Begegnung, Beratung und Büroarbeit

Angelika Obst (von links), Wolfgang Gärtner, Barbara Ensinger und Angelika Wirz freuen sich über das 15-jährige Bestehen des Förderkreises der Tageswohnung an der Mühlenstraße 4.
 
Angelika Obst (von links), Wolfgang Gärtner, Barbara Ensinger und Angelika Wirz freuen sich über das 15-jährige Bestehen des Förderkreises der Tageswohnung an der Mühlenstraße 4.

Seit seiner Gründung vor 15 Jahren finanziert der Förderkreis der Tageswohnung eine Verwaltungskraft

Burgdorf (fh). Ob zum Wäschewaschen, zum Aufwärmen, zur Beratung oder einfach, um nicht allein zu sein - die Tageswohnung an der Mühlenstraße 4 ist für Obdachlose und für Menschen in Wohnungsnot eine wichtige Anlaufstelle. Auch weil sie sich dort ihre Hartz-IV-Tagessätze auszahlen lassen können, ohne selbst bei der Arbeitsagentur vorstellig werden zu müssen. Doch für all das braucht die Tageswohnung nicht nur engagierte Sozialarbeiter, sondern auch jemanden, der die Büroarbeit im Hintergrund erledigt. Diese Aufgabe übernimmt aktuell Nicole Grave. "Vor allem für die Abrechnungen mit Jobcenter, Kirchenkreisamt und Region fällt eine ganze Menge Arbeit an", sagt Einrichtungsleiter Holger Hornbostel.
Die Teilzeitstelle der Verwaltungskraft wird seit nunmehr 15 Jahren vom Förderkreis der Tageswohnung finanziert, der damit maßgeblich zum Fortbestand der Einrichtung beiträgt. Aktuell hat er vier Mitglieder: Angelika Obst, Barbara Ensinger, Petra Rohles und Angelika Wirz. Bürgermeister Armin Pollehn ist für ihr ehrenamtliches Engagement dankbar und hat deshalb die Schirmherrschaft für den Förderkreis übernommen. „Die Tageswohnung Burgdorf leistet wichtige Arbeit für die Bedürftigen unserer Stadtgesellschaft. Der Förderkreis trägt Sorge dafür, dass diese Arbeit auch in Zukunft stattfinden kann", würdigt er. 
Die Tageswohnung gibt es schon seit den 1980er Jahren. Träger ist der Diakonieverband Hannover-Land, der unter anderem die Miete für das Haus an der Mühlenstraße trägt. Während die drei Sozialarbeiter im Wesentlichen aus Mitteln von Region und Land bezahlt werden, wurden die öffentlichen Gelder für die Verwaltungskraft 2006 gestrichen. Daraufhin hat sich damals der Förderkreis gegründet und übernimmt diese Personalkosten seitdem. Denn die drei Sozialarbeiter Holger Hornbostel, Wolfgang Gärtner und Grit Schiller sind auch weiterhin auf Unterstützung bei der Büroarbeit angewiesen.
Sein 15-jähriges Bestehen wollte der Förderkreis in diesem Januar eigentlich gebührend feiern. Doch aufgrund der Corona-Epidemie musste er darauf verzichten - und auch sonst ist im Moment vieles anders. Als  Anlaufstelle für Obdachlose und Menschen in Wohnungsnot ist die Einrichtung zwar weiterhin geöffnet, aber es gelten strenge Regeln zum Infektionsschutz und Kontakte sollen so weit wie möglich begrenzt werden. "Deshalb besuche ich die Tageswohnung nur noch selten", bedauert die Sprecherin des Förderkreises Angelika Obst. Normalerweise schaue sie etwa einmal wöchentlich vorbei, um mit den Mitarbeitern und den Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Besonders schmerzlich sei es gewesen, dass auch das traditionelle Weihnachtsessen ausfallen musste. "Für viele ist die Einsamkeit in der Adventszeit besonders groß. Deshalb liegt uns dieses Angebot am Herzen", begründet Obst. Außerdem sei es eine gute Gelegenheit, sich auch abseits des Alltags in der Tageswohnung einmal auszutauschen. "Weil das diesmal nicht möglich war, haben wir stattdessen für alle Besucher Weihnachtstüten gepackt mit einem Essensgutschein und Hygieneartikeln", so die Sprecherin des Förderkreises.
Aber noch etwas anderes bereitet ihr Sorge: Mit der Absage der Geburtstagsfeier ist nicht nur ein fröhliches Beisammensein weggefallen, sondern auch eine wichtige Möglichkeit, um Spenden zu sammeln. "Im vergangenen Herbst musste schon der Oktobermarkt abgesagt werden und mit ihm auch der traditionelle Freiluft-Gottesdienst auf der Marktstraße, bei dem eigentlich immer Kollekten für den Förderkreis gesammelt werden", sagt Obst.
Und auch der Tag der offenen Tür Anfang September konnte nicht stattfinden. "Dazu laden wir normalerweise alle unsere Spender ein, um ihnen eine Möglichkeit zu geben, die Tageswohnung kennenzulernen, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und Fragen zur Verwendung der Gelder zu stellen", erläutert die Sprecherin des Förderkreises. Das sei wichtig, um Vertrauen zu schaffen und eine langfristige Bindung aufzubauen. "Wir sind dankbar, dass viele Firmen, Vereine und Privatpersonen seit Jahren regelmäßig spenden", betont sie.
Um die Personalkosten von jährlich rund 20.000 Euro für die Verwaltungskraft zu sichern, sei gerade diese Verlässlichkeit wichtig. Deshalb hofft sie, dass die Spender der Tageswohnung auch in dieser schwierigen Zeit die Treue halten.
Wer die Tageswohnung Burgdorf unterstützen möchten, kann eine Spende mit dem Verwendungszweck "TAWO" auf das folgende Konto überweisen: IBAN DE14251513710000007211 (Stadtsparkass Burgdorf, BLZ 251 513 71).