Auch zukünftig zusammen klasse sein

Bürgermeister Alfred Baxmann, Andreas Stein vom Kultusministerium, 96-Präsident Martin Kind und Schulleiter Michael Loske (v.li.) folgten den Moderatoren Svenja Pfennig und Arne Borstelmann durchs Festprogramm. Foto: Georg Bosse
 
Über der Darbietung der Big Band des Gymnasiums unter der Leitung von Tobias Kanthak (re.) hing „Charlie Brown“, der dem Abiturjahrgang 1998 als Namensgeber für die Schule vorgeschwebt hatte. Foto: Georg Bosse

In 50 Jahren hat sich das Gymnasium auch ohne Namen einen Namen gemacht

BURGDORF (gb). „Laßt uns zusammen klasse sein!“ Mit diesem aufmunternden Appell beendete der Schulleiter des Burgdorfer Gymnasiums, Michael Loske, die Begrüßung der zahlreichen Ehemaligen und Gäste, die am vergangenen Freitag anlässlich des Festaktes zum 50. Jubiläum der Schule am „Berliner Ring“ in der Aula erschienen waren. Unter ihnen Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann, der Referatsleiter „Gymnasien, Kollegs & Deutsche Schulen im Ausland“ im Niedersächsischen Kultusministerium, Andreas Stein, der ehemalige Schulleiter Dierk Buse, Burgdorfs sozialdemokratischer Europaabgeordneter Bernd Lange sowie der Unternehmer und Präsident von Hannover 96, Martin Kind. Durch das Festprogramm führten Svenja Pfennig und Arne Borstelmann.
Alles begann im Aufbruchsjahr der neuen Aufklärung 1968. Seitdem sei das Gymnasium immer eine Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft gewesen, dessen Entwicklung in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten von den Begriffen „Aufbruch und Wandel sowie von gemeinschaftlichem Handeln und Tradition“ geprägt wurde, so Loske, und: „Im Jubiläumsjahr haben kreative Arbeitsgruppen der Schule etliche Ideen entworfen und realisiert, um auf das vielfältige Angebot und die Perspektiven am Gymnasium aufmerksam zu machen.“ Zu diesen Angeboten gehört unter anderem eine Kooperation mit der 96-Akademie, zu der 2005 Kontakt aufgenommen wurde sowie mit den TSV Handball-“Recken“, die ihre Wurzeln in der Auestadt haben. „Es macht Spaß mit jungen Leuten zu arbeiten. Mit Spaß lernen, bedeutet Erfolg und tolle Perspektiven. Aber schulischer und sportlicher Erfolg ist immer ein Ergebnis harter Arbeit“, sagte Martin Kind. Neben dem Leistungssport misst Kind dem Breiten- und Schulsport eine herausragende Bedeutung bei: „Breitensport besitzt einen hohen sozialen und gesellschaftlichen Wert und wäre ohne die Ehrenamtlichen nicht möglich. Deshalb muss die Politik die Ehrenamtlichen stärker fördern und sollte aus den sprudelnden Steuereinnahmen mehr Geld in die Schulen fließen.“
Das Gymnasium Burgdorf ist als „Sportfreundliche Schule“ Kooperationspartner der „Roten“ im Rahmen des Programms „Eddi macht Schule“ sowie Partnerschule der „Recken“. In der Oberstufe des Gymnasiums besteht für Schüler die Möglichkeit, Sport als Leistungskursus zu wählen und eine theoretische und praktische Abiturprüfung abzulegen. Seinen europäischen Charakter verdankt das Gymnasium zahlreichem Austausch und internationalen Projekten, die 2015 mit der Zertifizierung „Europaschule in Niedersachsen“ belohnt wurden. Das Engagement zur Stärkung der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) wurde 2017 von der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ mit der Zusatzbezeichnung „MINT-freundliche Schule“ geehrt. Mit Blick darauf forderte Michael Loske von der Landes- und Kommunalpolitik ein Konzept für „Informatik als Pflichtfach“: „Aber bitte ohne Aktionismus.“
Als Bürgermeister und Vertreter des Schulträgers gratulierte Alfred Baxmann dem Gymnasium zu 50 Jahre erfolgreicher pädagogischer Arbeit: „Auch ohne Namen hat sich die Schule einen Namen und in der Stadt von sich Reden gemacht.“ Außerdem müsse dem Gymnasium in auch im ständigen Wandel Raum und Zeit für Bildung mit Qualität gegeben werden – Stichwort: G8/G9. „Schulen dürfen keine passgenauen „Just in time“-Zulieferer für die Wirtschaft sein oder werden“, betonte Baxmann. Ferner seien gute Schulen als weiche Standortfaktoren für eine Stadt sehr wichtig.
Das Gymnasium ist nicht nur in Niedersachsen die beliebteste Schulform. Dazu sagte Andreas Stein vom Kultusministerium: „Dabei hat der Begriff „Elite“ für Gymnasien seine Bedeutsamkeit verloren.“ Dennoch müsse die Freude an Exzellenz und Leistung bei Beibehaltung von Traditionen in den Gymnasien erhalten bleiben. Und an das anwesende Kollegium gewandt: „Ich habe für das Gymnasium Burgdorf drei Wünsche: Offenheit, Menschlichkeit sowie Selbstbewusstsein und Bescheidenheit im Erfolg. Und bitte fordern sie von den Schülern auch in Zukunft den Verzicht auf Dummheit ein.“