Bestnoten in der Gesellenprüfung

Julia Hartmann und Maximilian Peschel freuen sich über die Auszeichnung der Kreishandwerkerschaft.
 
Maximilian Peschel hat seine Ausbildung bei Rosenhagen Metallbau absolviert. (Foto: privat)

Die Kreishandwerkerschaft Burgdorf/Neustadt zeichnet drei hervorragende Absolventen aus

Altkreis (fh). Julia Hartmann arbeitet vor allem mit Stein und Beton, Maximilian Peschel begeistert sich für Metall und für Hakon Mild steht Holz an erster Stelle – doch so sehr sich ihre Werkstoffe auch unterscheiden, alle drei sind mit Leib und Seele Handwerker. Ihre Gesellenprüfung haben sie kürzlich mit Bestnoten bestanden und wurden dafür jetzt von der Kreishandwerkerschaft Burgdorf/Neustadt ausgezeichnet. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Jörg Matthies gratulierte ihnen und überreichte ihnen die Urkunden.
Maximilian Peschel hat seine dreieinhalbjährige Lehre bei Rosenhagen Metallbau in Kleinburgwedel absolviert. Obwohl er sich schon als Kind und Jugendlicher in seiner Freizeit leidenschaftlich gern mit Metall beschäftigt und sich zu Hause nach und nach seine eigene kleine Werkstatt eingerichtet hatte, habe er in seinem Ausbildungsbetrieb noch jede Menge dazugelernt. „Ich habe vorher mit sehr traditionellem Werkzeug gearbeitet, der Umgang mit den modernen Geräten war für mich neu“, sagt er. Doch er gewöhnte sich schnell und lieferte überzeugende Ergebnisse ab. Sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Prüfung wurde der 21-Jährige mit der Note 2 bewertet. „Das war im Bereich Metallbau eine der besten Leistungen seit langem“, betont Mario Sonnenburg von der Kreishandwerkerschaft.
Julia Hartmann hat ihre Ausbildung zur Maurerin im Betrieb ihres Vaters in Neustadt gemacht. Obwohl sie diesen Beruf seit ihrer Kindheit direkt vor den Augen hatte, schlug sie nach der Schule zunächst einen anderen Weg ein und machte eine Ausbildung in einem Vermessungsbetrieb. „Nach dem Abschluss habe ich noch anderthalb Jahre in dem Beruf gearbeitet, aber dann habe ich gemerkt, dass mir das zu viel Büroarbeit ist. Ich wollte lieber raus an die Luft und praktisch arbeiten“, blickt sie zurück.
Schließlich fasste sie den Entschluss, zum Maurerhandwerk zu wechseln, in dem Frauen nach wie vor die Ausnahme sind. Doch sie sei von allen Seiten darin bestärkt worden. „Meine Mutter war sofort begeistert. Mein Vater war anfangs vielleicht skeptisch, ob ich das durchziehe, aber jetzt ist er stolz und froh, mich im Betrieb zu haben“, sagt sie. Auch von ihren Lehrern habe sie viele positive Rückmeldungen und Unterstützung bekommen. Und ihre ausschließlich männlichen Mitschüler in der Berufsschule hätten sie von Anfang an akzeptiert, sie habe sich nie blöde Sprüche anhören müssen.
Sie spürte schon bald, dass sie ihren Traumberuf gefunden hatte. Aufgrund ihrer guten Leistungen konnte sie ihre Ausbildung von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzen und ihre Prüfung bereits im Winter ablegen. Im theoretischen Teil bekam sie die Note 2, im praktischen sogar eine 1. Nun möchte sie etwas Berufserfahrung sammeln und dann eine Meisterprüfung anschließen. „Ich möchte den Betrieb später mit meinen Geschwistern weiterführen“, nennt sie einen der Gründe. Denn auch ihr Bruder mache gerade seine Ausbildung zum Maurer und ihre Schwester sei Bauzeichnerin.
Hakon Mild hat seine Ausbildung zum Tischler bei Müllers und Peters in Burgdorf absolviert und die Prüfer mit seinen Leistungen ins Staunen versetzt. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis wurde er mit der Note 1 bewertet – eine echte Ausnahme. „Als Gesellenstück hat er einen Schreibtisch angefertigt. Der ist so gut geworden, dass das im ganzen Vorstand der Kreishandwerkerschaft für Diskussionen gesorgt hat“, so Sonneburg. Bei der Auszeichnung konnte Mild nicht persönlich anwesend sein.