1. Inklusive Tischlerei Niedersachsens

Tomas Horvath (rechts) fühlt sich wohl im Team um Nils Altenkamp.

Tischlerei Altenkamp GmbH gibt Menschen mit Beeinträchtigungen eine berufliche Chance

BURGDORF (dno). Seit Ende 2018 trägt sich Nils Altenkamp, Geschäftsführer der Möbelunion aus Hülptingsen, mit dem Gedanken, Menschen mit Beeinträchtigungen in seine Firma zu integrieren. Seit Sommer diesen Jahres, gibt es nun auch dafür von Seiten der Behörden grünes Licht. Damit ist der Handwerksbetrieb nun offiziell Inklusionsbetrieb, „der Erste dieser Art in Niedersachsen“, berichtet Nils Altenkamp stolz. Der Weg dahin war etwas holprig, denn „nur der gute Wille reichte nicht aus“, so der Tischlermeister. Vielmehr bedarf es eines guten Konzeptes, der neben Visionen und Möglichkeiten auch auf Probleme und Konflikte hinweist. „Das ist ein sehr empfindlicher Bereich, so ein Konzept muss auf sicheren Füßen stehen“, so Altenkamp.
Nils Altenkamp gründete 2011 seinen Betrieb, nachdem er ein Jahr zuvor, seine Meisterprüfung mit Auszeichnung abgelegt hatte. Hier, im Felde 33, Telefon 05136-970 16 04, wird traditionelles Schreinerhandwerk im Einklang mit neuen Materialien und innovativen technischen Möglichkeiten, praktiziert. Vom kleinen Möbelstück bis hin zum kompletten Innenausbau werden Kundenwünsche professionell umgesetzt. Das reicht von individuellen Möbeln für Privatkunden, über Sanierungen bis hin zu Großaufträgen für Handelsketten. Mit der Treppenunion soll nun ein weiterer Bereich dazu kommen, der von den neuen Mitarbeitern ausgefüllt werden soll.
„Hier ist eine Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen gut möglich. Es handelt sich hier um leichte, erlernbare Tätigkeiten. Dazu zählen beispielsweise das Schleifen oder Hobeln, Ausbesserungsarbeiten oder auch das Zeichnen von Schablonen“, erzählt Nils Altenkamp.
Seit 1. Oktober diesen Jahres ergänzt Tomas Horvat das 5-köpfige Team. Der gelernte Kaufmann war 2016 schwer erkrankt und konnte somit nicht mehr in seinem Job tätig sein. Nach erfolgreichem Bewerbungsgespräch und einem Praktikum, arbeitet er nun in Vollzeit bei Nils Altenkamp und „fühlt sich wohl und gut aufgehoben“, erzählt er.
„Ich wollte Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance geben, sich beruflich auch außerhalb der Behindertenwerkstätten wieder zu finden. Außerdem wollte ich auch beweisen, dass es einfach möglich ist“, so Nils Altenkamp. Dennoch ist sich der Tischlermeister über die große Verantwortung bewusst. „Trotz der Beeinträchtigung muss der Mitarbeiter ins Team passen, denn es gibt hier schon feste Abläufe, die eingehalten werden müssen. Auch können wir nicht jeden Bewerber einstellen, denn es gibt hier schon ein gewisses Gefahrenpotential. Schwierig wird es zum Beispiel bei Menschen im Rollstuhl, da wir einfach die barrierefreien Möglichkeiten nicht haben oder auch viel im Stehen erledigen müssen“, erklärt er.
Ebenso ist sich der Geschäftsführer bewusst, dass er auch vom bestehenden Team etwas abverlangt. „Natürlich ist das manchmal eine Herausforderung, denn der Ton kann in einem Handwerksbetrieb schon etwas rauher sein“, erklärt er schmunzelnd, „Und auch die Ausfallzeiten bei Menschen mit Beeinträchtigungen sind viel höher, das muss von allen mitgetragen werden. Dennoch unterstützen alle diese Idee!“