Attraktivität und Erreichbarkeit der Innenstadt auf einem gutem Weg

Martin Reinckens (li.) von der PVB Hannover erklärte der Anliegerversammlung im Saal des Johnny B. den zweiten Bauabschnitt der Burgdorfer Innenstadt-Umgestaltung. Hinterher standen Danielle Frommelt, Martin Stabno, Alfred Baxmann und Rainer Herbst (v. re.) den Fragen und der Kritik der Betroffenen zur Verfügung. (Foto: Georg Bosse)

Stadtverwaltung setzt ab März 2012 den Straßenumbau fort

BURGDORF (gb). Ab März kommenden Jahres soll mit dem zweiten Teil des Stadtstraßenumbaus in der Marktstraße, Post- und Braunschweiger/Uetzer Straße bis hin zur Kreuzung „Schwarzer Herzog“ begonnen werden. Der vorläufige Bauzeitenplan hat sich den Burgdorfer Oktobermarkt 2012 als Ende der Umbaumaßnahmen zum Ziel gesetzt. „Wegen zeitgleicher Asphalt- und Kanalarbeiten werden dann Vollsperrungen nicht zu verhindern sein, die jedoch frühzeitig angekündigt werden“, erklärte Dipl.-Ing. Martin Reinckens von der Planungsgesellschaft VerkehrsBau (PVB Hannover) am vergangenen Mittwochabend anlässlich einer von der Stadt einberufenen Anliegerversammlung im Saal des Johnny B. (Haus der Jugend).
Im Vorfeld der vorgesehenen Umbauarbeiten in der Innenstadt werden noch in diesem Jahr Versorgungsleitungen auf Grund ihres Alters erneuert sowie die schadhafte Kanalisation in der Post- und Braunschweiger Straße in Teilen saniert. „Diese Vorarbeiten sind nicht beitragspflichtig, sodass die Anlieger nicht mit finanziellen Belastungen zu rechnen haben“, besänftigte Burgdorfs Tiefbauamtsleiter Rainer Herbst die betroffenen Anrainer. Insgesamt waren annähernd 100 interessierte City-Anwohner erschienen, um sich ein konkreteres Bild von den geplanten Baumaßnahmen zu machen.
Die Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung der Burgdorfer Innenstadt verfolge den Ausgleich zwischen der Attraktivität für den Einzelhandel sowie der Erreichbarkeit der Innenstadt mit begleitender und gesteigerter Aufenthaltsqualität für Kunden und Bummler, erläuterte Bürgermeister Alfred Baxmann. Dieses Ziel solle durch eine Verjüngung der Tempo 20-Marktstraßenführung auf 6,50 Meter Breite sowie durch neue, in die aufgehellte Fahrspur ragende Buscaps erreicht werden, die dann auch zu einer Verkehrsberuhigung beitragen, so die Vorstellung von Martin Reinckens. „Durch die Einschnürung des Straßenprofils, die Verbreiterung der beiderseitigen Gehwege und die Verwendung von hochwertigem Klinker sowie qualitätsvollen Natursteinplatten auf Höhe Spittaplatz/Rathaus I, die so optisch den Platzcharakter unterstreichen, bekommt die Burgdorfer City ein anspruchsvolles Niveau“, hob der Planer hervor. Mit dieser Neugestaltung tritt dann auf der Marktstraße generell die „Rechts vor links“-Regelung, mit Ausnahme Kleine Bergstraße und Klaukengasse, in Kraft. Überdies wurde auch an sichere Fahrbahnübergänge für Fußgänger gedacht. „Obwohl es in einer Tempo 20-Zone nach StVO nicht üblich ist, wird es auf der Marktstraße drei Zebrastreifen geben. Einen davon als sichere Querungsmöglichkeit vor dem Rathaus I, wo die Passantenfrequenz am höchsten ist“, machte Danielle Frommelt von der Burgdorfer Tiefbauabteilung deutlich.
Im Bereich des Kurvenschwenks „Sannemann“/Poststraße wurden geschwungene Sitzbänke als Ausstattungselemente vorgeschlagen. Weiterhin sind die „Einschnürung“ der Poststraße auf 5,50 Meter Breite sowie Beton-Sitzstufen am Aueufer im Umfeld Knickstraße zur Gestaltung eines „platzartigen Charakters“ geplant. Dies hat natürlich auch alles seinen „Preis“ - für (bequeme) Autofahrer. Auf der Marktstraße wird es künftig nur noch drei Stellplätze nahe „Rossmann/Marktspiegel“ für Behinderte geben und auf der Braunschweiger Straße fallen sieben Abstellmöglichkeiten weg. Dafür wird der gesamte Abschnitt Marktstraße bis zum „Schwarzen Herzog“ zu einer beschilderten, durch Automaten und Parkscheiben (2 Stunden) zeitlich begrenzten Parkzone, in der Be- und Entladen sowie Anhalten zum Ein- und Aussteigen erlaubt sein wird. Unterm Strich seien jedoch durch erweiterte Parkmöglichkeiten auf der Hochbrücke und in der Bahnhofstraße 49 Plätze in Innenstadt-Reichweite hinzugekommen, bilanzierte Rainer Herbst.
Aber was kostet denn nun der ganze Spaß (für die Anlieger)? Dazu hatte der Leiter der Tiefbauverwaltungsabteilung, Martin Stabno, die Zahlen mitgebracht. Die Gesamtmaßnahmekosten belaufen sich auf 1.628.000 Euro, die sich wie folgt zusammensetzen: Fördermittel 553.000 Euro, Anteil Stadt 698.000 Euro und Anteil Anlieger 377.000 Euro. Die Straßenausbaubeiträge werden für die Anlieger in drei Umbauwertigkeitsstufen unterteilt. Die Anrainer der Schlossstraße werden alles in allem mit 24.000 Euro zur Kasse gebeten (Stadt: 8.000 Euro), die Anwohner der Braunschweiger/Uetzer Straße mit 108.000 Euro (Stadt: 74.000 Euro) und die Anlieger der Markt/Poststraße mit insgesamt 245.000 Euro (Stadt 175.000 Euro). Die (genauen) schriftlichen Benachrichtigungen werden den Betroffenen nach dem Ausschreibungsprozedere, voraussichtlich im Sommer 2012, zugestellt.
Alle kritischen Anmerkungen und Anregungen aus dem Kreis der anwesenden Anlieger wurden aufgenommen, protokolliert und werden inhaltlicher Gegenstand der öffentlichen Sitzung des Ausschusses „Umwelt & Verkehr“ am kommenden Dienstag, 20. September, ab 16.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses I an der Marktstraße 55 sein.