Bienenschutz und Limonade

Der Burgdorfer Georg Rieger (von rechts) hat zusammen mit Elefteria Schilla, Neele Birnbaum und Henrike Stechmann das Projekt "Imke - The Natural Drink" ins Leben gerufen. (Foto: privat)

Ehemaliger Burgdorfer Schüler will in Hannover zusammen mit drei anderen Studenten Getränke auf Honigbasis produzieren

BURGDORF/HANNOVER (fh). Naturschutz, der gut schmeckt: Das hat sich Georg Rieger auf die Fahnen geschrieben. Der 27-Jährige ist in Burgdorf aufgewachsen, wo er inzwischen auch wieder wohnt, und studiert jetzt seit drei Semestern an der Leibniz-Universität in Hannover Biologie. Zusammen mit drei weiteren Studenten aus den Fachbereichen Wirtschaft und Medien stellt er seit September Getränke her, die mit Honig gesüßt sind. In einer Testphase haben sie 50 Liter Met und 50 Liter Limonade produziert; zur Weihnachtszeit außerdem 200 Liter Glühwein in den Geschmacksrichtungen Kirsche-Nelke und Birne-Nelke. Alle Rezepturen hat Georg Rieger selbst entwickelt. „Ich hatte damit keinerlei Erfahrungen, habe aber viel Fachliteratur dazu gelesen und herumexperimentiert, bis es mir geschmeckt hat“, sagt er.
Und was hat das ganze mit Naturschutz zu tun? In der Testphase haben die Studenten noch Bio-Honig aus der Region verwendet – langfristig wollen sie aber eigene Bienenstöcke aufbauen. „Das Bienensterben ist ein globales Problem: Ohne Unterstützung durch Imker können Bienen kaum noch überleben“, ist Rieger überzeugt. Im März wollen sie damit beginnen und von da an, dann nicht nur die Getränke, sondern auch den Honig als wichtige Zutat selbst herstellen. „Mit dem Verkauf des Glühweins und Spenden haben wir so viel Geld zusammenbekommen, dass wir davon vier Bienenvölker kaufen können“, sagt der 27-Jährige.
Nachdem der Burgdorfer sich schon im Selbststudium und Selbstversuch viel Wissen über die Getränkeherstellung angeeignet hat, will er zusammen den anderen drei Team-Mitgliedern jetzt auch noch das Imkern von der Pike auf lernen. Dafür belegen sie mehrere Seminare. „Außerdem bekommen wir Unterstützung von zwei Studenten, die schon seit mehreren Jahren eigene Bienenstöcke haben. Sie werden uns zumindest am Anfang über die Schulter schauen“, sagt er.
Wenn sie mit dem Getränkeverkauf Gewinn machen, wollen sie das Geld für den Wildbienenschutz einsetzen. „Wir werden spezielle Saatmischungen kaufen, die wir kostenlos beispielsweise auf Märkten verteilen, sodass Hobbygärtner zu Hause kleine Oasen für die wichtigen Bestäuber schaffen können“, kündigt Rieger an. Und wenn dann noch immer etwas übrige bleiben sollte, werde es weiteren gemeinnützigen Projekten beispielsweise in Afrika oder auf Haiti zugute kommen.
Projektträger ist die Studenteninitiative Enactus, der Georg Rieger im vergangenen Jahr beigetreten ist. Laut Selbstdarstellung hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Welt durch unternehmerisches Handeln nachhaltig zu verbessern. Ihren Ursprung hat sie in den USA, mittlerweile ist sie in 36 Ländern weltweit aktiv. In Deutschland gibt es an 35 Hochschulen Enactus-Teams mit zusammen 1.700 Mitgliedern. Das Team in Hannover ist als Verein eingetragen.