Armutsbevölkerung nimmt allgemein zu

Imke Fronia (Verwaltung), Diakon und Master of Social Management Holger Hornbostel sowie Dipl. Sozialpädagogin Grit Schiller (v.l.) waren die kompetenten Gastgeber beim Tag der offenen Tür 2013 in der Tageswohnung Burgdorf. (Foto: Georg Bosse)

„Anker werfen“ können in der Tageswohnung Burgdorf

BURGDORF/REGION (gb). Am vergangenen Mittwoch waren Grit Schiller, Imke Fronia und Holger Hornbostel Gastgeber des Tags der offenen Tür in der Tageswohnung Burgdorf. Die Tageswohnung an der Mühlenstraße 4 ist eine Einrichtung der Diakonie in der östlichen Region Hannovers, die temporäre Beratung, Betreuung und Versorgung von wohnungslosen Frauen und Männern aus den Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze anbietet.
Die Einladung an Menschen, die gerne mal einen Blick in die Tageswohnung werfen wollten, schloss sich der Diakonie-Woche 2013 an, die dieses Mal unter dem Motto „Mit Unterschieden leben - Bei mir ist manches anders“, stand. Der Tag der offenen Tür sei thematisch sozusagen ein Nachklapp zur zurückliegenden Aktionswoche, so der Geschäftsführer des Diakonieverbandes Hannover-Land, Jörg Engmann (Ronnenberg), denn: „Die betroffenen Personen können in der Tageswohnung vorübergehend ihren „Anker werfen“ und dabei so sein, wie sie sind und sein wollen.“ Mit seinem kurzen Grußwort verband Engmann auch den Dank an die anwesende Sprecherin des Förderkreises, Angelika Obst sowie an den Vorstand der Stadtsparkasse Burgdorf, Heiko Nebel: „Ohne das Engagement des Förderkreises, ohne die jährliche finanzielle Zuwendung in Höhe von 2.000 Euro der Stadtsparkasse sowie ohne die Spenden anderer Unterstützer wäre unsere Arbeit nicht möglich. Diese Arbeit kann nur in einem guten Netzwerk geleistet werden.“ Immerhin muss die Burgdorfer Tageswohnung mit 14.000 Euro Personalkosten pro Jahr (co-)finanziert werden.
Zur Unterstützung der mobilen Wohnungslosen gehöre unter anderem auch die bargeldlose Auszahlung des Tagessatzes in Höhe von 12,73 Euro (monatliches ALG II ٪ 30 Tage), erklärte Imke Fronia. Es sind täglich bis zu 35 Betroffene, die in der Tageswohnung um Hilfe nachsuchen. „Darunter immer mehr Personen, die zur so genannten Armutsbevölkerung gezählt werden müssen und denen Wohnungslosigkeit droht. Solche Menschen gibt es auch in Burgdorf“, deutete Imke Fronia an.
Angesichts dieser Entwicklung haben Diakonie und Tageswohnung bereits ein fertiges Konzept für ein Präventions-Projekt in der Pipeline. „Dazu müssen noch Beantragungs- und Verfahrensphasen abgewartet werden“, blieb Jörg Engmann gewollt noch etwas vage.
Um die Arbeit dieser wichtigen sozialen Institution in Burgdorf langfristig zu sichern, werden Spenden dringend benötigt: Kirchenkreisamt Burgdorfer Land; Spendenkonto: 7724 bei Stadtsparkasse Burgdorf, BLZ: 251 513 71; Stichwort: Tageswohnung.