Abschied nach 24 Jahren

Matthias Paul wird Berufsschulpastor in der Region Hannover. (Foto: Dethard Hilbig)

Matthias Paul verlässt die St.-Paulus-Gemeine und tritt eine Stelle als Berufsschulpastor an

Burgdorf (fh). Nach rund 24 Jahren verlässt Pastor Matthias Paul die Burgdorfer St.-Paulus-Gemeinde und wird voraussichtlich im Februar eine neue Stelle als Berufsschulpastor antreten. Fest stehe schon, dass er an einer Schule in der Region Hannover arbeiten werde - welche es sein wird, entscheide sich nach den Sommerferien. "Das ist für mich eine Chance, vor dem Ruhestand noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen", begründet der 55-Jährige.
Dabei knüpft er durchaus an seine bisherige Tätigkeit an. "Die Zusammenarbeit mit den Schulen war ein Schwerpunkt für mich, vor allem mit dem nahe gelegenen Gymnasium und zuletzt auch mit der Realschule", sagt Paul. Die Arbeit mit den jungen Menschen bei Projekten und der Vorbereitung von Schulgottesdiensten habe ihm viel Spaß gemacht. "Ich freue mich darauf, mich diesen Dingen nun noch intensiver widmen zu können", so Paul. Ganz besonders reizvoll finde er dabei das breite Spektrum an den Berufsschulen: Er werde mit Schülern des beruflichen Gymnasiums ebenso zu tun haben wie mit Jugendlichen in der Berufsvorbereitung und Auszubildenden ganz unterschiedlicher Branchen.
Dabei warten auch neue Aufgaben auf ihn: So wird er künftig 16 Wochenstunden Religionsunterricht geben. "Natürlich kann ich dabei Erfahrungen beispielsweise aus der Begleitung der Konfirmanden einbringen. Und es gehörte auch zu meiner Vikariatsausbildung vor mehr als 20 Jahren, mich auf eine Lehrtätigkeit an der Schule vorzubereiten", betont er. Die Notenvergabe und einige weitere Aspekte seien Neuland hingegen Neuland für ihn. "Aber ich bin ja noch jung. Da werde ich mich schon einarbeiten", sagt er mit einem Augenzwinkern. Zusätzlich zum Unterricht werde er sich um die Schulseelsorge kümmern und könne eventuell auch Vertretungen in Kirchengemeinden übernehmen.
Auf die neue Aufgabe freue er sich - gleichzeitig sei er für die Zeit in der St.-Paulus-Gemeinde dankbar. "Mit einem tollen Team haben wir viel geschafft", sagt er rückblickend. Durch ihre Orientierung am Gemeinwesen habe sich die Kirchengemeinde zu einem bundesweiten Modell entwickelt. "Darauf können wir miteinander stolz sein", unterstreicht er.
Das hebt auch die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Annegret Oelschlägel hervor. "Pastor Matthias Paul war immer auch als Kämpfer für die Belange der Menschen in der Südstadt unterwegs, dafür gut vernetzt in der Stadtgesellschaft und stets um produktive Lösungen und ein gutes Ergebnis für die Menschen vor Ort bemüht", lobt sie. Und Superintendentin Sabine Preuschoff hebt hervor, dass Paul die Kirchengemeinde über viele Jahre geprägt habe. "Er hat die Möglichkeiten dieser Gemeinde erkannt und bedeutsame diakonische Projekte auf den Weg gebracht", ruft sie in Erinnerung.
Matthias Paul tritt seine neue Stelle nur wenige Monate nach seiner Frau Susanne an, die bereits zum 1. August von der Martin-Luther-Gemeinde Ehlershausen zur Landeskirche nach Hannover wechselt, wo sie die Leitung des Frauenwerks übernimmt. "Unser Lebensmittelpunkt bleibt aber in Burgdorf", versichert Paul. Aufgrund des beruflichen Wechsels ist das Paar kürzlich aus Ehlershausen in die Kernstadt gezogen.
Seit der Kommunalwahl 2016 sitzt Matthias Paul für die SPD im Rat. Im vergangenen Jahr hatte er für seine Partei auch als Bürgermeister kandidiert, war in der Stichwahl aber seinem CDU-Kontrahenten Armin Pollehn unterlegen. "Mein lokalpolitisches Engagement möchte ich fortsetzen und vielleicht auch noch verstärken", kündigt Matthias Paul an.

Zur Person

Matthias Paul wurde in Soltau geboren, studierte Theologie in Marburg/Lahn und Göttingen. In den Kirchenkreis Burgdorf kam er als Kandidat des Predigtamtes in der Martin-Luther-Gemeinde Ehlershausen–Ramlingen–Otze. Seit 1997 ist er Pastor der Burgdorfer Paulus-Gemeinde und hat vielfältige kirchliche und kommunale Funktionen übernommen. Mit seiner Frau Susanne hat er zwei erwachsene Kinder.