"Badegäste verhalten sich verantwortungsvoll"

Trotz der gegenwärtigen Einschränkungen haben die jungen Besucher im Uetzer Freibad viel Spaß. (Foto: Freibad Uetze/Sonja Trautmann)
 
Seit dem 8. Juni ist das Hänigser Freibad wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. (Foto: Freibad Hänigsen)

Einige Wochen nach dem Saisonstart ziehen die Freibäder in Uetze, Hänigsen und Ramlingen eine positive Bilanz

Burgdorf/Uetze (fh). Maximal 600 Gäste dürfen sich gleichzeitig im Bad aufhalten, der beliebte Sprungturm ist gesperrt und sowohl auf der Liegewiese als auch im Becken gelten die üblichen Abstandsregeln – doch von all diesen Einschränkungen lassen sich die Hänigser die Freude an ihrem Freibad offenbar nicht verderben.
Rund einen Monat nach der Eröffnung zieht Rainer Lindenberg, der Vorsitzende der Freibadgenossenschaft, eine positive Zwischenbilanz. „In den zurückliegenden Jahren hatten wir im Juni jeweils rund 13.000 Gäste. In diesem Jahr liegen wir bei 10.500, also etwa 77 Prozent“, freut er sich. Und das, obwohl das Bad erst seit dem 8. Juni für die Öffentlichkeit zugänglich ist – in der ersten Juni-Woche lief noch der Probebetrieb für die Mitglieder der Genossenschaft.
Nach diesem guten Start zeigt Lindenberg sich zuversichtlich, bei schönem Wetter zumindest die reduzierten Kapazitäten voll ausschöpfen zu können. Denn bereits an acht Tagen seien jeweils mehr als 500 Gäste im Bad gewesen, den bisherigen Rekord hat er am 26. Juni registriert. „Das war ein besonders heißer und sonniger Freitag“, erinnert er sich. Über den Tag verteilt hätten sich da 929 Besucher im Hänigser Freibad abgekühlt. „Kurzzeitig haben wir sogar unsere Obergrenze erreicht und vier oder fünf Gäste mussten mal eine Viertelstunde am Eingang warten, bis wieder jemand herauskam“, so der Vorsitzende der Genossenschaft. Um längere Staus an der Kasse zu vermeiden, wird auf der Internetseite des Freibads übrigens immer aktuell angezeigt, wie viele Plätze noch frei sind.
Das Uetzer Naturerlebnisbad ist bisher noch nicht an seine Grenze von 450 Besuchern gestoßen. „Selbst an warmen Tagen war noch etwas Luft nach oben“, sagt Michael Kropp von der dortigen Freibadgenossenschaft. Trotzdem zeigt er sich mit den ersten Wochen zufrieden. Vor der Eröffnung habe niemand genau gewusst, wie die Saison unter Corona-Bedingungen anlaufen würde. „Wir sind positiv überrascht. Alles klappt, wie wir es uns vorgestellt haben“, so Kropp. Es seien sogar schon mehr Saisonkarten verkauft worden als im vergangenen Jahr und auch an der Tageskasse laufe es gut.
Ähnliche Erfahrungen hat auch Sabine Scheems-Schnellinger vom Ramlinger Waldbad in den vergangenen Wochen gemacht. Dort gibt es allerdings eine Besonderheit: Tageskarten bietet das Waldbad in diesem Jahr nämlich gar nicht an. „Damit wir den Zugang besser regulieren und die Kontaktdaten einfacher erfassen können, dürfen bei uns dieses Jahr nur Mitglieder mit Saisonkarte baden“, so die Vorsitzende des Fördervereins. Deshalb sei längst nicht so viel los wie sonst, doch ihre Erwartungen seien übertroffen worden. „Wir hatten erst einmal 100 Saisonkarten drucken lassen. Das hat nicht gereicht und wir mussten noch welche nachbestellen“, berichtet sie. Einige seien dafür sogar in den Verein eingetreten. „Wir haben seit der Eröffnung etwa 20 neue Mitglieder gewonnen, deutlich mehr als in anderen Jahren“, so Scheems-Schnellinger.
Die drei Badbetreiber aus Hänigsen, Uetze und Ramlingen betonen unisono, dass die Hygienekonzepte aufgingen und sich die Besucher an die Vorschriften hielten. „Die allermeisten verhalten sich fantastisch und verantwortungsvoll“, lobt er. Stress unter den Gästen oder mit dem Personal habe es in der ganzen Zeit seit der Eröffnung noch nicht gegeben. Wenn doch mal jemand eine Regel missachte, genüge ein freundlicher Appell der Mitarbeiter oder Ehrenamtlichen, so die bisherige Erfahrung. „Vielen sieht man an, dass sie das Gefühl haben, ein Stück Freiheit zu betreten, wenn sie unser Kassenhäuschen passieren. Da ist es natürlich verlockend, die ein oder andere Vorschrift mal für einen Augenblick zu vergessen“, so Lindenberg. Doch wenn sie darauf angesprochen würden, zeigten sich alle einsichtig.
Um alle Vorgaben einhalten zu können, sind im Hänigser Freibad mehr Ehrenamtliche im Einsatz als sonst üblich. So gebe es an der Kasse jetzt beispielsweise eine Doppelbesetzung, um die Ein- und Ausgänge von Gästen zu erfassen. Die Badeaufsicht übernehmen wie sonst auch eine Bäderfachkraft und ein Rettungsschwimmer. „Es sind aber immer ein paar Ehrenamtliche von der Genossenschaft, vom Förderverein und von der DLRG in Rufbereitschaft, sodass wir schnell Unterstützung anfordern können, wenn es voller wird“, so Lindenberg. Das handhabt auch das Uetzer Freibad so. „Gerade für die anstehenden Sommerferien ist das wichtig, falls es da deutlich voller wird“, so Kropp.
Weder die Genossenschaften in Uetze und Hänigsen, noch der Förderverein in Ramlingen haben es bisher jedenfalls bereut, auch in dieser außergewöhnlichen Situation geöffnet zu haben. „Das war eine gute Entscheidung. Unsere Mitglieder sind froh, dass sie sich an heißen Tagen hier abkühlen können“, betont Scheems-Schnellinger.

