1310 bis 2010: Sorgensen feierte 700-jähriges Dorfjubiläum

Mit dem Start zum Luftballon-Weitflugwettbewerb auf der Wiese hinter „Lüttjes Café“ nahm das Sorgenser Fest zum 700-jährigen Dorfjubiläum seinen abwechslungsreichen Lauf. (Foto: Georg Bosse)

Zweitägiges Fest brachte „alte“ Sorgenser und Neubürger einander näher

SORGENSEN (gb). Burgdorfs Ortsteil Sorgensen hat am am vergangenen Wochenende zwei Tage lang sein 700-jähriges Dorfjubiläum gefeiert. Dort, wo einst Sachsen und Langobarden siedelten, hatte der erst jüngst gegründete „Bürgerverein Sorgensen“ ein gelungenes Fest auf die Beine gestellt, an dem „alte“ Sorgenser und ihre neue Nachbarschaft den Augenblick nutzten, um sich näher kennenzulernen.
Die Ortsbezeichnung Sorgensen sei seit 1750 verbürgt, sagte Ortsvorsteher Walter Degenhard zum Beginn der Veranstaltung. Er blickte auf die bewegte und teils „blutrünstige“ Geschichte Sorgensens zurück, bevor der Landfrauenchor Burgdorf und das Bläsercorps der Jägerschaft Burgdorf die zahlreichen Gäste mit ihrem Gesang und Spiel wieder in die Gegenwart zurück holten. Der Sorgenser Jäger Werner Kreutzer nahm das Jubiläumsfest zum Anlass, um im Namen seiner Kollgen dem Ort eine massive Bank zu stiften, die an diesen denkwürdigen Tag erinnern soll. Für die Stadt Burgdorf erwies die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Weilert-Penk Sorgensen ihre Referenz: „Sorgensen ist ein liebenswerter Ort, in dem Dorfgemeinschaft gelebt und gefeiert wird.“ Auch Albert Schrader jr., Ortsbrandmeister von Dachtmissen, unterstrich mit seinem kurzen Grußwort die Verbundenheit der beiden benachbarten Dörfer. Außerdem unter den Gästen: Der Burgdorfer Ratsvorsitzende und Ortsbürgermeister von Ramlingen/Ehlershausen, Klaus-Dieter Walter, Ortsbürgermeister Ernst-August Thieleking aus Schillerslage, der Pferdeland-Vorsitzende Barthold Plaß, der VVV-Vorsitzende Karl-Ludwig Schrader sowie die Ratsherren Michael Fleischmann (Linksbündnis), Kurt-Ulrich Schulz (WGS) und Gerald Hinz (SPD).
So abwechslungsreich wie sich der frühe Septemberhimmel über Sorgensen zeigte, war auch das Unterhaltungs-, Mitmach- und Musikprogramm auf der Festwiese hinter „Lüttjes Café“. Die Musikdarbietungen wurden von der Stadtsparkasse Burgdorf mit einem Betrag in Höhe von 800 Euro finanziell unterstützt. Und fast alle Sorgenser hatten Kuchen- und Sachspenden beigesteuert, was der Bürgervereins-Vorsitzende Dirk Schwerdtfeger auch ausgiebig zu würdigen wusste.
Der eigentliche Start zum ausgelassen Dorfjubiläum war jedoch der Moment, in dem zahlreiche Luftballons zum Weitflugwettbewerb in den blauweißen Himmel stiegen. Danach gab es kein Halten mehr. Kinder und Jugendliche kickten im Soccer-Court des SV Sorgensen, der Schützenverein brachte einen nicht ganz ernst gemeinten Walking-Biathlon auf den Weg und die „Lüttjen“ der Jugendwehr Dachtmissen/Otze/Weferlingsen (DaOWe) demonstrierten ihr Können.
Festliche Höhepunkte am Sonntag waren der gemeinsame Open air-Gottesdienst mit den Burgdorfer Pfadfindern, die in Sorgensen beheimat sind und in diesem Jahr auf eine 30-jährige Entwicklung zurückblicken können, sowie der große Festumzug mit geschmückten Erntewagen und dem Fanfarencorps „Wikinger“ Burgdorf.