Bonhoeffer-Liedoratorium in der St. Pankratiuskirche

Im Gedenken an die Reichspogromnacht vor 73 Jahren führte der „Kleine Chor“ Burgdorf unter der Leitung von Ilsabe Bartels-Kohl (re.) das Bonhoeffer-Liedoratorium in der St. Pankratiuskirche auf. Die Textpassagen sprach Pastor Matthias Paul (re; hinten). (Foto: Georg Bosse)

Burgdorfer Gedenkweg zur Erinnerung an die Judenverfolgung

BURGDORF (gb). Vor 73 Jahren waren die Novemberpogrome, auch Reichskristallnacht genannt, vom nationalsozialistischen Unrechtsregime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im damals gesamten Deutschen Reich. Die so begonnene systematische Verfolgung der Juden in Deutschland und Europa mündete im Holocaust, dem auch jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Burgdorf zum Opfer fielen. Um daran zu erinnern, findet in der Auestadt alljährlich am 9. November ein Gedenkweg statt, der sich vom Jüdischen Friedhof aus an der Uetzer Straße in Richtung Spittaplatz in Bewegung setzt.
Auf dem Weg zur St. Pankratiuskirche hielten die Teilnehmer an den Stolpersteinen inne, um anschließend in dem Gotteshaus dem Bonhoeffer-Oratorium beizuwohnen. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein lutherischer Theologe und am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Er wurde am 9. April des letzten Kriegsjahres im oberpfälzischen Konzentrationslager (KZ) Flossenbürg (Bayern) ermordet.
Unter der Leitung von Ilsabe Bartels-Kohl spürte der von einem Instrumentenensemble begleitete „Kleine Chor“ Burgdorf dem Lebensweg Bonhoeffers mit dem nach ihm benannten Liedoratorium sensibel nach. Matthias Nagel, Kirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche Westfalen, ist es dabei gelungen, die (Lied-)Texte von Dietrich Bonhoeffer und Dieter Stork gut aufzunehmen und ausgezeichnet kirchenmusikalisch zu gestalten. Die lyrischen Passagen zwischendrin wurden von Paulus-Pastor Matthias Paul gesprochen. Ein bedeutendes und ermutigendes Werk, das „unter die Haut“ geht. „Dietrich Bonhoeffer war mit seiner beeindruckenden Konsequenz ein vorbildlicher Vertreter des gelebten Glaubens“, so Bürgermeister Alfred Baxmann in seiner Ansprache.