Uetzer Freibad-Kiosk in neuen Händen

Bislang hat die Uetzer Freibadgenossenschaft den Kiosk selbst betrieben. Von dieser Saison an verpachtet sie ihn: Ab dem 15. Juli übernimmt das Ehepaar van der Vleut, das die Mensa im Uetzer Schulzentrum betreibt. "Wir haben gemerkt, dass wir das neben dem normalen Badebetrieb im Ehrenamt kaum leisten können", räumt Michael Kropp von der Genossenschaft ein. Für das Ehepaar van der Vleut kam das Angebot indes gerade im richtigen Moment. "Weil die Mensa nicht im Normalbetrieb ist, mussten wir unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und einer geringfügig Beschäftigten die Stunden streichen", so Wilhelmus van der Vleut.
Durch den Freibad-Kiosk hoffe er, die Mitarbeiter wieder besser auslasten zu können. Aber auch wenn die Mensa wieder regulär öffnet, sehe er in dem Kiosk eine gute Ergänzung. "Die Hauptzeiten im Freibad sind nachmittags und in den Ferien, also dann, wenn die Mensa sowieso geschlossen ist", erläutert er. Anbieten wolle er typische Imbiss-Gerichte wie Pommes, Currywurst, Hot Dog und Pizza. Außerdem Süßigkeiten, ein zuckerfreies Slush-Eis und Kaltgetränke wie Cola, Fanta, Sprite und Bier. Hinzu kommen sollen Kaffeespezialitäten und ein Eiskaffee.