Ackerbau und Klimawandel

Monika Reißer und Landwirt Cord-Heinrich Schweer von der CDU Burgdorf übergeben der Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast einen Blumenstrauß.

Diskussion mit der Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast

Burgdorf (fh). Wie lassen sich Trinkwasserversorgung und Feldbewässerung auch in trockenen Sommern in Einklang bringen? Um diese Frage ging es bei einem Besuch der Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast (CDU) auf dem Hof von Cord-Heinrich Schweer in Hülptingsen. „Die Wassernutzung und insbesondere die Feldberegnung werden immer mehr zum Konfliktfeld“, so die Ministerin.
Um den Ackerbau trotz des Klimawandels auch in heißen und trockenen Jahren langfristig sicherzustellen, müsse dringend die Speicher- und Rückhaltetechnik ausgebaut werden. Die Idee dahinter: Wenn es viel regnet, könne das Wasser gesammelt werden, um es später in Trockenperioden zu nutzen. „Wir können unsere Landwirtschaft in dieser Region nicht ohne Beregnungskonzepte in die Zukunft führen“, so Otte-Kienast. Das bestätigte Landwirt Cord-Heinrich Schweer. „Wir beregnen nicht zur Ertragsmaximierung, sondern um auf den sandigen Böden hier überhaupt Ackerbau betreiben zu können“, betonte er.
Ekkehard Fricke vom Fachverband Feldberegnung prognostizierte, dass der Bedarf infolge des Klimawandels sogar noch deutlich steigern werde. Er gehe davon aus, dass sich die Wassermenge für die Feldberegnung in den nächsten Jahren annähernd verdoppeln werde. Wo nicht ausreichend Grundwasser zur Verfügung stehe, müsse über Alternativen nachgedacht werden, beispielsweise die Nutzung von gereinigtem Wasser aus den Kläranlagen. Darüber hinaus sprach auch er sich für den Bau von Wasserspeichern aus.
Zudem forderte er, sich politisch und gesellschaftlich auf eine Rangfolge bei der Wassernutzung zu einigen. „An erster Stelle steht das Trinkwasser, das ist unstrittig. Aber gleich danach kommt aus unserer Sicht die Nahrungsmittelversorgung und damit auch die Feldberegnung“, so sein Plädoyer. Andere Bedürfnisse müssten dahinter zurückstehen, wie beispielsweise das Befüllen privater Pools.
Der Geschäftsführer des Wasserverbands Peine, Olaf Schröder, betonte, dass er diesbezüglich bereits einen Bewusstseinswandel erlebe. „In den beiden Trockenjahren haben viele Menschen eine Ahnung davon bekommen, was es bedeutet, wenn es kein Wasser mehr gibt. Das hat eine größere Sensibilität für dieses Thema geschafften“, zeigte er sich zuversichtlich. Von Landwirten und Beregnungsverbänden forderte er, die Effizient bei der Feldbewässerung zu erhöhen, um den Grundwasserkörper so wenig wie möglich zu belasten. „Bevor Sie die Entnahmemenge verdoppeln, muss sichergestellt sein, dass jeder Tropfen bei den Pflanzen ankommt“, so Schröder.
Den Termin auf dem Hof Schweer hatte die CDU-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, Christine Karasch, initiiert. Sie warb für Kooperationen zwischen Landwirten, Beregnungsverbänden, Wasserversorgern und Verwaltung als wichtigen Ansatz zur Problemlösung.