Amnesty holt Menschenrechtsverletzungen ans Licht

Martin Roger, Moderator Otto Ludwig, Detlef Horster und Ralph Charbonnier (v. li.) im Burgdorfer Schloss anlässlich des 35-jährigen Bestehens der ai-Ortgruppe Burgdorf/Burgwedel („1005“). (Foto: Georg Bosse)

Anspruch und Wirklichkeit sind noch weit voneinander entfernt

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Der Termin hätte mit seinem aktuellen Bezug nicht eindringlicher gewählt werden können. Nur wenige Stunden nach der Hinrichtung von Troy Davis im US-Bundesstaat Georgia fand im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Menschenrechte - Anspruch und Wirklichkeit“ statt. Anlass war das 35-jährige Bestehen der Amnesty International-Ortsgruppe Burgdorf/Burgwedel (ai-„1005“).
Dazu konnte ai-Gruppensprecherin Erika Büchse den Beauftragten für politische Flüchtlinge, Martin Roger, und Prof. Dr. Detlef Horster von der Leibniz-Universität Hannover, den Superintendenten des Kirchenkreises Burgdorf, Dr. Ralph Charbonnier, sowie den Mitbegründer der ai-Gruppe Hannover-Nord/Ost (Burgdorf, Burgwedel, Wedemark, Isernhagen, Uetze und Umgebung), Prof. Dr. Otto Ludwig (Burgwedel), der auch die Moderation übernommen, begrüßen. Der angekündigte, neue ai-Generalsekretär Wolfgang Grenz musste der Veranstaltung wegen einer Trauerfeier fern bleiben.
„Mit großem Engagement und zäher Beharrlichkeit bemüht sich Amnesty International die universellen, aber häufig unterdrückten Menschenrechte aus dem Dunkeln des Schweigens ans Licht zu bringen“, würdigte Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann die weltweit größte Menschenrechtsorganisation vor gut 70 Gratulanten und Zuhörern.
Bei den Anfängen in Burgwedel sei man mit Herzblut für Gefangene eingetreten, denen großes Unrecht geschehen sei, so Otto Ludwig. Weil aber auch noch heute den drangsalierten Menschen beigestanden werden muss, forderte Martin Roger die Einrichtung eines internationalen Staatsgerichtshofes. Ralph Charbonnier bezeichnete die ai-Aktivisten als Friedensstifter im besten biblischen Sinn.
Die Arbeit für Amnesty verlangt jedoch andauernd langen Atem. Denn beim Thema „Menschenrechte“ gibt es noch jede Menge zu tun. Anspruch und Wirklichkeit klaffen, wie bei dem jüngsten Fall in den Vereinigten Staaten, immer noch weit auseinander. Kontaktaufnahmen zur Gruppe „1005“ von Amnesty International (Hannover-Land Nord/Ost) sind über die Burgdorfer Telefonnummer 05136/1500 oder per Email: kontakt@ai-1005.de möglich.