"Auf unsere Blutspender ist Verlass"

Bettina Müller vom DRK-Blutspendedienst bereitet bei Angelika Engelhardt die Blutentnahme vor.
 
Elli Borowski misst am Eingang die Körpertemperatur aller Besucher. Außerdem werden sie nach Erkältungssymptomen gefragt.

Zu den Terminen im DRK-Aktiv-Treff kommen auch während der Pandemie jeweils rund 80 Besucher

Burgdorf (fh). Fiebermessen am Eingang, viel Abstand zwischen den Liegen und kein stärkendes Büfett – bei den Blutspendeterminen im DRK-Aktiv-Treff hat sich seit dem Beginn der Corona-Epidemie vieles verändert. „Doch auf unsere Blutspender ist auch in dieser schwierigen Zeit Verlass. Es kommen meistens 75 bis 85 Menschen, genauso wie vor der Pandemie“, sagt Elli Borowski.
Seit über zehn Jahren leitet sie die Gruppe von Ehrenamtlichen, die alles rund um die Blutspende organisiert. Im Januar habe es mit über 90 Spendern sogar eine Rekordbeteiligung gegeben und auch der Termin im Februar sei trotz Schnee und Eis gut besucht gewesen. „Wir sind den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs sehr dankbar, dass sie extra am Abend vorher an der Wilhelmstraße geräumt haben“, sagt Borowski.
Aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln können derzeit immer nur sechs Spender gleichzeitig eingelassen werden. In den ersten Monaten haben sich deshalb teils lange Schlangen vor dem Aktiv-Treff gebildet. Das hat etwas nachgelassen, seit der DRK-Blutspendedienst eine Terminreservierung eingeführt hat. „Die meisten melden sich jetzt vorab online für ein festes Zeitfenster an“, sagt Borowski.
So verteilten sich die Besucher zwar besser über den Nachmittag, allerdings führe das vor Ort mitunter auch zu Konflikten. „Wenn jemand ohne Anmeldung kommt, können wir ihn erst reinlassen, wenn zwischendurch etwas Zeit übrig ist. Deshalb kommt es auch vor, dass jemand frustriert wieder weggeht, wenn die Wartezeit zu lang wird“, bedauert sie und ergänzt: „Auch diejenigen mit Online-Anmeldung werden manchmal ungeduldig, wenn sie nicht sofort drankommen.“ Dabei könne immer mal zu Verzögerungen kommen, wenn beispielsweise ein Spender noch etwas länger liegen bleiben müsse, weil ihm schwindelig sei. Doch sie sei dankbar, dass es insgesamt gut laufe und die meisten Besucher Verständnis für die Maßnahmen zeigten. So wie Sven Graupe, der schon seit 2007 regelmäßig sechs mal im Jahr zur Blutspende kommt. Das sei für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Schließlich könnte mir selbst auch immer etwas passieren, so dass ich plötzlich auf Blutkonserven angewiesen wäre“, begründet er. Die Regeln zum Infektionsschutz würden im Aktiv-Treff gut umgesetzt. „Und sowohl die Hauptamtlichen vom Blutspendedienst als auch die Ehrenamtlichen vom DRK Burgdorf geben sich viel Mühe, das unter den gegebenen Umständen so angenehm wie möglich für uns zu gestalten“, sagt er. Nur den Smalltalk am Büfett vermisse er im Moment. „Das war immer sehr nett und richtig familiär“, sagt er.
Borowski pflichtet ihm bei. „Die persönlichen Kontakte fehlen mir am meisten“, sagt die Ehrenamtliche. Sowohl zu den Blutspendern als auch zu den anderen Ehrenamtlichen. Die Blutspende findet im DRK-Aktiv-Treff immer am zweiten Mittwoch im Monat statt. „Jeweils am Montag vorher haben wir uns dann getroffen, zusammen Kaffee getrunken und besprochen, was wir für das Büfett benötigen“, erläutert sie. Das falle nun ebenso weg, wie das Einkaufen und der Aufbau des Essens. „Von den zehn Ehrenamtlichen, die eigentlich zu unserer Gruppe gehören, sind deshalb im Moment nur drei im Einsatz“, so Borowski.
Auch wenn neue Aufgaben, beispielsweise zusätzliche Desinfektions- und Hygienemaßnahmen, dazugekommen seien, hätten die Ehrenamtlichen unterm Strich deutlich weniger zu tun als sonst. Doch Elli Borowski hätte nichts dagegen, wenn sich das bald wieder ändert. „Es war vorher zwar stressiger, aber es hat einfach mehr Spaß gemacht. Und ich vermisse auch den Rest des Teams“, sagt sie.
Der nächste Termin ist am Mittwoch, 14. April, von 15.30 bis 19.30 Uhr im DRK-Aktiv-Treff, Wilhelmstraße 1b. Eine Online-Anmeldung ist auf der Internetseite www.blutspende-leben.de/blutspendetermine möglich. Dort kann entsprechend nach Postleitzahl gesucht werden. Anstelle des Büfetts bekommen die Blutspender im Moment einen 5-Euro-Einkaufsgutschein oder FFP2-Masken als Dankeschön.