Arbeitskreis kreidet Gewalt an

Setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen: Claudia Ohnesorge vom Nachbarschaftstreff Ostlandring (von links), Anna Rotter vom Jugendamt der Stadt Burgdorf, Bürgermeister Armin Pollehn, die Gleichstellungsbeauftragte Petra Pape, Franziska Bubulla von der Koordinierungstelle Häusliche Gewalt, Uwe Bollbach von der Polizeiinspektion und Johanna Pfizenmaier von der AWO-Frauenberatungsstelle. (Foto: Stadt Burgdorf)

Aktion macht auf das Beratungsangebot des Hilfetelefons für Frauen aufmerksam

Burgdorf (r/fh). Mit Straßenkreide hat der Burgdorfer Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt gut sichtbare Zeichen gesetzt. Auf Fußwege und Plätze haben die Mitglieder Statements geschrieben und dazu die Nummer des bundesweiten Hilfetelefons notiert. Die Aktion fand am 25. November anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen statt, um für das Thema zu sensibilisieren und auf das Unterstützungsangebot aufmerksam zu machen.
Das bundesweite Hilfetelefon ist jeden Tag rund um die Uhr unter (08000) 116016 erreichbar. Es bietet eine kostenlose, anonyme Beratung für von Gewalt betroffene Frauen, Verwandte, Freunde und Fachkräfte. In 17 unterschiedlichen Sprachen geben die Mitarbeiter erste wichtige Hinweise und vermitteln bei Bedarf an Frauenhäuser, Ärzte oder die Polizei weiter. „Hinsehen, aktiv werden, Nummer wählen – nachbarschaftliche Solidarität ist wichtig, um die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder zu schützen“, fordert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Burgdorf Petra Pape. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite
www.Hilfetelefon.de.
Im Jahr 2020 führten die Beraterinnen 51.407 Gespräche, das ist ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bedeutet, dass alle 22 Minuten eine Person um Hilfe gebeten hat. Um 21 Prozent stieg auch die Zahl der Anfragen aus dem sozialen Umfeld der betroffenen Frauen. Viele berichteten, dass sie seit dem Lockdown in der Pandemie mehr Zeit zuhause verbringen und dadurch häufiger Zeugen von Gewaltausbrüchen in der Nachbarschaft werden.
Zudem zeigen die aktuellen Daten des Bundeskriminalamtes (BKA), dass die Gewalt in Beziehungen im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent gestiegen ist. 139 Frauen sind von ihren Partnern getötet worden. Statistisch erleben pro Stunde 13 Frauen Gewalt in ihrer Partnerschaft, alle fünf Minuten wird eine Frau gestalkt, bedroht oder misshandelt. In Deutschland sind im vergangenen Jahr insgesamt 148.031 Fälle angezeigt worden, in Niedersachsen waren es 17.000 Anzeigen. „Und wir wissen, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist“, betont Uwe Bollbach, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Burgdorf.
Ergänzend zum bundesweiten Hilfetelefon bietet die Frauenberatungsstelle der AWO Region Hannover auch vor Ort Unterstützung an. Sie ist unter der zentralen Lehrter Telefonnummer (05132) 823434 erreichbar. „Mit der Frauenberatungsstelle und der Arbeit des Präventionsarbeitskreises haben wir direkt vor Ort sehr gute Angebote zur Unterstützung der betroffenen Frauen und Kinder“, betont Bürgermeister Armin Pollehn, der die Aktion am 25. November unterstützt hat.