Das Endspiel war nichts für schwache Nerven

Die Zuschauer, darunter auch Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann (4.v.l.), verfolgten gebannt das spannende Elfmeterschießen.
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  • Die Zuschauer, darunter auch Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann (4.v.l.), verfolgten gebannt das spannende Elfmeterschießen.
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BURGDORF (de). Die Dunkelheit begann bereits über das Burgdorfer Stadion hereinzubrechen, als noch immer keine Entscheidung beim diesjährigen MARKTSPIEGEL-Cup feststand. Über zwei Stunden lang kämpften nun schon die TSV Burgdorf und der Heesseler SV um den Turniersieg. Nachdem sich die beiden Landesligisten bereits im regulären Spielverlauf beim 4:4 (1:2)-Unentschieden einen Kampf auf Biegen und Brechen geliefert hatten, musste nun ein Elfmeterschießen den Ausschlag über den diesjährigen Turniersieg geben. Hierbei erwies sich die TSV Burgdorf als das nervenstärkere Team. Mit 11:10 (4:4/1:2) nach Elfmeterschießen besiegte der Gastgeber den Nachbarn vom Heesseler SV und verteidigte damit seinen Pokalsieg vom Vorjahr.
Verdienter Lohn war neben dem Gewinn des riesigen MARKTSPIEGEL-Pokals eine Siegprämie von 600 Euro, die bei der anschließenden Siegerehrung Burgdorfs Mannschaftskapitän Dennis Yeboah von Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann und MARKTSPIEGEL-Geschäftsführer Klaus Hoffmann überreicht bekam. Aber auch die Heeßeler Mannschaft brauchte sich trotz der unglücklichen Niederlage nicht zu grämen. Immerhin konnte sie als Zweiter noch 400 Euro mit nach Hause nehmen, die Fabian Hellberg in Empfang nahm.
Tolles Endspiel
Mehr als zufrieden waren auch die Organisatoren des MARKTSPIEGEL-Cups mit dem Verlauf des Turniers, das erstmals mit acht auf Bezirksebene spielenden Mannschaften in zwei Vorrundengruppen in Hämelerwald und beim 1. FC Burgdorf durchgeführt wurde.
Die Finalspiele, von denen sich 300 Zuschauer in Burgdorf nicht zuletzt auf Grund des überaus spannenden Endspiels begeistert zeigten, verstärkten bei den Organisatoren um Klaus Hoffmann und Geburtstagskind Walter Eckhoff von der TSV Burgdorf den Eindruck, im kommenden Jahr noch für eine weitere Steigerung zu sorgen. Zumal bereits in diesem Jahr für die Mannschaften auf Kreisebene ein eigenes Turnier um den MARKTSPIEGEL-Pokal ausgerichtet wird, dass in den kommenden Tagen an fünf Schauplätzen für eine zusätzliche Attraktivität des Turniergeschehens sorgen wird.
Eine Werbung für das Turnier war auf jeden Fall das Endspiel zwischen der TSV Burgdorf und dem Heesseler SV. Darüber gab es nach dem Spiel keine zwei Meinungen. Im Finale profitierten die Heeßeler zunächst von ihrem Blitzstart. So gelang Kesip Caran nach guter Einzelleistung bereits in der 8. Minute das 1:0. Mit Patrick Heldt war es ausgerechnet ein ehemaliger Heeßeler, der in der 15. Minute für den 1:1- Ausgleich sorgte. Noch vor der Pause stellte einmal mehr Jannis Iwan (30.) seine Torgefährlichkeit unter Beweis, als er nach Zuspiel von Kesip Caran mit dem 2:1 für die erneute Führung des Heesseler SV sorgte, die der erst eine Minute zuvor eingewechselte Niklas Kern in der 55. Minute sogar auf 3:1 ausbauen konnte. Als Joker machte sich auch der in der Pause eingewechselte Christopher Reinecke positiv bemerkbar, als er seine Mannschaft in der 57. Minute auf 2:3 heranbrachte. Als Jonas Künne (64.) mit dem 4:2 wieder den alten Zweitoreabstand herstellte, schien die Entscheidung zu Gunsten der Heeßeler gefallen zu sein. Doch meldeten sich die Burgdorfer noch einmal durch Tore von Patrick Ehlert (72.) und Marvin Omelan (77.) zum 4:4 zurück und sorgten damit für ein spannendes Elfmeterschießen.
Elmeterkrimi übertraf alles
Hielt das Finale die Zuschauer bereits in Atem, so übertraf das anschließende Elfmeterschießen von der Spannung her alles. Dabei schien beim Elfmeterschießen zunächst alles nach Plan zu laufen. Fabian Hellberg (Heeßel), Dennis Yeboah (TSV Burgdorf), Niklas Kern (Heeßel), Christopher Reinecke (TSV Burgdorf), Simon Marx (Heeßel) und Marvin Omelan (TSV Burgdorf) schraubten mit ihren Toren das Ergebnis zunächst auf 7:7, ehe das Drama begann. So verschossen nacheinander Ole Gerhardi (Heeßel), Fabian Hoheisel (TSV Burgdorf), Moritz Peithmann ((Heeßel) und Matheusz Duraj (TSV Burgdorf) ihre Strafstöße, ehe es danach wieder Jannis Iwan (Heeßel), Nico Eccarius (TSV Burgdorf), Benjamin Brosche (Heeßel) und Hüseyin Yüksel (TSV Burgdorf) besser machten und mit ihren Toren für den Zwischenstand von 9:9 sorgten. Danach verschossen Marius Gogol (Heeßel), Tarek Rudolph (TSV Burgdorf), Sven Madziarski (Heeßel) und Jan-Hendrik Kaffeya (TSV Burgdorf) ihre Strafstöße, so dass von beiden Mannschaften nur noch jeweils zwei Schützen übrig blieben. Zunächst sorgte Julian Hüneburg (Heeßel) für das 10:9. Florian Jackowski (TSV Burgdorf) konterte gegen seinen alten Verein zum 10:10, ehe Nachwuchsspieler Daniel Bohne für Heeßel verschoss. Als mit Patrick Ehlert der letzte verbliebene Schütze für die TSV Burgorf antrat und seinen Strafstoß zum 11:10 verwandeln konnte, war die Entscheidung zu Gunsten der TSV Burgdorf gefallen.
„Ich glaube, die Zuschauer haben ein tolles Spiel gesehen. Dass wir zum Schluss unglücklich verloren haben, ist eben Pech“, sagte Heeßels Trainer Niklas Mohs. Sein Burgdorfer Kollege Volker Herfort sah in dem Kräfteverschleiß bei einigen seiner Spieler die Gründe, weshalb vier Gegentore zu Stande kamen. „Aber dieser Sieg ist gut für das Selbstvertrauen meiner Spieler“, ist der TSV-Coach überzeugt.
TSV Burgdorf: Kaffeya - Jackowski, Fabian Hoheisel, Yeboah, Yüksel - Mateusz Duraj, Hiber (35. Tarek Rudolph) - Marvin Omelan, Michael Duraj (87. Eccarius) Heldt (68. Ehlert)- Marc Omelan (46. Reinecke).
Heesseler SV: Brosche - Gogol, Hellberg, Hüneburg, Gerhardi - Rauschning (76. Rohne), Künne (89. Madziarski), Moritz Peithmann - Schmitt (66. Marx), Caran (54. Kern) - Jannis Iwan.

