Aus Hühnergarten wurde königlicher Garten

Die Könige Sven Berkhahn, Scheibenträger Achim Hilse, Taylor Dessaur und Felix Kleinschmidt vor dem etwas umgewandelten Straßenschild „Königlicher Garten“. (Foto: Holger Staab)
 
Die Königsscheibe des Kinderkönigs 2010 Taylor Dessaur wird von Jochen Träder am Haus angebracht. Schützenkönig Sven Berkhahn kontrolliert durchs Fenster. (Foto: Holger Staab)

Hülptingser Schützen eröffneten Schützenfestsaison bei Königswetter

HÜLPTINGSEN (hs). Bereits traditionell und meist Ende April eröffnet der Schützenverein Hülptingsen die Saison der Schützenfeste im Bereich der Stadt Burgdorf. Und oft hat der von Wetterkapriolen geprägte und unbeständige Monat ein Einsehen mit dem kleinsten Burgdorfer Schützenverein. In diesem Jahr strahlte der Wettergott mit den diesjährigen Königen wieder einmal um die Wette und so konnten der Vorsitzende Gerd Berkhahn und sein Gefolge unbeschwert und mit viel Stimmung im Festzelt feiern.
Der Schützenverein Hülptingsen ist mit nur rund 70 Mitgliedern einer der kleinsten Vereine im Kreisschützenverband Burgdorf, aber der frühe Start in die Schützenfestsaison bringt doch immer wieder große Aufmerksamkeit für den Burgdorfer Ortsteil und sein Vereinswesen. Bevor auf der Bethmannschen Wiese, etwa 50 Meter hinter dem Ortsschild am Ausgang von Burgdorf auf der linken Seite gelegen, zwei Tage lang gefeiert wird, ist aber viel zu organisieren. Eine Woche lang haben die fleißigen Helfer das 30. Schützenfest vorbereitet, zufrieden waren sie mit sich, aber mit dem Schausteller nicht, der nur einen kleinen Vergnügungspark liefern konnte.
Mit dem Kranzbinden begannen die Vorbereitungen und auch der Freitag ging beim „Grünes Holen“ und Schmücken des Dorfes nicht ohne Arbeit ins Land. Der richtige Start zum gesellschaftlichen Höhepunkt von Hülptingsen war dann aber das Abholen der alten Schützenkönige und das Anbringen der Scheiben bei den neuen Königen am Sonnabend. Natürlich ging es mit musikalischer Begleitung des Spielmannszuges Schillerslage durch das Dorf. Viel Spaß war bereits dabei, als die drei neuen Könige ihre Scheiben ans Haus gehängt bekamen. Zwei Scheiben kamen in die Straße Hühnergarten, die mit neuem Straßenschild dann gleich in „Königlicher Garten“ umbenannt wurde.
Schützenkönig wurde Sven Berkhahn, der auch Schießsportleiter im Verein und bereits als 8-jähriger Junge in den Verein eingetreten ist. Nach Erfolgen als Kinderkönig, Jugendkönig, Stadtjuniorenkönig und Schützenkaiser gewann er nun in diesem Jahr den Titel als Schützenkönig.
Jugendkönig wurde Felix Kleinschmidt, der in den vergangenen Wochen bereits Stadtjugendkönig und Stadtwinterjugendkönig wurde. Der diesjährige Kinderkönig Taylor Dessaur, der Sohn von Sven Berkhahn, hat erst mit seiner Königssammlung begonnen. Zum 30. Schützenfest stiftete die Firma Klaus Jepp eine Zimmerscheibe mit Hülptingser Wappen, die Sportleiter Ivo Schirmer mit 32,5 Teiler gewann.
Nach der Offiziellen Proklamation am Sonnabend folgte der große Festball mit der Showband „Sounders“. Die Band wurde wieder mit Hilfe von Sponsoren finanziert und so konnten auch viele Burgdorfer bei freiem Eintritt im Jahr 2010 zum ersten Mal Schützenfest feiern. Das Zelt war gut gefüllt und die Stimmung hallte bis zum frühen Morgen über die Auewiesen. Die heimischen Schützen nahmen die gute Laune auch in den Sonntag mit, der bei strahlendem Sonnenschein auch strahlende Schützen präsentierte.
Am Mittag wurde das Königsessen zelebriert und Berkhahn überreichte Pokale und Orden, die im Schützenverein ausgeschossen wurden. Der traditionelle Ausmarsch am Sonntag mit dem Spielmannszug Schillerslage und dem Fanfarencorps Wikinger war wieder einer der Höhepunkte und nach dem Kaffeetrinken mit selbstgebackenem Kuchen wurde der eigentliche Ausklang im Schützenfestzelt gefeiert. Das war aber nur das eigentliche Ende des diesjährigen Festes, denn am vergangenen Montag trafen sich die Schützen um 7.33 Uhr zum Frühstück und Kehraus-Treffen. Sie marschierten, wie schon traditionell auch in den vergangenen Jahren, durch das Dorf und Gewerbegebiet zum Einsammeln von Naturalien, Getränken und Spenden, die ein Verein in dieser Mitgliederstärke nun mal benötigt, um handlungsfähig zu sein.