„An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld“

Avi Primor, ehemaliger Botschafter des Staates Israel, wird den Vortrag anlässlich der Gedenkfeier zum 9. November halten. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

Ehemaliger israelische Botschafter Avi Primor hält Vortrag

BURGDORF (r/jk). „Lernen in Frieden zu Leben“ ist die Überschrift zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 9. Novembers. Im Rahmen der Gedenkfeier wird Avi Primor am Mittwoch, 10. November, ab 19.30 Uhr
in der Burgdorfer St. Pankratiuskirche einen Vortrag halten. Die Moderation des Abends übernimmt Superintendent Dr. Ralph Charbonnier. Vor seinem Vortrag in der Pankratiuskirche wird sich Primor mit Bürgermeister Baxmann, Pastor i.R. Rudolf Bembeneck und Superintendent Ralph Charbonnier den Gedenkfries im Ratssaal des Schlosses ansehen.
Avi Primor war von 1993 bis 1999 der Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Er kennt die deutsche Geschichte besser als viele Deutsche und hat sich ein freies Urteil gegenüber der Politik seines Heimatlandes bewahrt. Sein Vortrag wird ein Plädoyer für ein freieres Verhältnis zwischen Deutschen und Juden sein. Zusammen mit der Journalistin Christine von Korff legt er in seinem neuen Buch „An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld“ offen, was Antisemitismus heute ist - und was nicht. Primor schreibt, dass der ausgesprochene Antisemitismus in Europa insgesamt im Abnehmen begriffen sei. Es gebe jedoch einen neuen: „Es ist der Antisemitismus eines Teils der neuen Europäer oder Immigranten, die noch keine Europäer sind.“
In der anschließenden Diskussion wird Avi Primor darauf eingehen, mit welchen Bildungsbemühungen auf Antisemitismus reagiert werden kann.
Veranstalter ist die Evangelische Stadt- und Regionalakademie im Sprengel Hannover e.V. in Kooperation mit dem Kirchenkreis Burgdorf, dem Antikriegshaus - Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V. und dem Arbeitskreis Gedenkweg 9. November Burgdorf.