Andreas Meyer übernimmt

Die bisherige Otzer Ortsbürgermeisterin Ulla Träger übergibt die Amtskette an ihren Nachfolger Andreas Meyer.
 
Gustav Buchholz rückt für Ulla Träger als Mitglied der CDU-Fraktion in den Ortsrat nach.

Nachdem die bisherige Otzer Ortsbürgermeisterin ihr Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hat, wählt der Ortsrat einstimmig einen Nachfolger

OTZE (fh). Otze hat einen neuen Ortsbürgermeister: Der CDU-Politiker Andreas Meyer übernimmt den Posten von seiner Parteikollegin Ulla Träger, die ihr Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hat. Bei ihrer jüngsten Sitzung haben die fünf Mitglieder des Ortsrates ihn einstimmig gewählt.
So engagiert sich die beiden Fraktionen sonst oft streiten, so sehr demonstrierten sie bei der Personalentscheidung nun Einigkeit: Nicht nur die drei Christ-, sondern auch die beiden Sozialdemokraten in dem Gremium votierten für ihn; zuvor war es sogar die SPD-Ortsratsfrau Nele Petrusjanz gewesen, die Meyer für die Wahl vorgeschlagen hatte. Weil Ulla Träger zugleich auch auf ihr Ortsratsmandat verzichtet hat, ist dafür gemäß der Kommunalwahlliste Gustav Buchholz nachgerückt.
Bei der Kommunalwahl im Herbst 2016 war Träger in den Ortsrat gewählt worden und hatte gleich zu Beginn ihrer lokalpolitischen Laufbahn das Amt der Ortsbürgermeisterin übernommen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren trat sie nicht nur gegenüber der Stadtverwaltung engagiert für die Otzer Interessen ein, sondern packte auch immer mit an, wenn es um die praktische Umsetzung von Projekten ging, mischte beim Kartoffelmarkt und anderen Veranstaltungen mit und hielt Kontakt zu Vereinen und Bürgern. Nun hat sie ihr Amt zur Verfügung gestellt, weil sie in den nächsten Monaten intensiv für ihre Familie da sein möchte.
Seit die Otzer Ortsbürgermeisterin Ulla Träger im vergangenen Herbst Mutter von Zwillingen geworden war, hatte Karl-Heinz Dralle (SPD) sie mehrere Monate lang vertreten. „Nun zeichnete sich aber ab, dass ich meine Funktion auf absehbare Zeit nicht wieder voll ausfüllen kann“, begründet Träger ihre Entscheidung und ergänzt: „Wenn ich etwas mache, dann auch richtig. Dem könnte ich im Moment nicht gerecht werden.“
Auf einen großen Abschied musste sie angesichts der Corona-Epidemie verzichten: Um Abstand wahren zu können, war die Ortsratssitzung vom Altenteilerhaus in die Otzer Sporthalle verlegt und die Zuschauerzahl begrenzt worden. Vor deutlich kleinerem Publikum als sonst bei Ortsratssitzungen in Otze üblich, bedankte sich Bürgermeister Armin Pollehn für ihr Engagement. „Wenn ich zu einer Veranstaltung in der Ortschaft gekommen bin, warst du immer aktiv, hast Bier gezapft, Brote geschmiert oder Kartoffelsalat gemacht. Das zeichnet eine Ortsbürgermeisterin aus, die anpackt“, beschrieb Pollehn. Doch Träger wisse auch politisch zu überzeugen und wenn ihr etwas am Herzen liege, bleibe sie dran und lasse nicht locker. „Das habe ich selbst oft zu spüren bekommen, wenn wir uns getroffen oder telefoniert haben“, ergänzte er. Mit gebührend Abstand, den Arm weit ausgestreckt, überreichte er ihr anschließend eine offizielle Urkunde. „Ich würde dir gern die Hand schütteln oder dich in den Arm nehmen, aber das geht ja im Moment leider nicht“, konstatierte er.
Und auch der SPD-Ortsratsherr Karl-Heinz Dralle, der politischem Streit mit ihr nie aus dem Weg gegangen ist, fand lobende Worte für Ulla Träger. „Dass wir auch mal hitzig debattiert haben, ist doch logisch, das liegt in der Natur der Sache. Wir gehören ja schließlich zu unterschiedlichen Fraktionen“, sagte er und räumte ein: „Aber du hast dich immer vehement für den Ort eingesetzt und immer versucht, das Beste für Otze rauszuholen.“ Mit einem Nachsatz brachte er seine Anerkennung dann noch einmal ganz besonders zum Ausdruck: „Vielleicht kommst du ja mal wieder in den Ortsrat zurück. In anderthalb Jahren sind schließlich Kommunalwahlen.“
Als sie selbst anschließend die Amtskette an Andreas Meyer weitergab, musste Ulla Träger mehrmals ansetzen, weil immer wieder Tränen ihre Stimme erstickten. „Das ist schon sehr sentimental“, gab sie zu. Doch dann atmete sie einmal tief durch und überreichte ihrem Nachfolger mit einem Augenzwinkern auch noch eine Flasche Wein. „Das ist für die Stunden, die in deinem Amt sicher auch mal auf dich zukommen werden.“, erklärte sie.
Der neue Ortsbürgermeister Andreas Meyer würdigte anschließend seinerseits den Einsatz seiner Vorgängerin und schloss: „Du hinterlässt mir große Fußstapfen. Ich versuche, mir die Schuhe anzuschaffen, um darin zu laufen. Mit der Unterstützung des Ortsrates und guter Zusammenarbeit mit der Verwaltung werden wir die nächsten anderthalb Jahre hoffentlich gut meistern.“