Beobachten, forschen und entdecken

Informatik-Lehrerin Tanja Wernicke stellt den Einplatinen-Computer "Calliope mini" vor.
 
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Grigorios Aggelidis informiert sich im Gymnasium Burgdorf über das MINT-Konzept.

Für die Angebote in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wird das Gymnasium Burgdorf erneut ausgezeichnet

Burgdorf (fh). Mathe-Olympiade, Programmier-Kurse oder Einblicke in die medizinische Forschung – im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) bietet das Gymnsium Burgdorf vieles an, was über den Lehrplan in den Fächern hinausgeht. Dieses Engagement wurde kürzlich erneut mit dem Zertifikat „MINT-freundliche Schule“ belohnt, mit dem es erstmals 2017 ausgezeichnet wurde. Einen Tag nach der offiziellen Verleihung informierten sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Grigorios Aggelidis, Bürgermeister Armin Pollehn und weitere Gäste über das Konzept.
Das Gymnasium sei auf dem Gebiet breit aufgestellt. „Die Jury hat hervorgehoben, dass wir nicht wenige spezielle Projekte anbieten, sondern ein sehr vielfältiges Portfolio haben“, sagte Bio- und Chemie-Lehrerin Marion Fecht-Christoffers und ergänzte: „Von der fünften bis zur 13. Klasse ist eigentlich für alle etwas dabei.“ Und die meisten Angebote seien nicht erst 2017 für die Bewerbung entwickelt worden, sondern seien am Gymnasium Burg­dorf auch vorher schon etabliert gewesen. „Wir mussten eigentlich nur noch das zusammenstellen, was wir sowieso schon gemacht haben“, so Fecht-Christoffers. Das Zertifikat sei deshalb zugleich Bestätigung und Motivation gewesen, die Arbeit fortzusetzen.
Die Schüler haben die Möglichkeit, jedes Jahr an vielen unterschiedlichen Wettbewerben teilzunehmen, bei denen sie sich zum Teil auch landes- und bundesweit mit anderen Jugendlichen messen können. Außerdem stehen Besuche und Besichtigungen in unterschiedlichen außerschulischen Lernorten auf dem Programm, beispielsweise im Wisentgehege Springe, im Schulbiologiezentrum Hannover, in den Schülerlaboren von Leibniz-Universität, Hochschule Hannover und Universität Göttingen, aber auch bei regionale Unternehmen. Eine besonders enge Kooperation gebe es mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Dort bekommen unsere Oberstufenschüler sogar Einblicke in die aktuelle Spitzenforschung“, schwärmt Fecht-Christoffers.
Ein wichtiger Baustein ist 2017 aber doch noch als Ergänzung des MINT-Profils hinzugekommen: die Forscherklasse, für die sich Schüler gleich bei der Anmeldung am Gymnasium bewerben können und die sie dann vom fünften bis zum zehnten Jahrgang besuchen. Das Besondere: Zusätzlich zum regulären Unterricht steht für sie einmal pro Woche ein Schülerlabor auf dem Stundenplan. Dort bearbeiten sie eigene kleine Forschungsprojekte, für die sie selbständig planen, recherchieren und Versuche umsetzen. Ein Schwerpunkt ist es dabei, Naturphänomene zu beobachten und nach ähnlichen Prinzipien in der Technik zu suchen, so wie sich das beim Klettverschluss und beim Lotus-Effekt entdecken lässt.
Und mit dem Einplatinen-Computer „Calliope mini“ bekommen selbst schon Fünftklässler erste Einblicke ins Programmieren und das Prinzip der Algorithmen, wie Informatik-Lehrerin Tanja Wernicke berichtete. Die gewohnte Fächerunterteilung wird im Schülerlabor übrigens aufgegeben: Denn bei vielen Themen und Fragestellungen sind Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie, Physik und auch Erdkunde eng miteinander verzahnt.
In den zurückliegenden drei Jahren sei die Platzvergabe recht unproblematisch verlaufen: Einerseits hätten sich immer problemlos 30 Fünftklässler für die Forscherklasse gefunden, andererseits habe man kaum einen Schüler abweisen müssen, der sich dafür interessierte. „Das ist bislang immer sehr gut aufgegangen“, resümiert Fecht-Christoffers. Bei der Fächerpräferenz gebe es aber noch immer deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. „In der Musikklasse sind meistens deutlich mehr Mädchen und in der Forscherklasse deutlich mehr Jungen“, räumt die Lehrerin ein. Bei kleineren naturwissenschaftlichen Projekten zeigten Mädchen hingegen größeres Interesse und das Verhältnis sei zum Teil ausgeglichen.