INTAX, den Stadtwerken Burgdorf, der Verlagsgesellschaft Madsack (Hannover) sowie der Stadtsparkasse Burgdorf (SSK) als Gastgeber hat am vergangenen Mittwochabend das 7. Burgdorfer Wirtschaftsforum des Stadtmarketingvereins (SMB) stattgefunden.
SSK-Vorstand Thomas Pötsch konnte im Kundenfoyer gut 150 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und örtlicher Wirtschaft begrüßen. Mit Blick auf den abendlichen Forum-Gastredner Prof. Dr. Andreas Kaapke (Professur für Handelsmanagement und -marketing an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart) versprach Thomas Pötsch „Ideen und Nachdenkliches“ zum Thema „Die Perspektiven für den Burgdorfer Einzelhandel“. Und er sollte recht behalten.
Doch zuvor hielt Lebensmittelkaufmann und SMB-Vorstandsmitglied Jürgen Cramer eine kurze Rückschau auf das fast abgelaufene 2010er Themenjahr „Burgdorf lädt ein!“. Cramer erinnerte an die „Leuchtturm“-Veranstaltungen, wie den „Spargelempfang“ mit der bereits traditionellen Ernennung von Burgdorf-Botschaftern, den Landesschützentag oder das Open air-Spektakel „Carmina Burana“ auf dem Spittaplatz. „Darüber hinaus ist der Burgdorfer Geschenkgutschein eine Erfolgsgeschichte, aus der wir Ende des Jahres einen Umsatz von rund 150.000 Euro erwarten dürfen“, sagte Jürgen Cramer.
Zum Ende seiner Rede breitete Cramer vor den Zuhörern eine Vision aus, die er „neue Mitte“ nannte. Diese „neue Mitte“ könnte in der Innenstadt aus einem Verwaltungs- und/oder Veranstaltungszentrum (Hotel) bestehen, um Angebot und Leben in die City zu holen. „Wir müssen im Wettbewerb Visionen entwickeln, für die der SMB seine Dienste und Qualitäten anbietet“, schloss Jürgen Cramer sein Zukunftsbild.
Gastreferent Andreas Kaapke, eine Mischung aus schwäbischer Kostenrechnung und rheinischer Frohnatur, leitete seinen unterhaltsamen Vortrag mit einem Zitat von dm-Gründer Götz Werner ein: „Wo Menschen sind, die Bedürfnisse haben, können Sie ihr Geschäft machen.“ Klingt banal? Aber manchmal erfordere es bei den Anbietern nur wieder einer Kultur der Optimierung von Kleinigkeiten, die Rahmenbedingungen für lustvolles Einkaufen schaffen, zeigte sich Kaapke aus Erfahrungen und Statistiken überzeugt. Und neben Convinience (Bequemlichkeit), Preis und Service sei statt Gebundenheit mehr Verbundenheit mit den Kunden auf lange Wettbewerbssicht erfolgversprechender, empfahl der Marketingexperte. „Ich habe einen guten Eindruck von Burgdorf. Besonders der örtliche Zusammenhalt im kooperativen Geist hat mich positiv überrascht“, war das Fazit von Andreas Kaapke, bevor man sich gemeinsam kühlen Getränken, leckeren Papenburg-Kanapees und dem smarten Small-Talk hingab.