"Allzeit bereit und auf alles vorbereitet"

Erhielten bei der Jahreshauptversammlung in Heeßel neue Dienstgrade: Sonja Taupadel (von links), Constantin Lübbe, Katharina Engelke, Nikola Mahnke, Christoph Grotjahn, Daniel Mollenhauer und Leander Großart.
 
Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer verleiht die neuen Dienstgrade.

Bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Heeßel gibt es viel Lob für die Ausbildung der Mitglieder

HEESSEL (fh). Vom Brand einer Gartenlaube über Wasserschaden und Tierrettung bis hin zum Sonnenschirm, der sich bei Wind vom Balkon gelöst hatte und aufs Dach geflogen war – im Jahr 2019 wurde die Heeßeler Ortsfeuerwehr zu 29 ganz unterschiedlichen Einsätzen gerufen. „Sie müssen nicht nur allzeit bereit sein, sondern auch auf alles vorbereitet“, kommentierte der Erste Stadtrat Michael Kugel bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr in der ersten Januarwoche vor etwa 60 Gästen im Feuerwehrhaus in Heeßel.
Zur Zeit hat die Ortsfeuerwehr 48 Mitglieder in der Einsatzabteilung sowie neun Alterskameraden, zehn Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und 16 in der Kinderfeuerwehr. Weil die Aktiven nie wüssten, wann und wie sie das nächste Mal gebraucht würden, müssten sie ihren Ausbildungsstand kontinuierlich hochhalten. „Auch für Szenarien, die nur selten vorkommen und mit denen Sie nicht unbedingt rechnen“, betonte Kugel und fügte hinzu: „Dieser besonderen Anforderungen stellen Sie sich alle immer wieder in Ihrer Freizeit.“
Und tatsächlich kamen in Heeßel zu den Einsätzen noch 35 Ausbildungsdienste und sechs Einsatzübungen hinzu. Als Besonderheit hat die Heeßeler Feuerwehr im vergangenen Jahr zwei Brände in Burgdorfer Gebäuden simuliert – zum einen in der Weststadt-Reha, zum anderen auf dem ehemaligen Kerpen-Gelände an der Gartenstraße. „In unserem Feuerwehrhaus kennen wir alles aus dem Effeff. Wenn wir im Ernstfall in eine Wohnung kommen, wissen wir aber nicht unbedingt, dass die Küche vorne rechts ist und die Rettungswege sind vielleicht viel länger, als sie es im Idealfall sein sollten“, betonte der stellvertretende Ortsbrandmeister Reinhard Nicks. Deshalb seien solche Übungen unter realistischen Bedingungen so wichtig.
Bei der Jahreshauptversammlung zeigte er zur Veranschaulichung mithilfe eines Beamers Fotos. „Man sieht gut, wie unübersichtlich es schnell wird, wenn ein paar Schläuche vor dem Haus liegen. Gerade im Dunkeln sind das echte Stolperfallen“, so Nicks. Eine Neuanschaffung aus dem Jahr 2019 freue ihn deshalb ganz besonders: Die Ortsfeuerwehr Heeßel hat einen sogenannten Powermoon erhalten – eine spezielle Lampe, mit der sich Einsatzstellen besonders gut ausleuchten lassen.
Ebenfalls zur Arbeitserleichterung soll das neue Türöffnungsset inklusive Druckluftfräser beitragen, das der Förderverein gesponsert hat. Denn auch die Heeßeler Feuerwehr wird immer wieder gerufen, wenn der Verdacht besteht, dass Alleinstehende in ihrer Wohnung auf Hilfe angewiesen sind, beispielsweise aufgrund eines Herzinfarktes oder anderer gesundheitlicher Notfälle.
Und nicht nur an den regulären Ausbildungsdiensten nahmen die 48 aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr teil – einige von ihnen haben auch wieder spezielle Lehrgänge absolviert. Uns so konnte Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer drei Frauen und vier Männern neue Dienstgrade verleihen: Leander Großart wurde nach erfolgreicher Truppmann-Ausbildung zum Feuerwehrmann ernannt, Nicola Mahnke und Sonja Taupadal zu Oberfeuerwehrfrauen, Daniel Mollenhauer zum Oberfeuerwehrmann, Constantin Lübbe zum Hauptfeuerwehrmann, Christoph Grotjahn zum Ersten Hauptfeuerwehrmann und Katharina Engelke zur Löschmeisterin. Ortsbrandmeister Karsten Lübbe wurde außerdem von der stellvertretenden Abschnittsleiterin Regina Lehnert für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Von den insgesamt 10.809 Dienststunden im vergangenen Jahr absolvierten die Mitglieder 1033 bei Einsätzen und 2280 auf Ausbildungen und Lehrgängen. Dass somit etwa 7500 Stunden auf alle möglichen anderen Aktivitäten entfielen, zeigt , wie vielfältig das Engagement der Feuerwehr ist – ob das nun der Dienstsport ist, die Betreuung der Kinder- und Jugendfeuerwehr, Wettkämpfe oder auch die Ausrichtung von Veranstaltungen wie beispielsweise dem Osterfeuer und dem Laternenumzug. „Wir sind stolz, eine sehr gut ausgebildete Feuerwehr zu haben und froh, dass ihr uns schützt“, sagte Ortsvorsteher Heiko Reißer und fügte hinzu: „Es ist toll, dass ihr auch darüber hinaus immer bereit seid, euch für den Ort einzusetzen.“