Ankunft um 7.35 Uhr in Hannover?

Gemäß dem Vorschlag der beiden Ortsbürgermeisterinnen soll auch in Otze morgens künftig in beiden Fahrtrichtungen eine zusätzliche S6 verkehren. (Foto: Archiv/Franka Haak)

Die Ortsräte Otze und Ramlingen/Ehlershausen haben einen Antrag auf eine zusätzliche S-Bahn-Fahrt in den Morgenstunden gestellt

BURGDORF (fh). Die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr stärken, um den CO2-Ausstoß im Verkehr zu senken - diese Forderung schlägt sich auch im kürzlich vorgestellten Klimapaket der Bundesregierung nieder. Doch wie sollen vor Ort immer mehr Menschen dazu motiviert werden, ihr Auto stehen zu lassen und stattdessen mit der S-Bahn nach Hannover zur Arbeit zu fahren, wenn die Züge zu den Spitzenzeiten morgens und nachmittags schon jetzt überfüllt sind? Diese Frage werfen die Ortsbürgermeisterinnen Ulla Träger (Otze) und Birgit Meinig (Ramlingen/Ehlershausen) auf. Gemeinsam haben sie einen Antrag auf den Weg gebracht, in dem sie ein zusätzliches Fahrtenpaar in den Morgenstunden vorschlagen. "Es handelt sich nicht um die Einrichtung einer zusätzlichen S-Bahnlinie, sondern lediglich um eine einzelne Verstärkerfahrt auf der S-Bahn-Linie 6 in beiden Fahrtrichtungen", betonen sie.
Die Idee: Morgens soll eine zusätzliche S6 aus Richtung Celle um 7.35 Uhr in Hannover ankommen. Bei der üblichen Fahrzeit müsste sie um 7.16 Uhr abfahren (entsprechend früher in Ehlershausen und Otze). "Das hätte den Vorteil, dass sich dann morgens zwischen 6.55 Uhr und 8.15 Uhr alle 20 Minuten in Hannover eine Ankunft aus Burgdorf sowie aus Ehlershausen, Otze und Aligse ergibt", argumentieren Meinig und Träger. Die zusätzliche Fahrt sei besonders für Arbeitnehmer attraktiv, die um 8 Uhr anfangen und deren Arbeitsstelle etwas außerhalb der Innenstadt liege.
In der Gegenrichtung soll eine zusätzliche S-Bahn aus Hannover um 7.43 Uhr in Burgdorf eintreffen, so der Vorschlag der beiden Ortsbürgermeisterinnen. "Eine entsprechende weiterführende Busanbindung vorausgesetzt, könnten sich hierdurch spürbare Verbesserungen für die circa 4000 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen ergeben", schreiben sie.
Die beiden Ortsräte Otze und Ehlershausen haben den Antrag jeweils einstimmig beschlossen. Am Dienstag, 29. Oktober, steht er nun auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Rathaus II, Vor dem Hannoverschen Tor. Danach entscheidet dann abschließend der Verwaltungsausschuss, ob die Stadt Burgdorf den Antrag zur Prüfung bei der Region Hannover einreichen soll, die für den öffentlichen Nahverkehr zuständig ist.
Unterstützung kommt bereits von den Burgdorfer Regionsabgeordneten Rudolf Alker (SPD) und Oliver Brandt (CDU), die auf Grundlage des Antrags eine gemeinsame Anfrage an die Regionsverwaltung stellen.
Zum Hintergrund: Schon seit Jahren gibt es den Vorschlag, den Takt der S6 zu verdichten, sodass es von Ehlershausen, Otze und Burgdorf insgesamt alle 20 Minuten eine Fahrt nach Hannover gibt und ebenso in die Gegenrichtung. Doch ds ist aufgrund der Engpässe am Hauptbahnhof Hannover zumindest kurzfristig nicht möglich. Deshalb hat die Region im vergangenen Jahr beschlossen, die Bahnsteige in Ehlershausen, Otze und Aligse zu verlängern, sodass auf der Strecke zumindest längere Züge mit bis zu drei Wagen eingesetzt weren können. Doch auch das lässt sich voraussichtlich frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 realisieren. In dem zusätzlichen morgendlichen Fahrtenpaar sehen die Befürworter des Antrags deshalb eine Möglichkeit, die Kapazitäten kurzfristig etwas zu erweitern.