Als Burgdorfer Bauern gegen die Brauer aufbegehrten

Ob „Tischlein deck Dich“ oder einfach nur ein Einkaufsbummel, die vielfältigen Angebote in der Burgdorfer Innenstadt wurden sehr gut angenommen. (Foto: Georg Bosse)

Thementag „Burgdorf schreibt Geschichte“ war ein Publikumsmagnet

BURGDORF (gb). Die gebündelten Kräfte Aktionskreis Einkaufsstadt Burgdorf (AKEB), Stadt Burgdorf, Stadtmarketing Burgdorf (SMB) sowie der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) haben mit ihren Angeboten und Programmen zum vergangenen Verkaufsoffenen „Themen“-Sonntag den vorläufigen Höhepunkt im Mottojahr „Burgdorf schreibt Geschichte“ gesetzt. Trotz anfänglichen Regens „tröpfelten“ im Laufe des Tages nach und nach immer mehr Besucher in die Stadt, die zahlreich über den 33. Kunstmarkt auf dem Spittaplatz schlenderten, die autofreie Marktstraße zur Flaniermeile machten oder an der langen historischen Kaffeetafel miteinander prompt ins Plaudern gerieten.
Historisch ging es für über 150 Gäste auch beim mobilen „Stadttheater“ zu. Das Ensemble aus jugendlichen Laiendarstellern der Theatergruppe des Johnny B. (Haus der Jugend) sowie aus Schauspielern der VVV-Theatertruppe unterhielten das Publikum mit einer Zeitreise zurück in die Vergangenheit von Burgdorf. Vier Gewinnerinnen eines Preisrätsels waren eingeladen, mit der Zeitmaschine von Dr. Dr. Knopf prägende Geschehnisse in der Stadt nachzuerleben. Vom Garten der Superintendentur aus tourte die Reisegruppe mit ihren Zuschauern zum Burgdorfer Schloss, hinter das Rathaus I vis á vis der „Pfarrwitwe“ und ans Brandende, um beispielsweise den so genannten „Bierkrieg“ von 1564, als Burgdorfer Bauern gegen die Brauer und die Obrigkeit aufbegehrten, oder den Stadtbrand von 1809 szenisch vorzuführen.
Begonnen hatte der große Thementag zum Verkaufsoffenen Sonntag allerdings im Historischen Rathaus I an der Marktstraße 55, wo Bürgermeister Alfred Baxmann die Ausstellung des Thönser Wildtiermalers Werner Siemers „naturnah“ eröffnete. „Bereits im 13. Jahr bringt „Kunst im Rathaus“ sehenswerte Malerei in den Alltag der Menschen. Auch mit dem Novum „Wildtiermalerei“ mit Motiven aus heimischen Revieren sowie Porträts der Fauna aus Afrika, Asien und Nordamerika ist dies Werner Siemers hervoragend gelungen“, würdigte Baxmann die Schau, die noch bis Freitag, 4. November, zu sehen ist. Anknüpfend daran, ließ der Künstler seine Bilder sprechen.
Unweit der Ausstellung, zwischen Kreisel und St. Pankratiuskirche, hatten der Verein Burgdorfer Pferdeland und die Jägerschaft Burgdorf ihren gemeinsamen Informationsstand eingerichtet. Und gegenüber in der Kundenhalle der Stadtsparkasse Burgdorf (SSK) stellte die Malerin Doris Kissel aus Ehlershausen ihre „Ansichtssachen“ zur visuellen Disposition.
„Eigentlich hätten wir uns freundlicheres Wetter gewünscht, aber Burgdorf schreibt keine „Schönwetter“-Geschichte“, hatte der Bürgermeister von der Rathaustreppe aus verkündet. Dem folgte eine ohrenbetäubende Gewehrsalve von zwei „Schwarzen“ aus dem Herzoglich-Braunschweigischen Feldcorps („Schwarzer Herzog“). Dieser Knall schien aber den Effekt zu haben, dass die Sonne endlich aufwachte und „Burgdorf schreibt Geschichte“ anschließend noch einen heiteren und sommerlichen Septembersonntag bescherte.
So wurde es für die unzähligen Besucher doch noch zu einem Vergnügen, durch die Burgdorfer Altstadt zu bummeln, einen Blick auf das Biwak der „Herzoglich-Braunschweigischen“ zu werfen, sich im Feld- und Heerlager der „Filii Leonis“ (Söhne des Löwen) umzuschauen, auf der Oberen Marktstraße den „Buckskinners“ um Jochen Lahmann aus Otze beim Axtwerfen und Bogenschießen zuzusehen und hiernach an den Mittelalterständen vorbei zu promenieren. Und auch die dem AKEB angeschlossenen Einzelhändler der Auestadt waren mit der Kundenfrequenz letztendlich zufrieden.