TSV Engensen gewinnt „kleines Finale“

Hämelerwalds Trainer Lars Bischoff musste es wohl bereits vorher geahnt haben, dass im Spiel um den dritten Platz beim MARKTSPIEGEL-Cup für seine Mannschaft vom SV Adler Hämelerwald nach den Strapazen der letzten Tage mit vielen Spielen beim MARKTSPIEGEL-Cup und beim Turnier in Immensen gegen den TSV Engensen nur eine Überraschung drin sei, wenn „wir früh in Führung gehen können, um so mit Kontern den TSV Engensen in Verlegenheit zu bringen.“ Das Spiel um Platz drei verlief nahezu so, wie es Hämelerwalds Trainer nicht haben wollte.
Seine Mannschaft hatte sich kaum mit dem Platz der TSV Burgdorf angefreundet, da lagen die „Adler“ bereits mit 0:1 im Hintertreffen. Ein Zuspiel von Jasko Aziri erreichte Adnan Zuku, der dann nicht lange fackelte und aus der Drehung heraus bereits in der 12. Minute für die 1:0-Führung des TSV Engensen sorgte. Von dem Führungstreffer des Gegnes waren die Hämelerwalder so irritiert, dass sie fortan nur wenig zwingende Angriffe zu Stande brachten und nur hin und wieder für Nadelstiche sorgen konnten. Eine Minute vor dem Pausenpfiff fast das 2:0, dem ein Missverständnis von Julien McAuley und Torhüter Jan Pröve vorausging.
Druck der Adler fehlte
Auch in der 2. Halbzeit ließen es die Hämelerwalder an klaren Aktionen vermissen. „Wir sind platt. Meine Spieler haben leider nichts mehr zuzusetzen“, gestand Lars Bischoff ein. Aber auch Engensens Trainer Thorasten Schusschel war alles andere als zufrieden mit den Darbietungen seiner Spieler. „Das gesamte Spiel ist eine Katastrophe“, schimpfte Engensens Trainer, der sich später ein wenig versöhnlicher zeigte: „Wir haben uns in der 2. Halbzeit dem Spiel unseres Gegners angepasst, der sehr viel mit langen Bällen agiert hat.“ Das führte dazu, dass sich den Hämelerwaldern gegen Ende des Spiels durch Nachlässigkeiten von Engenser Abwehrspielern noch zwei Gelegenheiten zum Ausgleich boten. Für die endgültige Entscheidung sorgte dann in der Schlussminute Jasko Aziri, als er mit dem Treffer zum 2:0-Sieg für den TSV Engensen endgültig alles klar machte. Verdienter Lohn für den Sieg im kleinen Finale war ein Siegerscheck von 200 Euro, der Engensens Mirza Aziri von MARKTSPIEGEL-Geschäftsführer Klaus Hoffmann überreicht wurde. 100 Euro als Belohnung für den 4. Rang nahm Hämelerwalds Dennis Schott in Empfang.
TSV Engensen: Grzymutzki (46. Bösch) - Oelkers, Kienast, Schumann, Koschinsky - Tkatzyk, Geisler - Miguel Werner, Jasko Aziri, Mirza Aziri - Zuko.
Adler Hämelerwald: Pröve - Rissmann, Fabian Ecke (46. Probst), Franke, Koster - Schott, Schröder, Paraskevopolus, Knappe (39. Bieniek), Julien Mc Auley - Ritter.

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