Bewegendes Portrait zweier Menschen auf der Bühne

Moritz Nikolaus Koch und Katharina Wilberg spielen die Hauptrollen in dem Bühnenstück "Gift". (Foto: TfN)

Schauspiel „Gift. Eine Ehegeschichte“ läuft am 16. November

BURGDORF (r/gg). Das Schauspiel „Gift. Eine Ehegeschichte“ von Lot Vekemans ist am Freitag, 16. November, im Theater am Berliner Ring zu sehen - eine VVV-Initiative. Es ist ein bewegendes Portrait über zwei Menschen, die erst ihr Kind und dann sich selbst verloren haben. In dem von Gero Vierhuff inszenierten Zwei-Personen-Stück spielen Katharina Wilberg und Moritz Nikolaus Koch die Hauptrollen. Die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr. Zu einer kostenfreien Einführung in das Bühnengeschehen sind die Zuschauer um 19.30 Uhr eingeladen. Theaterkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon 05136 18 62 oder auf der Internetseite www.vvvburgdorf.de. VVV-Mitglieder erhalten Ermäßigungen.
Zur Bühnenhandlung: Nach mehr als zehn Jahren kommen ein Mann und eine Frau zusammen, an dem Ort, wo ihr Sohn Jakob begraben liegt, der bei einem Unfall um das Leben kam. Bei dem ersten Wiedersehen nach einer langen Zeit der Funkstille brechen sie endlich ihr Schweigen und reden über das Unfassbare, die Trauer, die Hilflosigkeit, das Leben danach. Beide haben verschiedene Wege eingeschlagen, mit dem Tod des Kindes umzugehen. Er ist nach Frankreich gegangen und hat von vorn angefangen. Mittlerweile lebt er in einer neuen Beziehung. Seine Partnerin Valérie erwartet demnächst ein Kind von ihm. Die verlassene Ehefrau ist zurück geblieben in dem gemeinsamen Haus, fühlt sich einsam in ihrer Trauer und kann den Gedanken an Veränderung nicht ertragen. Als der Sohn im Krankenhaus starb, stand für sie „die Welt still“ und hat sich seitdem nicht weiterbewegt.
Der Grund ihres Treffens ist ein Brief, der die Umbettung des Kindes ankündigt, da man auf dem Friedhof giftige Substanzen im Boden gefunden hat. Sie stammen wahrscheinlich aus einer benachbarten Fabrik. Insgesamt müssen 200 Gräber verlagert werden. Während die beiden darauf warten, dass sich endlich jemand von der Friedhofsverwaltung sehen lässt, beginnt ein langsamer, hürdenreicher Annäherungsprozess des Elternpaares. Denn der Schmerz hat eine nur schwer überbrückbare Kluft gerissen.
Das Schauspiel ist eine intensive Momentaufnahme eines Paares, dem das schlimmstmögliche Unglück widerfahren ist: Der Verlust des einzigen Kindes. Was zunächst als zaghafte, hilflose Kommunikation mit unfreiwillig komischen Momenten beginnt, entwickelt sich zu einem intensiven Gespräch und einer echten Begegnung. Zwei Menschen auf der Suche nach einem Weg, die Vergangenheit zu akzeptieren, in gemeinsamer Erinnerung Ruhe zu finden und Vertrautes wieder zuzulassen.