Als Schicksalsgemeinschaft schlagkräftig aufstellen

Zu dem zu erwartenden Mehraufkommen beim schienengebundenen Güterverkehr fordern die Bürgermeister der Kommunen Burgdorf, Lehrte und Sehnde klare Auskünfte von der Deutschen Bahn. Nachts könnten in diesem Jahr schon bis zu 90 Züge durch den Burgdorfer Bahnhof donnern. (Foto: Georg Bosse)

Burgdorf, Lehrte und Sehnde positionieren sich gemeinsam gegenüber DB und TenneT

BURGDORF/LEHRTE/SEHNDE (gb). Zu einem Gedankenaustausch, zu den die Ostregion tangierenden Großprojekten „SuedLink“ (TenneT) und „Y-Trasse“ (Deutsche Bahn) sind am vergangenen Donnerstag die drei Bürgermeister der betroffenen Kommunen, Alfred Baxmann (Burgdorf), Klaus Sidortschuk (Lehrte) und Carl Jürgen Lehrke (Sehnde), im Rathaus IV zusammengekommen.
Sinn und Zweck dieser Gesprächsrunde war, sich gegenseitig über den jeweiligen Sachstand zu informieren und dem beginnenden St. Floriansprinzip, „wasch` mich, aber mach mich nicht nass“, zwischen den sich formierenden und bereits bestehenden Bürgerinitiativen (BI) gegen die geplante Stromtrasse SuedLink und gegen die befürchtete Lärmbelastung durch einen erheblich erhöhten DB-Gütertransport auf neuen oder bestehenden Schienenführungen gemeinsam entgegenzutreten. „Burgdorf, Lehrte und Sehnde bilden bezüglich beider Vorhaben eine Schicksalsgemeinschaft und wollen sich gegen die Raumansprüche von Deutscher Bahn und TenneT im Interesse ihrer über 90.000 Bürgerinnen und Bürger schlagkräftig in Stellung bringen. Ohne dabei die Grundsätzlichkeit des erhöhten Gütertransports sowie des erforderlichen Stromtransfers im Rahmen der politisch gewollten und beschlossenen Energiewende in Frage zu stellen“, so Baxmann. Gemeinsames Problem für die Verwaltungen und die Kommunalpolitik sei aber die mangelnde Transparenz bei den Planzielen von DB und TenneT. „Wir fordern, dass wir die Auswirkungen der verschiedenen Szenarien klar aufgezeigt bekommen. Denn konkrete Forderungen unsererseits können erst formuliert werden, wenn die Planziele bekannt sind. Aber es kann schon gesagt werden, dass die Belastungsgrenzen in Burgdorf, Lehrte und Sehnde weitestgehend erreicht sind“, wurde Klaus Sidortschuk deutlich. „Dass dabei Siedlungsstrukturen zerschnitten werden sollen und die Nachentwicklung bei der städtebaulichen Verdichtung erschwert oder gar unmöglich gemacht werden, ist nicht akzeptabel. Hier ist eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung notwendig“, fügte Carl Jürgen Lehrke hinzu.
Inzwischen sei die Debatte um die Y-Trasse zum Dialogforum „Schiene Nord“ geworden, zu dem insgesamt 80 Mandatsträger, Organisationen, Verbände und Vereine aus der Region Hannover gehören, erklärte Jan-Hinrich Brinkmann von der Burgdorfer Stadtplanungsabteilung. Dem Gremium gehören für die Regionskommunen die Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (Wunstorf), Helge Zychlinski (Wedemark) und Alfred Baxmann (Burgdorf) an. Ein erstes Treffen soll Anfang März stattfinden. „Ob Neu- oder Bestandsausbauten der Strecke(n) kann den Kommunen eigentlich schnuppe sein. Anzunehmen ist, dass die DB in diesem Jahr nachts bis zu 90 Güterzüge auf die Schiene bringen wird, für die auch die bisherigen Lärmschutzmaßnahmen ausgelegt sind. Sicher ist, dass so oder so das Mehraufkommen und ein Geräuschpegel zwischen 45 und 60 Dezibel (dB) den Schlaf von Anwohnern des schienennahen Raumes beeinträchtigen können. Sollte der schienengebundene Güterverkehr später sogar auf 180 Züge steigen, wird die Geräuschbelästigung trotz möglicher Lärmschutzwände noch weit darüber hinaus gehen“, legte Brinkmann dar.