125 Jahre „Immergrün“

Zu Beginn standen alle Sängerinnen und Sänger gemeinsam auf der Bühne.
 
Günther Lahmann hielt das Zepter in all den Jahren immer für die Herren hoch.

Männergesangverein startet musikalisch und schwungvoll ins neue Lebensjahr

VON DANA NOLL

NEUWARMBÜCHEN. 125 Jahre Männergesangverein des NGV Immergrün – das musste gefeiert werden! Im Haus der Begegnung kamen am vergangenen Sonntag zahlreiche Gäste zusammen, die den Jubilaren nicht nur gratulieren, sondern auch ihre wundervollen Stimmen hören wollten. Mit einem kleinen Jubiläumskonzert und anschließendem Grillen wurde Geburtstag gefeiert. Ortsbürgermeisterin Maren Becker überbrachte im Namen vom Ortsrat Glückwünsche und überreichte ein „Flachgeschenk“.
Angefangen hat alles mit einem ganz natürlichen, menschlichen Bedürfnis, dem Wunsch nach Geselligkeit. Und so fanden sich 1893 einige Männer aus Neuwarmbüchen zusammen, um in ihrer Freizeit gemeinsam zu singen.
Hofbesitzer und Gastwirt Otto Plinke reichte den Satzungsentwurf beim Landrat in Burgdorf ein, in dem es hieß, „Ein Hauptbestreben des Vereins soll ... darin bestehen, seinen Mitgliedern und Zuhörern durch seine Gesangesvorträge die Liebe zu Gott, König und Vaterland zu wecken ...“ Religiöse und politische Streitigkeiten dürften im Verein nicht zur Sprache kommen. Mitglied könne „jeder unbescholtene Mann werden, sobald er das 18. Lebensjahr vollendet hat“. Am 27. Dezember 1893 war er dann gegründet: Der "Männergesangverein Immergrün zu Neuwarmbüchen"!
Erster Chorleiter wurde der damalige Schulleiter August Brinkmann – ein Markenzeichen des Chores. Denn mehr als 90 Jahre lang wurde das Amt des Chorleiters immer vom Schulleiter besetzt. Heinrich Döpke wurde als Vorstand in seinem Amt bestätigt - das er 27 Jahre lang bis 1924 – innehatte und Plinke's Gastwirtschaft wurde das Vereinslokal.
Mit 41 aktiven und 14 passiven Mitgliedern ging der Männergesangverein an den Start.
Leider sank die Zahl der Mitglieder im Laufe der Jahre und 1935 musste der Verein sogar seine regelmäßigen Übungsabende einstellen. Mit „Männerschwund“ musste der Verein oft kämpfen. 1948 sorgte die Gründung einer Frauengruppe für neuen Schwung!
Seit 2009 gibt es nun den gemischten Chor. Seitdem wirken der gemischte Chor und auch der Frauenchor beim Männergesangverein bei den Aktivitäten zwar mit, aber offiziell sind die beiden Chöre erst seit 2014 Mitglied im Männergesangverein. 2015 gab es nur noch den gemischten Chor sowie den Frauenchor – seit diesem Jahr sind es wieder alle drei Chöre.
Heute hat der Frauenchor 20 Mitglieder, der Männerchor noch acht und im gemischten Chor musizieren 25 Mitglieder gemeinsam. Fast alle Chormitglieder kommen aus Neuwarmbüchen und die Musik, scheint die Generationen zu verbinden. Denn Spaß am Singen haben hier sowohl Endvierziger als auch 80-jährige Hobbysänger.
Der Frühschoppen im Sommer, das Herbstkonzert, die Fackel- oder Winterwanderung im Januar, das Kniffelturnier im April, der Frühschoppen im Juni sowie die Teilnahme am lebendigen Adventskalender sind einige der Höhepunkte im Jahr. „Auch beim Dorffest hatten wir Frauen immer viel Spaß, am meisten beim Schmücken des Anhängers und der Vorbereitung“, erzählt Maren Hertlein.
Geprobt wird jeden Donnerstag im Gasthaus Lahmann, im wöchentlichen Wechsel Frauen- oder Männerchor, unter der Leitung von Chorleiter Harald Seipold. Gesungen werden deutsche und englische Lieder – von dem „Kleinen grünen Kaktus“ bis hin zu Abba. Doch ab Dezember werden die Chöre vor neuen Herausforderungen gestellt. „Durch Schließung des Gasthauses Lahmann wissen wir noch nicht ob und wie es weitergeht“, erzählt Maren Hertlein, „Die Suche nach neuen Räumlichkeiten wird schwierig.“