Ausstellung über die Stadtbücherei

Ab 1966 war die Burgdorfer Bücherei vorübergehend in einem Nebentrakt der Kreisberufsschule Vor dem Celler Tor untergebracht. (Foto: VVV/Archiv)

Die Schau soll vom 5. September bis 11. Oktober in der KulturWerkStadt zu sehen sein / Projektteam sucht noch alte Leihausweise, Zeitungsartikel und Fotos

BURGDORF (r/fh). Im vergangenen Jahr hat die Stadtbücherei Burgdorf ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert - und was sich im Laufe dieser Jahrzehnte alles ereignet und wie sich die Einrichtung entwickelt hat, erfahren Interessierte demnächst in einer Ausstellung. Sie soll vom 5. September bis zum 11. Oktober in der KulturWerkStadt (Poststraße 2) zu sehen sein. Sobald die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Epidemie gelockert sind, will das Projektteam des VVV-Arbeitskreises Stadtmuseum und KulturWerkStadt mit den Vorbereitungen beginnen. Büchereileiterin Andrea Nehmer-Rommel wird die Ehrenamtlichen dabei unterstützen.
Schon jetzt suchen sie dafür weitere Exponate, die Burgdorfer Bürger beisteuern können. In Frage kommen alte Leihbücherei-Ausweise, Zeitungstexte oder Fotografien von Lesungen, Sonderveranstaltungen oder historische Aufnahmen von den unterschiedlichen Standorten der Bücherei. Willkommen sind auch Angaben von Zeitzeugen, die die Entwicklung der Stadtbücherei miterlebt haben oder persönliche Erinnerungen damit verbinden. Personen, die geeignetes Material für die Schau als Leihgabe zur Verfügung stellen könnten, werden gebeten, sich mit der VVV-Geschäftsstelle in Verbindung zu setzen, unter Telefon (05136) 1862.


Erster Standort in der Lampenmühle

Am 12. Februar 1929 vereinbarten der Burgdorfer Magistrat, die Turnschule und die örtliche Gewerkschaft die gemeinsame Einrichtung einer zunächst 1.000 Bände umfassenden Volksbücherei (ab 1954 Kreis- und Stadtbücherei). Die Unterbringung erfolgt zunächst in der Turnschule im Jugendheim Lampenmühle an der Friederikenstraße. Von 1930 bis zu seinem Tod am 13. Januar 1969 übernahm der Lehrer Erich Meyer die ehrenamtliche Leitung. In den folgenden Jahrzehnten gab es mehrere Standortwechsel, unter anderem 1944 in die ehemalige Synagoge an der Poststraße (heute KulturWerkStadt) und in einen 1966 erweiterten Nebentrakt der Kreisberufsschule Vor dem Celler Tor.
1971 entstand an der Sorgenser Straße 3 ein Neubau, an dem sich die Bücherei noch heute befindet. Seine Eröffnung fand am 27. Juli 1971 statt. Mit einer Fläche von 600 Quadratmetern, vielen Sitzmöglichkeiten und einer besonderen Abteilung für Kinder stellte sich das neue Haus den Besuchern vor. Die Bücherei verfügte damals über 27.000 Bände. Von 1970 bis 1984 war der Bibliothekar Hans-Peter Mieslinger hauptamtlicher Büchereileiter. Er lud regelmäßig namhafte Autoren zu Lesungen nach Burgdorf ein, darunter Günter Wallraff, Paul Maar und Walter Kempowski.
Heute stehen 45.000 Medien zur Verfügung. Die fortschreitende Digitalisierung erforderte 1996 eine neue EDV-Anlage, mit der die Bücher nun per Barcode erfasst werden konnten.